☾ Das männlich-weibliche Urwesen des Menschen: Seelenpartnerschaft und erste Ehe.

Schade, dass Luther bisweilen die Bibel nicht wörtlicher übersetzt hat, wobei ich seine Übersetzungsleistung insgesamt absolut bewundere.
Aber dass er den Menschen des Öfteren viele Himmel vorenthalten hat, finde ich einfach bedauerlich, denn im Griechischen steht z. B.:

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Vater unser, der du bist in den Himmeln …

.

Luther spricht in seiner Übersetzung leider nur von einem Himmel. [mehr dazu: hier]

Eine Unbedachtsamkeit mit Folgen liegt vor allem in der Übersetzung der ersten Schöpfungsgeschichte. Luther übersetzte:

.

Gott schuf den Menschen ihn zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn;

und er schuf sie, einen Mann und ein Weib.

.

In ihren Auswirkungen ist diese Übersetzung verhängnisvoll.

Korrekt übersetzt muss die Stelle lauten:

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Gott schuf den Menschen ihn zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn;

und er schuf sie, Mann-Frau (männlich-weiblich zu übersetzen ist auch möglich). –

.

Im Hebräischen steht kein und, das dazu berechtigte, von Mann und Frau zu sprechen. Gott schuf nicht Mann und Frau; Gott schuf ein Wesen! Es war männlich-weiblich zugleich.

Gott ist Geist, ein Geistwesen. Und er schafft den Menschen nach seinem Bilde, also schafft er ihn ursprünglich auch als Geistwesen. Dieses Geistwesen ist männlich-weiblich zugleich. Es gibt nur in der Vorstellung der Menschen diese Trennung, nämlich einen Herr Gott und eine Frau Gott (letztere ohnehin kaum … ernsthaft wirklich nur in der Frauenbewegung und in einer weiblichen Theologie).
Ich persönlich vermisse ohnehin, dass es kein
Mutter unser gibt, wohl aber ein Vater unser. Letztendlich hat das auf ungute Weise das Patriarchat bestätigt und zu der aggressiven Seite des Monotheismus beigetragen, die die Menschheit in viele Religionskriege geführt hat. Priester und Geistliche haben immer wieder Waffen gesegnet; vielleicht wäre ihnen das mit einem Ave Maria auf den Lippen und im Herzen schwerer gefallen, wenn nicht gar unmöglich gewesen.

Dies alles konnte nur geschehen, weil zu viele Menschen die segensreiche Bedeutung des Patriarchats nie erkannt haben, weshalb manche Frauen in den letzten Jahrzehnten auch meinten, ein Matriarchat proklamieren zu müssen, was sich als genauso einseitig erweisen könnte wie ein chauvinistisches Patriarchat.

Gott als männlich-weibliches Wesen schafft den Menschen nach seinem Bilde, eben auch Mann-Frau, männlich-weiblich. Luther übersetzt hier m. E. eindeutig falsch. Das ursprüngliche Wesen des Menschen ist eine Einheit, keine Zweiheit.
Dieses männlich-weiblich-göttliche Wesen ist für mich
die erste Ehe.

In Bezug auf die oben angesprochene korrekte Übersetzung habe ich mich mehrfach vergewissert, u.a. bei meinem ehemaligen Hebräisch-Lehrer, der zu seiner Zeit damals in unserem Oberschulamtsbezirk das Hebraicum abnahm, also eine anerkannte Fachkraft war.

Im Wesen Gott sind beide Geschlechter angelegt bzw. vereint, yin und yang, sie sind eins, eine Einheit, einfältig, in Eins gefaltet.
Seit Urzeiten gehören zwei Wesensteile, die sich später trennen, zusammen – davon berichtet die zweite Schöpfungsgeschichte der Bibel; ich gehe
in einem weiteren Artikel darauf ein.

Auf diesem Hintergrund wird verständlich, warum es im Matthäusevangelium (Kap. 19,6) und im Markusevangelium (Kap. 10,9) gleichermaßen anlässlich des Sakramentes der Ehe heißt:

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Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

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Gott hat den Menschen als Yin-Yang-Wesen geschaffen, somit zusammengefügt; es gibt also das Wesen, das genau zu mir passt.

Luther, dem dieses Denken zu seiner Zeit durchaus fremd sein konnte (wenn auch nicht musste), verschleiert durch seine Übersetzung den richtigen Zugang zu unserem Wesen.

Intuitiv erfassen Dichter bisweilen den wahren Tatbestand, Schiller ist dafür ein Beispiel.
Seiner großen Liebe Laura schreibt er in einem seiner berühmten Laura-Gedichte:

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Innig mir verbunden
Warst du in Äonen, die verschwunden;
Meine Muse sah es auf der trüben
Tafel der Vergangenheit geschrieben:
Eins mit deinem Lieben!

Und in innig festverbundnem Wesen,
Also hab´ ich´s staunend dort gelesen,
Waren wir ein Gott,ein schaffend Leben,
Und uns ward, sie herrschend zu durchweben,
Frei die Welt gegeben.


Schiller weiß, dass er wie alle Menschen nun getrennt von seiner Liebe ist, deshalb klingt die letzte Strophe so schmerzlich:

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Weine, Laura! dieser Gott ist nimmer,
Du und ich des Gottes schöne Trümmer,
Und in uns ein unersättlich Dringen
Das verlorne Wesen einzuschlingen,
Gottheit zu erschwingen.

