„Deutschlands Elend ist der Welt Ruin“ – das prophetische Lied der Linde.

meine blühende LIndeUm 1850 fand man am Weg zum Staffelberg beim oberfränkischen Bad Staffelstein im Stamm einer wohl über 1000 Jahre alten Linde ein prophetisches Lied, dessen Inhalt zu denken gibt, ja stellenweise erdrückend ist; der Schluss jedoch gibt Hoffnung. 1990 wurde die Linde gefällt. Doch ihr Lied, das ein uns Unbekannter aufzeichnete, lässt Menschen zunehmend aufhorchen.

Wer das Lied der Linde zunächst ohne Kommentar lesen möchte, kann dies hier tun. Am Ende des dort abgedruckten Liedes findet sich ein Link zurück hierher.

Die folgenden Anmerkungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und beinhalten meine subjektive Sicht. Gewiss lässt sich die ein oder andere Stelle auch anders sehen. Wer möchte, kann seine Sicht gern in einem Kommentar anmerken.

Hier nun der Beginn:

Alte Linde bei der heiligen Klamm,                                                               (1)
ehrfurchtsvoll betast´ich deinen Stamm,
Karl den Großen hast du schon gesehn,
wenn der Größte kommt, wirst du noch stehn.

Karl der Große wird mehrfach in dem Lied genannt. Die Linde lässt ihm besondere Ehre zuteil werden, legte er doch die Grundlage zur frühmittelalterlichen Christenheit Europas und mit ihm begann die Tradition des westlich mittelalterlichen Kaisertums; mit ihm ist ebenfalls verbunden eine Bildungsreform, die das Fundament eines aufblühenden Europa legte; Klöster wurden aufgefordert, Schulen einzurichten, auf die Bildung der Priester wurde geachtet, vorhandene Kloster- und Domschulen wurden reformiert, der Pflege der Sprache galt Karls Aufmerksamkeit.

Als er 800 in Rom zum Kaiser gekrönt wurde, stand die Linde sicherlich schon viele Jahre. Die Tatsache, dass sie sich auf diesen Kaiser bezieht und als Ersten namentlich benennt, zeigt, welche Bedeutung sie dem Reich, damals also  dem Frankenreich, sicherlich aber insgesamt der sich im Folgenden entwickelnden Deutschen Kultur beimisst; das wird später noch deutlicher. In Zeiten der Globalisierung und eines geplanten Staatenverbundes Europa stellt sie ohne nationalistisches Pathos den Wert einer nationalen Kultur heraus. Auch ein Paracelsus betonte ja die Bedeutung des Lokalen, des Regionalen; dessen Wertschätzung ist Voraussetzung, dass größere politische Gebilde von den Menschen akzeptiert werden. Daran genau krankt allerdings die EU: Ihre Repräsentanten setzen auf Macht und Masse und haben kein Bewusstsein für den Wert des Regionalen (trotz entsprechender Kommissionen). – Verschwiegen sein kann nicht, dass Karls des Großen Verhalten gegenüber den Sachsen gewiss stellenweise über die Grenzen der Akzeptanz von Gewalt ging. Die Integration dieses streitbaren, selbstbewussten Stammes ist allerdings auch Voraussetzung für die spätere Qualität unserer Kultur (auch wenn heute gern über die Sachsen und ihr Sächsisch  gewitzelt wird, sollte man das nicht vergessen! Berechtigterweise ist ihr Name in zwei Bundesländern enthalten).

Dreißig Ellen mißt dein grauer Saum                                                             (2)
aller deutschen Lande ält´ster Baum,
Kriege, Hunger schautest, Seuchennot,
neues Leben wieder, neuen Tod.

Die Linde überdauerte jahrhundertelang Leben und Tod der Menschen. In diesem Zusammenhang ist nicht uninteressant, dass das Symbol des Baumes für das Wesen des Menschen steht. In der germanischen Mythologie wird dieser  Baum Yggdrasil genannt, was Ich-Träger bedeutet; in der jüdischen Mystik spielt der Baum der Sephirot eine zentrale Rolle, um das Wesen des Menschen zu erfassen. Der gottgefällige Mensch wird in den Psalmen mit einem Baum verglichen.

Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,                                                  (3)
Roß und Reiter bergest du einst wohl,
bis die Kluft dir sacht mit milder Hand,
breiten Reif um deine Stirne wand.

Bild und Buch nicht schildern deine Kron´,                                                  (4)
alle Äste hast verloren schon.
Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt,
Blätter freudig in die Lüfte steigt.

Alte Linde, die du alles weißt,                                                                        (5)
teil uns gütig mit von deinem Geist,
send´ ins Werden deinen Seherblick,
künde Deutschlands und der Welt Geschick!

In alten Zeiten war man tatsächlich der Ansicht, dass Bäume über das Geschick von Menschen und Welten Auskunft geben können. Voraussetzung war nur, dass man ihre Stimme vernehmen konnte. Hier bittet der Verfasser die Linde, ihm die Zukunft vorauszusagen.

Großer Kaiser Karl, in Rom geweiht,                                                           (6)
Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit,
hundertsechzig, sieben Jahre Frist,
Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

160×7=1120+800 (Kaiserkrönung Karls in Rom)  = 1920. In diesem Jahr ist in der Tat Deutschland bis ins Mark getroffen. Voraus ging 1918 der Thronverzicht des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II. Inflation und die Reparationszahlungen an die Siegermächte des 1. Weltkrieges im Rahmen des Versailler Vertrags treiben das Land fast in den Ruin, zwingen es aber auf der anderen Seite, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren.

Fremden Völkern front dein Sohn als Knecht,                                             (7)
tut und läßt, was ihren Sklaven recht,
grausam hat zerrissen Feindeshand,
eines Blutes, einer Sprache Band.

Hier kann der nach Ende des 1. Weltkrieges per Vertrag untersagte Anschluss Österreichs an Deutschland gemeint sein, man könnte ebenso annehmen, dass  das Ende des 2. Weltkrieges und die Teilung Deutschlands angesprochen ist.

Zehre, Magen, zehr´vom deutschen Saft,                                                  (8)
bis mit einmal endet deine Kraft,
krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin,
Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

In der Fabel vom Magen und den Gliedern  ist Ersterer als physische Zentrale angesprochen, die dem Körper Kräfte zuführt. Er und das Herz als Sitz des Mutes und der Liebe kennzeichnen die Deutsche Kultur, wobei diese Sicht in keiner Weise als nationalistisch angesehen werden darf. In ihrer Qualität ist sie einfach ein Vorbild für die ganze Welt (man denke an Wolfram von Eschenbachs wegweisenden Parzival, an Hildegard von Bingens gerade in den letzten Jahrzehnten wieder Einfluss nehmendes Wirken, an die Schriften eines Paracelsus und Jakob Böhme, an Fichte, Hegel, Goethe, Hölderlin und Schiller, an Dürer, Beethoven und Bach. – Es ist ein ganz spezifisches Elend des zeitgenössischen Deutschland, dass es seine eigene Kultur nicht mehr schätzt und nicht versteht, dass der Parzival ein Programm der Zukunft ist, dass Goethes Bewusstsein in seiner ganzen Tragweite noch nicht erkannt ist, weil die Menschen sich unter anderem des Ewig-Weiblichen, das heißt ihrer unsterblichen Seele noch nicht bewusst sind, und unter Bachs Werken allein seine Kantaten einen Schatz beinhalten, der die Zeiten überdauern wird. Dass die Menschen Deutschlands nicht mehr die Kraft haben, diesen Schatz hochzuhalten und niveaulose Theologen à la Gauck und eine auf eine unglaublich geschickte Weise alles nivellierende, nicht nur mental und emotional, sondern auch geistig farblose Frau namens „Angela“ Merkel in Deutschland Bundespräsident und Kanzler sein ließen und lassen, lässt den Ruin der gesamten Erde nur umso unaufhaltsamer vorwärtsschreiten. Ein Deutschland mit einer konsequenten politischen Ethik, die immer auch eine geistig-moralische Ethik ist, hätte das verhindern können. – Was die Interpretation der Strophe betrifft, kann man sie auf die Zeit zwischen den Weltkriegen bezogen sehen. Mir allerdings scheint, dass größere Zeitabschnitte angesprochen sind und sich Deutschlands Elend auf den Untergang von deren geistigem Gehalt bezieht, wie er in diesen Jahren bereits massiv stattfindet, wobei nicht wenige ahnen, dass ein Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Im Grunde ist unglaublich, mit welcher Geschwindkeit derzeit essentielle Werte verloren gehen.

