„Höre Mutter meine letzte Bitte: / Einen Scheiterhaufen schichte du / …“ – Goethes „Braut von Korinth“ – ein Menetekel gegen bigotte Moral und falsche Mütterlichkeit.

Goethe hat mit seiner 1797 im berühmten Balladenjahr verfassten Ballade in Weimar und deutschlandweit zum Teil für helle Empörung gesorgt, immerhin geht es u.a. um das Motiv des Widergängers, eines Toten also, der unter den Lebenden auftaucht, verbunden mit dem des Vampirs; v.a. aber thematisiert der große Weimarer die Scheinheiligkeit eines Christentums, das sich so fromm vorkommt und in dieser Bigotterie tragisches Elend verursacht. Noch heute praktiziert die Katholische Kirche tagtäglich diese Scheinheiligkeit, indem sie Menschen per Sakrament und im Namen Gottes traut, wohl wissend, dass die Realität beweist, dass viele von ihnen nicht von Gott zusammengefügt sind. Das hindert sie nicht, diese Scheinheiligkeit noch zu steigern, indem sie sich als Wächterin christlicher Moral aufspielt und eine zweite Ehe verbietet, wobei sie es doch selbst war, die Gottes Segen zu jener ersten Ehe gab, die in so vielen Fällen diesen tunlichst nicht hätte beanspruchen sollen. Wer wesentlich mehr Ahnung von Kindesmissbrauch als von der Realität einer Ehe hat, sollte sich endlich nicht mehr als moralische Instanz aufspielen. – Der Verfall der Ehe als bürgerlicher Institution hängt wesentlich mit der Bigotterie der Katholischen Kirche zusammen.

Goethes bemerkenswerte Ballade ist an zahlreichen Stellen nicht auf Anhieb zu verstehen, deshalb schicke ich den Strophen erläuternde Bemerkungen voraus oder füge sie an. Die Ballade zur Gänze gibt es hier, wer sie vorab unkommentiert lesen möchte – oder nach dem Folgenden noch einmal.

Zum Inhalt: Zwei Väter, der eine mit seiner Familie in Athen, der andere in Korinth lebend, hatten schon in frühem Alter ihre Kinder füreinander bestimmt. Doch als es so weit war, war die  Familie des Mädchens zum christlichen Glauben übergetreten, während der Junge noch ein sogenannter Heide war. In den letzten Zeilen der zweiten Strophe lässt der Dichter den Jungen ahnen, dass der neue, der christliche Glaube die geplante Liebe nunmehr wie böses und heidnisches Unkraut ansehen könnte. Die Ballade beginnt mit dem Eintreffen des Jünglings in Korinth:

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Die Braut von Korinth

Nach Korinthus von Athen gezogen
Kam ein Jüngling, dort noch unbekannt.
Einen Bürger hofft‘ er sich gewogen;
Beide Väter waren gastverwandt,
Hatten frühe schon
Töchterchen und Sohn
Braut und Bräutigam voraus genannt.

Goethe hat von der Form her diese Ballade meisterlich gestaltet. Die sieben Verse jeder Strophe zeitigen per se einen ungewöhnlichen Rhythmus, vor allem  dadurch, dass sich ein fünfhebiger Trochäus in den Versen 1 – 4 findet, verbunden durch die Reimform ab ab, dann folgen zwei Zeilen mit drei Hebungen, ebenfalls trochäisch, allerdings nun nicht kreuz-, sondern paargereimt, wonach jede Strophe wieder fünfhebig abgeschlossen wird durch die Wiederaufnahme des b-Reimes (bekannt – verwandt – genannt). Die staccatohaften Zeilen 5 und 6 bewirken ein notwendig bewusstes Unterbrechen des Leserhythmus und heben dadurch natürlich auch ihren Inhalt besonders hervor; die Strophen klingen mit Vers 7 aus, indem sie mit dessen Inhalt die Spannung auf Zukünftiges erhöhen.

Aber wird er auch willkommen scheinen,
Wenn er teuer nicht die Gunst erkauft?
Er ist noch ein Heide mit den Seinen,
Und sie sind schon Christen und getauft.
Keimt ein Glaube neu,
Wird oft Lieb‘ und Treu‘
Wie ein böses Unkraut ausgerauft.

Zu nachtschlafener Zeit kommt der Bräutigam an und wird von der Mutter in ein Prunkgemach – vielleicht das früher einmal als Brautgemach gedachte Zimmer – gebracht. Offensichtlich ist die Mutter weit davon entfernt, ihm sagen zu wollen, dass seine Braut nicht mehr lebe, erst recht nicht, dass sie selbst maßgeblichen Anteil an deren Tod hat.