.

Die Einheit des verlorenen Wesens möchte Schiller wieder erlangen. So, wie es ist, fühlt er sich sozusagen als Trümmerteil (das ganze Gedicht: hier).

Mir ist völlig bewusst, dass Theologen das Folgende anders sehen als ich, allerdings sind ihre Vermutungen auch nur Hypothesen, mehr nicht; sie werden nur an den Universitäten und in der Schule gelehrt, als wären sie Wirklichkeit. So datieren sie z.B. die zweite Schöpfungsgeschichte, in welcher der Mensch aus Erde vom Acker – als Erdenkloß, so Luther – geschaffen wurde in ihrer Entstehung zeitlich vor die in der Bibel zuerst vorkommende, in der das rein geistige männlich-weibliche Wesen nach dem Bilde Gottes geschaffen wird.

Nach meinem Verständnis ist die Reihenfolge der Bibel genau richtig. Zuerst wird der Mensch als geistig-göttlich-ganzheitliches Wesen geschaffen, nach dem Bilde Gottes, dann erfolgt der nächste Schritt:

.

Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker …

.

Der Mensch ist nun in der Materie angekommen. Er ist aus den Stoffen der Erde geschaffen. In der Tat ist ja unser Körper aus den Stoffen der Erde geschaffen.

Auch hier ist der Mensch ein ganzheitliches Wesen, wie übrigens der Name Adam nicht Mann, sondern Mensch heißt. Adam als Wesen aus den Stoffen der Erde ist nach wie vor ganzheitlich, yin und yang, beide Geschlechter sind in ihm vereint. Noch ist eine Eva in der äußeren Realität nicht existent; davon wird noch zu reden sein.

Um unser Wesen zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie sehr der Mensch als ganzheitliches Wesen angelegt ist. Noch in seiner ursprünglichen materiellen Existenz ist er nicht Mann und Frau – deshalb ist die oben angesprochene Übersetzung Luthers so irreführend -, sondern er ist Mann-Frau, männlich-weiblich.

Nach der hebräisch-christlichen Schöpfungsmythologie ist auch hier der physische Mensch von Gott geschaffen, wohl auch nach dem Bilde Gottes, denn Gott hat seinen Körper geformt; deshalb existiert in den allermeisten Schöpfungsmythen der Völker das Urbild des Großen Menschen, des Gottes Anthropos, des Gottes Mensch, wie ihn die Griechen nennen.

Bei den Germanen entsprach das Wesen Mensch in ihrem Bild der Weltenesche yggdrasil, die in drei Brunnen wurzelt und sich in ihrer Gesamtheit weit über alle Himmel hinaus erstreckt, auch diesen göttlichen Dimensionen.

Gerade im griechischen Denken, der Wiege unserer abendländischen Kultur, ist verwurzelt, dass der Kosmos ein Mensch ist und der Mensch ein Kosmos. U.a. für Heraklit, den griechischen Philosophen, entsprach der große Mensch Kosmos, genannt Makrokosmos, dem Mikrokosmos Mensch, uns selbst.

So konnte Goethe über sich und über uns formulieren:

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Im Innern ist ein Universum auch.

.

Das muss uns bewusst werden und sein: In unserem Inneren ist all das, was wir außen finden!

Wenn wir unser wahres Wesen finden wollen, ist es notwendig, dass wir uns er-inn-ern, nach innen wenden, um zu erfahren wer wir sind. Aus diesem Grund lautet der Name eine der 7 griechischen Musen Mnemosyne: Erinnerung.

Ohne Erinnerung, ohne Wendung nach innen finden wir uns nicht.

Wir sind ganzheitlich, unser Wesen ist eine Einheit, ganz, heil. Das ist unsere wahre Existenz.

Deshalb gab es vor 2000 Jahren diesen Heiland, damit den Menschen ihr wahres Wesen wieder bewusst würde. Dieses Bewusstsein ist nur zugänglich über die Liebe.

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Allein die Liebe heilt uns bis in die Tiefe unseres Wesens.

Allein die Liebe ist der Schlüssel zu unserem wahren Wesen.

Fortsetzung hier
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2 Antworten zu ☾ Das männlich-weibliche Urwesen des Menschen: Seelenpartnerschaft und erste Ehe.

  1. Helga Kirchmayer schreibt:

    Die Perle

    Nicht jeder wird fündig, obwohl er sie sucht,
    willst du sie bergen – bewahr dir die Ruh,
    halte Inne und lausche auf deinen Atem,
    es genügt nicht im seichten Wasser zu waten.

    Du findest die Perle nicht in der Höhe,
    verborgen, tief unten, liegt dieser Schatz,
    an einem sicher-geborgenen Platz.

    Tiefe Einsicht ist nötig, sie führt dich hinab,
    tauch ein in diesen Reichtum und taste den Meeresgrund ab,
    durch Erleuchtung erhellt sich dein Verstand.

    Das Dunkle in dir wird geistig erhellt,
    In dir schimmert des Perlenglanz-Lüster,
    du nimmst dich wahr – Offenbarung kann geschehen,
    du hast die Perle in dir gesehen!

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