Ernten schwinden, doch die Kriege nicht,                                            (9)
und der Bruder gegen Bruder ficht,
mit der Sens´und Schaufel sich bewehrt,
wenn verloren gingen Flint´und Schwert.

Die Linde malt ein Endzeitszenario, das, selbst wenn die martialischen Waffen  verloren gehen, indem sie z.B. von Siegermächten einem Volk abgenommen werden, dennoch die Menschen sich weiter vernichten , dann mit anderen Mitteln, mit Mitteln, die ihnen ursprünglich zum Lebenserhalt dienten. Der Mensch bekämpft den Menschen. Selbst in der eigenen Familie.  – Dass sich diese Strophe auf diese und zukünftige Jahrzehnte beziehen könnte, dafür spricht, dass wir die größten jemals vorhandenen Flüchtlingsströme weltweit haben, wobei die Menschen aufgrund von jenen ansgesprochenen Kriegen (wir denken u.a. an Korea und Vietnam, den Krieg in Afghanistan, gegen den Irak, denken an den schrecklichen IS und Syriens Schicksal, an die immer wieder auflodernden Brände in Afrika) ihre Heimat verlassen müssen.

Arme werden reich des Geldes rasch,                                                 (10)
doch der rasche Reichtum wird zu Asch´,
ärmer alle mit dem größ´ren Schatz,
minder Menschen, enger noch der Platz.

Findige Arme werden rasch reich werden können – und sei es durch den Bitcoin, durch Börsenspekulationen und Ähnliches; doch dieser Reichtum ist nicht von Dauer. Um jenen Schatz, auf den es ankommt, wissen die Menschen allerdings nicht mehr; sie verarmen innerlich, obwohl scheinbar reich. Trotzdem es – das trifft gerade auch auf Deutschland zu – immer weniger Menschen gibt, wird der zur Verfügung stehende Raum knapper und knapper. Das zeigt, wie sehr sich die Menschen auf eine falsche Weise ausdehnen.

Da die Herrscherthrone abgeschafft,                                                   (11)
wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,
bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt,
wer berufen wird zu einem Amt.

Die Linde verbindet mit der Würde eines Kaisers, eines Königs dessen Verantwortung; der Thron in seiner architektonischen Symbolik weist auf sie hin. Ein Herrscher ist bezüglich seiner Macht und seines Vorbildes ein primus inter pares, der Erste unter Gleichen. Wenn allerdings Herrschaft und Verantwortung für Macht und Gewalt sich nicht mehr verbinden, dann wird das Herrschen zu verantwortungslosem Spiel und ist der Willkür und den Leidenschaftlichkeiten der politischen Kreaturen ausgeliefert. Die EU hat mit Jean-Claude Juncker beispielsweise einen Präsidenten, der das Vorgehen in Bezug auf Steuerhinterziehung gegen Einzelpersonen und Konzerne zwangsläufig ausbremst, weil er solches verantwortungslose Gebaren als Regierungschef von Luxemburg selbst in großem Stil gestattete, wenn nicht initiierte. – Es werden allerdings Zeiten kommen, wo Politiker die Übernahme eines Amtes als Verdammnis empfinden werden, so sehr wird Politik an Glaubwürdigkeit verlieren. Die politische Kultur unserer Zeit – da musste nicht erst ein Donald Trump auf der Bildfläche erscheinen, der die Lüge zur politischen Methode erhob – ist nicht mehr zu vergleichen mit der eines Karl des Großen, mit der eines Barbarossa, also Friedrich I., oder eines Friedrich II., dem großen Staufer. Nicht von ungefähr hat der Volksglaube in der Kyffhäusersage den Glauben an das Erwachen eines einstmals vorhandenen verantwortlichen politischen Bewusstseins bewahrt.