Und schon lag das ganze Haus im Stillen,
Vater, Töchter; nur die Mutter wacht;
Sie empfängt den Gast mit bestem Willen,
Gleich ins Prunkgemach wird er gebracht.
Wein und Essen prangt,
Eh‘ er es verlangt:
So versorgend wünscht sie gute Nacht.

Aber bei dem wohlbestellten Essen
Wird die Lust der Speise nicht erregt;
Müdigkeit läßt Speis und Trank vergessen,
Daß er angekleidet sich aufs Bette legt;
Und er schlummert fast,
Als ein seltner Gast
Sich zur offnen Tür herein bewegt.

So kann er auch nicht im Geringsten ahnen, wer da sein Zimmer betritt; es ist kein lebendes Wesen, sondern eine Tote, seine aufgrund großen Kummers verstorbene Braut.

Denn er sieht, bei seiner Lampe Schimmer
Tritt, mit weißem Schleier und Gewand,
Sittsam still ein Mädchen in das Zimmer,
Um die Stirn ein schwarz und goldnes Band.
Wie sie ihn erblickt,
Hebt sie, die erschrickt,
Mit Erstaunen eine weiße Hand.

Offensichtlich besucht sie immer wieder dieses Zimmer, nicht ahnend, dass sie dieses Mal auf einen Gast treffen werde, noch dazu ihren Bräutigam, wegen dessen durch die Mutter aus religiösen Gründen erzwungenem Verlust sie sich zu Tode grämte. – Klause, eine Wortwahl, die sicherlich dem Reim geschuldet ist, bezieht sich wohl metaphorisch auf ihren Sarg.

„Bin ich“, rief sie aus, „so fremd im Hause,
Daß ich von dem Gaste nichts vernahm?
Ach, so hält man mich in meiner Klause!
Und nun überfällt mich hier die Scham.
Ruhe nur so fort
Auf dem Lager dort,
Und ich gehe schnell, so wie ich kam.“

In Zeile 5 und 6 wandte sich die Tote direkt an den vermeintlich schlafenden Gast.

„Bleibe, schönes Mädchen!“ ruft der Knabe,
Rafft von seinem Lager sich geschwind:
„Hier ist Ceres‘, hier ist Bacchus‘ Gabe;
Und du bringst den Amor, liebes Kind!
Bist vor Schrecken blaß!
Liebe, komm und laß,
Laß uns sehn, wie froh die Götter sind.“

Offensichtlich hat der Jüngling noch nicht schlafen können. Was ganz besonders  natürlich auffällt, sind die sogenannten heidnischen Götter – heidnisch, für mich übrigens ein ganz und gar unsinniges Wort -, auf die sich der Jüngling als Nicht-Christ bezieht: die römische Ceres ist die Göttin der Ähre und der Ehe und Bacchus entspricht dem griechischen Dionysos, dessen eine Seite sich in einer ganz und gar sinnenfreudigen Sexualität darstellt.

„Ferne bleib‘, o Jüngling! bleibe stehen;
Ich gehöre nicht den Freuden an.
Schon der letzte Schritt ist, ach! geschehen
Durch der guten Mutter kranken Wahn,
Die genesend schwur:
‚Jugend und Natur
Sei dem Himmel künftig untertan.‘

Das Mächen verweist im dritten Vers darauf, dass sie bereits gestorben sei – offensichtlich ist es ihr nicht so ohne weiteres anzusehen – und die wenigen folgenden Zeilen vermitteln auf engstem Raum, dass seine Mutter wohl sehr krank gewesen sein muss und anlässlich ihrer Genesung schwur, ihre Kinder höchst christlich-religlös zu erziehen, was zur Folge hatte, dass die heidnischen Götter flugs das Haus zu verlassen hatten:

„Und der alten Götter bunt Gewimmel
Hat sogleich das stille Haus geleert.
Unsichtbar wird einer nur im Himmel,
Und ein Heiland wird am Kreuz verehrt;
Opfer fallen hier,
Weder Lamm noch Stier,
Aber Menschenopfer unerhört.“

Es gehört zur traurigen Realität der Toten, dass mit dem unerhörten Opfer nicht Jesu Tod, sondern der ihre gemeint ist, den sie, auf Liebe verzichten sollend, gramvoll starb.