Bauer heuert bis zum Wendetag,                                                            (12)
all sein Müh´n ins Wasser nur ein Schlag,
Mahnwort fällt auf Wüstensand,
Hörer findet nur der Unverstand.

Mit heuern ist hier das Heumachen angesprochen. Der Bauer, dessen produktive Arbeit durch den allgemeinen Niedergang sich als nutzlos erweist, arbeitet bis zum bitteren Ende, das aber mit einem Neuanfang verbunden ist. Bis dahin regiert Unverstand die Welt; er ist es, auf den die Menschen hören.

Wer die meisten Sünden hat,                                                                   (13)
fühlt als Richter sich und höchster Rat.
Raucht das Blut, wird wilder nur das Tier,
Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Die Perversion des Menschseins zeigt sich darin, dass Seelen, die am wenigsten inneren Halt haben, sich zum Richter und Ratgeber aufschwingen – und eben auch Gehör finden. – Ruhig Blut ist Voraussetzung, um mit den Anforderungen des Alltags angemessen umgehen zu können, sich seelisch weiterzuentwickeln. Wenn selbiges kocht, wenn es raucht, ist dies ein Zeichen für überbordende Leidenschaft; der Mensch reduziert sich zum Tier (nicht von ungefähr heben Philosophen wie ein Richard David Precht das Tier auf ein Podest, das es immer menschenähnlicher macht; die Konturen sollen möglichst verschwimmen; ein Precht, so intelligent er sein mag, ahnt nicht, in wessen Dienst er steht). Was den Menschen ausmacht, die Grenzen der Biologie, denen das Tier verhaftet ist, mit seinem Geist zu überwinden, wird hinfällig: er fällt der Triebnatur zum Opfer. – Der Wert der Arbeit degeneriert; die Arbeit dient nunmehr unter anderem dazu, andere zu berauben und Mord bleibt nicht mehr Ausnahme, sondern er ist des Menschen Ziel.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,                                                (14)
schonet nicht den Greis im Silberhaar.
Über Leichen muß der Höchste fliehn,
und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Mit Rom mag der katholische Klerus angesprochen sein, der Greis im Silberhaar lässt mich an Benedikt denken, der resigniert und entkräftet aufgeben musste, wenn er auch nicht auf die mafiösen vatikanischen Strukturen verwies. Mit dem Höchsten könnte nicht der irdisch Höchste, sondern Gott-Vater angesprochen sein, der, wie einst sein Sohn, keine Heimstatt auf der Erde mehr findet. – Wie im Buddhismus jeder Mensch zum Buddha werden soll, so sollte im Urchristentum jeder Mensch zum Priester werden, zu einer geweihten Seele. Gerade die Kirche hintertreibt dieses Ziel. Das wird im Übrigen ganz besonders deutlich an der Tatsache, dass die Evangelien sehr klar formulieren, dass Christen auf Vermögen und Geld keinen Wert legen bzw. sich nicht davon abhängig machen sollen, da ihre Wertanlagen anderer Natur sind. Allein die Katholische Kirche Deutschlands allerdings besitzt seit Jahrhunderten ein riesiges Vermögen, das sie nicht zugunsten von Benachteiligten auflöst. Derzeit beträgt es weit über 200 Milliarden und es nimmt zu, trotz der zahlreichen Kirchenaustritte. – Wie degeneriert die Kirche ist, wird angesichts der Tatsache besonders deutlich, dass so viele Menschen in großer Not über die Erde treiben – weit über 60 Millionen sind es derzeit – und die Armut ebenfalls in Deutschland, wenn auch von Angela Merkel seit 12 Jahren erfolgreich verheimlicht, zunimmt, während die Kirche im Sinne des perfekten Materialismus ihr Geld hortet. Es macht ihr offensichtlich nichts aus, in ihrem Verhalten sich gegen die Bibel zu stellen. Sie baut auf Geld, nicht auf jenen Felsen, von dem dort die Rede ist.

Die folgende Strophe ist mir ein Rätsel, weil >er< sich nur auf den Greis beziehen kann, wobei ja allerdings Benedikt Verzicht leistete (er muss allerdings auch nicht gemeint gewesen sein). Nur kann ich auch das Personalpronomen >es< nicht zuordnen , es sei denn, es bezieht sich auf  d a s Vieh. Für mich gehen das er und das es ziemlich durcheinander. Möglich ist durchaus , dass hier ein Übertragungsfehler vorliegt, davon abgesehen, dass auch der Aufzeichnende etwas falsch verstanden haben kann oder ich vielleicht Offensichtliches nicht sehe.

Gottverlassen scheint er, ist es nicht,                                                         (15)
felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,
leistet auch in Not er nicht Verzicht,
bringt den Gottesstreit vors nah´Gericht.

Die folgenden drei Strophen sind insofern überraschend, als der Brunnenbauer und prophetische Seher Alois Irlmaier im Rahmen seiner Prophezeiung eines 3. Weltkriegs ebenfalls von einer dreitägigen Finsternis spricht, wenn er schreibt:

Die Lichter brennen nicht, außer Kerzenlicht, der Strom hört auf.
Wer den Staub einschnauft, kriegt einen Krampf und stirbt. Draußen geht der Staubtod um, es sterben sehr viel Menschen.
Dann geh nicht hinaus aus dem Haus!
Mach die Fenster nicht auf, macht während der 72 Stunden kein Fenster auf häng sie mit schwarzen Papier zu.
Laß die geweihte Kerze oder den Wachsstock brennen.
Alle offenen Wasser werden giftig und alle offenen Speisen, die nicht in verschlossenen Dosen sind. Auch keine Speisen in Gläsern, die halten es nicht ab.
Aber noch einmal sage ich es: Geh nicht hinaus, schau nicht beim Fenster hinaus,
Und betet.
Nach 72 Stunden ist alles wieder vorbei.

Winter kommt, drei Tage Finsternis,                                                            (16)
Blitz und Donner und der Erde Riß,
bet´ daheim, verlasse nicht das Haus!             
Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein                                                      (17)
wofern sie brennen will, dir Schein.
Giftiger Odem dringt aus Staubesnacht,
schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht.

Dazu heißt es in Matthäus 24: „es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort.“

Gleiches allen Erdgebor´nen droht,                                                             (18)
doch die Guten sterben sel´gen Tod.
Viel Getreue bleiben wunderbar,
frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,                                              (19)
eine andre mit dem Feuer ringt.
Alle Städte werden totenstill,
auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Es scheint, als ob ganz besonders die Stadt als Wohnform dem Untergang geweiht sei. Keine Frage ist, dass mit der Stadt eine Lebensqualität sich verbindet, die dem Wesen des Menschen und seiner Verbindung zu einem natürlichen Rhythmus des Lebens zuwiderläuft. Die meisten Menschen haben sich daran gewöhnt und akzeptieren, dass moderne Städte unendlich viel Strom verbrauchen und die Nacht zum Tag machen, dass, wer in ihren Zentren wohnt, zwangsläufig die Verbindung zum natürlichen Rhythmus des Lebens und der Natur verliert, dass in akzeptierten Bereichen menschliche Moral außer Kraft gesetzt wird und dass dies unter den sehenden Augen von uns und den gewählten Vertretern der Städte geschieht. – Die Linde sieht, dass in den Städten eine Stille, eine Grabesruhe eintreten wird. – Im Rahmen der Vorhersagen muss man berücksichtigen, dass sie ihre inneren Bilder widergibt, und das in notwendig kurzer und prägnanter Weise.

Zählst du alle Menschen auf der Welt,                                                       (20)
wirst du finden, dass ein Drittel fehlt.
Was noch übrig , schau in jedes Land,
hat zur Hälft´ verloren den Verstand.

Ob jene Voraussage identisch ist mit jener Zeit aus der Offenbarung des Johannes wage ich nicht zu sagen, es fällt nur auf, dass auch dort durchgängig vom dritten Teil die Rede ist:  > Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen rüsteten sich zu blasen. Und der erste blies seine Posaune; und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermengt, und wurde auf die Erde geschleudert; und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte. Und der zweite Engel blies seine Posaune; und etwas wie ein großer Berg wurde lichterloh brennend ins Meer gestürzt, und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut, und der dritte Teil der lebendigen Geschöpfe im Meer starb, und der dritte Teil der Schiffe wurde vernichtet. Und der dritte Engel blies seine Posaune; und es fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und auf die Wasserquellen.  <  –  Und in Kapitel 9 heißt es:  > Und der sechste Engel blies seine Posaune; und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott; die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Lass los die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Strom Euphrat. Und es wurden losgelassen die vier Engel, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, zu töten den dritten Teil der Menschen.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff,                                                         (21)
preisgegeben einem jeden Riff,
schwankt herum der Eintags-Herrscher-Schwarm,
macht die Bürger ärmer noch als arm.

Die Wortwahl dieser Strophe erinnert an ein Sonett der großen Ricarda Huch, das angesichts obiger Voraussagen wie ein gnädiges Angebot wirken mag. Den Menschen aber, die diese Hilfe nicht annehmen, widerfährt genau das Gegenteil – wobei viele wohl vorab ihre wahre seelische Situation nicht wahrnehmen wollen.

Denn des Elends einz´ger Hoffnungsstern,                                           (22)
eines bess´ren Tags ist endlos fern.
„Heiland, sende, den Du senden musst!“,
tönt es angstvoll aus der Menschen Brust.

Die Zeit mag endlos erscheinen oder aber wirklich sich endlos dehnen. Jedenfalls erinnern die Worte an jene durchaus angsterregende Stelle aus dem Matthäus-Evangelium, die über eine schreckliche Zeit, wie sie noch nie da war und nie mehr kommen wird, spricht, von der es ebenfalls heißt, dass, wenn ihre Zeit nicht verkürzt würde, niemand gerettet würde.

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf,                                                (23)
steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?
Alles ist verloren!“ hier´s noch klingt,
Alles ist gerettet“, Wien schon singt.

Die Wissenschenschaft lässt uns wissen, dass auf der Erde immer wieder Polsprünge stattfanden und ein nächster bevorsteht, von dem allerdings niemand genau sagen kann, wann er kommt. – Das könnte damit gemeint sein, dass die Erde einen anderen Lauf nimmt.

Ja, von Osten kommt der starke Held,                                                 (24)
Ordnung bringend der verwirrten Welt.
Weiße Blumen um das Herz des Herrn,
seinem Rufe folgt der Wack´re gern.

Putin wird es gewiss nicht sein, im Gegenteil. Vom Osten meint immer auch: vom Sonnenaufgang her. – Gewiss ist das Wappen des Retters, mögen es weiße Lilien oder weiße Rosen, um ein Herz angeordnet, sein, wunderschön.

Alle Störer er zu Paaren treibt,                                                              (25)
deutschem Reiches deutsches Recht er schreibt.
Bunter Fremdling, unwillkommner Gast,
flieh die Flur, die du gepflügt nicht hast.

Offensichtlich stellt der Held im Deutschen Reich das Recht wieder her. Dieses Recht, es ist das ehemals deutsche Recht, muss so wertvoll gewesen sein – unter anderem sein Verlust bedeutete ja Ruin -, dass es als Justitia wieder in Amt und Würden gesetzt wird. Diejenigen aber, die in unseren Breiten sich aufhielten, ohne eingeladen gewesen zu sein, wird geraten zu fliehen.

Gottes Held, ein unzertrennlich Band,                                               (26)
schmiedest du um alles deutsche Land.
Den Verbannten führest du nach Rom,
großer Kaiserweihe schaut ein Dom.

Das letzte Konzil, das 21. Konzil, von dem in der folgenden Strophe die Rede ist, kann  nicht gemeint sein, wenn das, was hier angesprochen ist, uns tatsächlich noch bevorsteht – und es ist unwahrscheinlich, dass obige Geschehnisse schon eingetreten sein sollen. Möglicherweise ist ja ein zukünftiges 22. Konzil gemeint. Bereits die im Rahmen der ersten Strophe angesprochene Voraussage, dass die Linde alles noch erlebt, war ja nicht zutreffend; auch hier mag der Aufzeichnende den Baum vielleicht nicht exakt genug verstanden haben.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil,                                                (27)
das den Völkern weist ihr höchstes Ziel,
und durch strengen Lebenssatz verbürgt,
dass nun reich und arm sich nicht mehr würgt.

Deutscher Nam´, du littest schwer,                                                    (28)
wieder glänzt um dich die alte Ehr´,
wächst um den verschlung´nen Doppelast,
dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

Gerade diese Strophe im Zusammenhang mit der 30., in der von einem engelgleichen Völkerhirten gesprochen wird, lässt vermuten, dass die Geschehnisse Vorab-Ankündigungen sind, denn dass Konrad Adenauer oder Helmut Kohl mit ihm gemeint sein könnten, das mag niemand im Ernst vermuten. Ob mit dem angesprochenen Doppelast Deutschen Namens ein wiedervereintes Deutschland-Österreich, auf das vielleicht oben Bezug genommen war, gemeint sein kann: Es scheint mir kaum vorstellbar, aber ausgeschlossen mag es nicht sein.

Dantes und Cervantes welscher Laut,                                                  (29)
schon dem deutschen Kinde ist vertraut,
und am Tiber wie am Ebrostrand,
liegt der braune Freund von Hermannsland.

Sowohl in Rom (Tiber) als auch in Saragossa (Ebro) finden wir Freunde Deutschlands. Eine zukünftige Verbundenheit der Menschen wird auch deutlich, weil welsche, also romanische Kulturgüter wie Dantes Göttliche Komödie  bzw. der Don Quichote auch in Deutschland gelesen werden.

Wenn der engelgleiche Völkerhirt´                                                     (30)
wie Antonius zum Wandrer wird,
den Verirrten barfuss Predigt hält,
neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

Barfüßig predigend war der Heilige Antonius von Padua (~1195 – 1231) unterwegs. Eine Legende lässt uns wissen, dass zwar nicht die Bewohner von Rimini, dafür aber die Fische des Meeres, die dazu die Köpfe aus dem Wasser streckten, ihm so zuhörten wie dem Heiligen Franz von Assisi die Vögel. – Das Motiv der Barfüßigkeit kennen wir auch in Bezug auf Jesus. Gerade im Zusammenhang mit der kommenden Strophe macht das Sinn, denn Jesus, der ja wie niemand zuvor den Logos, den göttlichen Geist, Christus, den Sohn, in seinen Körper und seine Seele aufnehmen konnte – die Taufe durch Johannes den Täufer  berichtet davon – und dadurch mit der Erde verband, dieser Jesus also repräsentiert ja in Wirklichkeit als Christus keine Religion, sondern ein allumfassendes überkonfessionelles Bewusstsein. Wenn dieses sich durchsetzt, ist die Rolle der Kirchen Geschichte. Möglicherweise bleiben sie ja noch, aber mit der gebotenen Demut derer, denen einstmals ihre religiöse, ja oft auch politische Macht wichtiger war als die Verehrung Gottes.

Alle Kirchen einig und vereint,                                                          (31)
einer Herde einz´ger Hirt´erscheint.
Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,
schwarzes Land erstrahlt im Glaubensglanz.

Religionen haben keine Bedeutung mehr; es zählt das Christusbewusstsein als höchste Stufe seelischer Entwicklung. Der eklatante Unterschied des Christentums zum Islam, dass nämlich Letzterer keinen Sohn kennt – Allah stellt im Koran unter Strafe, ihm einen Sohn unterstellen zu wollen – und damit nicht den weltumfassenden Logos des Sohnes, hat zur Folge, dass dieses starre Vaterprinzip weichen muss.

Reiche Ernten schau´ ich jedes Jahr,                                                (32)
weiser Männer eine große Schar.
Seuch´ und Kriegen ist die Welt entrückt,
wer die Zeit erlebt, ist hochbeglückt.

Es gibt weise Männer. Wie vermissen wir sie aktuell, vor allem in der Politik, aber auch weitgehend in einer Kultur, die meint, die dunklen Winkel aller Torheiten ausleben zu müssen!

Dieses kündet deutschem Mann und Kind,                                    (33)
leidend mit dem Land die alte Lind´,
dass der Hochmut mach´ das Maß nicht voll,
der Gerechte nicht verzweifeln soll!

Mutig müssen wir Menschen bleiben, andernfalls ist keine Rettung möglich, weil ansonsten der Hochmut siegen würde. Die alte Linde versichert uns, dass sie mit unserem Land mitleidet. Vielleicht ist es kein Zufall, dass sie 1990 sterben musste, denn der Tod ist ja auch in der christlichen Religion das höchste Opfer Gottes und damit das größte Liebesgeschehen.

✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩ ✩

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Sinn einer solchen Lektüre und der Auseinandersetzung mit ihren Inhalten besteht für mich nicht in dem Anspruch zu glauben, man könne die ganze Wahrheit finden oder darin, beweisen zu wollen, wie recht jener Mensch hatte, der Obiges aufschrieb. Dass viel Wahrheit in seinen Versen enthalten ist, sagt mir mein Gefühl, wenn ich auch finde, dass sich einiges nicht schlüssig ergibt. Doch die Weise der Formulierungen, die Diktion der Sätze vermitteln mir, dass hier niemand ein eingebildetes esoterisches Spielchen mit seinen Lesern treibt, wie es heute im Netz, im Fernsehen (Astro TV), in Webinaren und Büchern (Zero limits) der Fall ist, ja, wenn erfundene Channelings als Verkündigungen der Geistigen Welt ausgegeben werden, was sogar stimmen mag, denn die dunklen Kräfte stammen eben auch aus einer geistigen Welt, sind geistiger Natur – vor deren Ausgestaltung man sich allerdings nur schützen mag.

Die Aussagen der Linde sind für mich authentisch, wobei ich das niemandem beweisen kann und will; ich vermittle meine Gedanken und was ich recherchiert habe.

Auf der ein oder anderen Web-Site, die Bezug nimmt auf das Lied der Linde wird davon gesprochen, dass hier ein Seher sich outet, der sich selbst als Linde bezeichnet. Ich persönlich glaube, dass sich der wahre Geist auf vielen Wegen und auf viele Weisen äußern kann, über einen Dornbusch wie weiland bei Mose, über Wolken, die das Volk Israel führten, in Märchen, über Bäume und auf Weisen, die wir vielleicht noch gar nicht kennen. Von daher fällt es mir nicht schwer anzunehmen, dass hier jemand in der Tat die Botschaft eines uralten Baumes empfangen hat. Sie erinnert uns daran, dass wir keine abgeschotteten Unikate sind, sondern mit allen Wesen in einem Boot sitzen. Unsere Nächsten, unsere Mitmenschen wie alle anderen Wesen: das sind tatsächlich immer auch wir. Nicht nur aus der Sicht der Psychologie, sondern auch aus Sicht der Mythen sind Tiere und Pflanzen Teile unserer Wesens, die dadurch, dass sie eine andere Entwicklung nahmen, zugleich für uns wertvolle Hinweisgeber sein können. In einem Märchen z-B. erlöst ein Mann einen Stein, den seine Mitmenschen aus bestimmten Gründen nur bespuckten. Später gesellt sich ihm ein Mann zu, der ihm hilft, sein Ziel zu erreichen, wie sich herausstellt, jener Stein, jener versteinerte Mann, den er durch sein andersgeartetes Verhalten erlöst hatte.

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2 Antworten zu „Deutschlands Elend ist der Welt Ruin“ – das prophetische Lied der Linde.

  1. Julia schreibt:

    vielleicht ist es nur die Beschreibung eines Asteroideneinschlages auf der Erde ??

  2. Möglich ist das schon. Entscheidend ist für mich, dass die Linde ein inneres Geschehen, eine innere Entwicklung der Menschheit in Zusammenhang bringt mit einem äußeren. Im Grunde heißt das, dass Letzteres kein Zufall ist.
    Wie auch immer: Letztendlich geht es darum, so bewusst als möglich zu leben und bei allem die Freuden des Lebens und dessen Schönheit nicht zu vergessen. Sonst würde man dem Negativen auf den Leim gehen . . .

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