Und er fragt und wäget alle Worte,
Deren keines seinem Geist entgeht:
Ist es möglich, daß am stillen Orte
Die geliebte Braut hier vor mir steht?
„Sei die Meine nur!
Unsrer Väter Schwur
Hat vom Himmel Segen uns erfleht.“

„Du gute Seele“: Unglaublich persönlich, wie im Folgenden das Mädchen seinen einstmaligen Bräutigam anspricht und bemerkenswert, wie es selbst von sich distanziert spricht: „Die an dich nur denkt / Die sich liebend kränkt“ – in diesen Worten kommt ihr tiefer Schmerz zum Ausdruck. – Auf lyrisch-gedrängtem Raum dies so zu gestalten, zeigt das große Können Goethes:

„Mich erhältst du nicht, du gute Seele!
Meiner zweiten Schwester gönnt man dich.
Wenn ich mich in stiller Klause quäle,
Ach! in ihren Armen denk an mich,
Die an dich nur denkt,
Die sich liebend kränkt;
In die Erde bald verbirgt sie sich.“

Damit aber ist der Bräutigam gar nicht einverstanden:

„Nein! bei dieser Flamme sei’s geschworen,
Gütig zeigt sie Hymen uns voraus;
Bist der Freude nicht und mir verloren,
Kommst mit mir in meines Vaters Haus.
Liebchen, bleibe hier,
Feire gleich mit mir
Unerwartet unsern Hochzeitschmaus!

Hymen ist der griechische Gott der Hochzeit. Offensichtlich ist, dass die Liebe des Jünglings so groß, so entbrannt ist, dass er nicht erkennt, eine Tote vor sich zu haben; man möchte fast glauben, seine große Liebe habe sie lebendig werden lassen.

Und schon wechseln sie der Treue Zeichen;
Golden reicht sie ihm die Kette dar,
Und er will ihr eine Schale reichen,
Silbern, künstlich, wie nicht eine war.
„Die ist nicht für mich;
Doch, ich bitte dich,
Eine Locke gib von deinem Haar!“

Eben schlug die dumpfe Geisterstunde,
Und nun schien es ihr erst wohl zu sein.
Gierig schlürfte sie mit blassem Munde
Nun den dunkel blutgefärbten Wein;
Doch vom Weizenbrot,
Das er freundlich bot,
Nahm sie nicht den kleinsten Bissen ein.

Noch ist es nicht sein Blut, das sie trinkt, aber der dunkel blutgefärbte Wein deutet bereits Vampirisches an.

Und dem Jüngling reichte sie die Schale,
Der, wie sie, nun hastig lüstern trank.
Liebe fordert er beim stillen Mahle;
Ach, sein armes Herz war liebekrank.
Doch sie widersteht,
Wie er immer fleht,
Bis er weinend auf das Bette sank.

Und sie kommt und wirft sich zu ihm nieder:
„Ach, wie ungern seh‘ ich dich gequält!
Aber, ach! berührst du meine Glieder,
Fühlst du schaudernd, was ich dir verhehlt.
Wie der Schnee so weiß,
Aber kalt wie Eis,
Ist das Liebchen, das du dir erwählt.“

Die tote Braut verhehlt ihm keineswegs die Weise ihres Seins.

Heftig faßt er sie mit starken Armen,
Von der Liebe Jugendkraft durchmannt:
„Hoffe doch, bei mir noch zu erwarmen,
Wärst du selbst mir aus dem Grab gesandt!
Wechselhauch und Kuß!
Liebesüberfluß!
Brennst du nicht und fühlest mich entbrannt?“

Liebe überwindet den Tod. So möchte man glauben, und es will scheinen, als ob der Jüngling in seiner großen Liebe glaubt, den Tod überwinden zu können.

Liebe schließet fester sie zusammen,
Tränen mischen sich in ihre Lust;
Gierig saugt sie seines Mundes Flammen,
Eins ist nur im andern sich bewußt.
Seine Liebeswut
Wärmt ihr starres Blut,
Doch es schlagt kein Herz in ihrer Brust.

Man mag als Leser den letzten Vers kaum glauben, doch einige Strophen später wird deutlich, dass sie sich von seines Herzens Blut nährt und sich durchaus bewusst ist, dass sie ihm sein Leben raubt. Deutlich wird, warum sie, wissend, ihm den Tod zu bringen, ihn zunächst (in Strophe 6) von sich weisen wollte, dass aber doch seine und ihre Liebe sie übermannten.

Unterdessen schleichet auf dem Gange
Häuslich spät die Mutter noch vorbei,
Horchet an der Tür und horchet lange,
Welch ein sonderbarer Ton es sei:
Klag- und Wonnelaut
Bräutigams und Braut
Und des Liebestammelns Raserei.

Unbeweglich bleibt sie an der Türe,
Weil sie erst sich überzeugen muß,
Und sie hört die höchsten Liebesschwüre,
Lieb‘ und Schmeichelworte, mit Verdruß:
„Still! der Hahn erwacht!“ –
„Aber morgen Nacht
Bist du wieder da?“ Und Kuß auf Kuß.

Länger hält die Mutter nicht das Zürnen,
Öffnet das bekannte Schloß geschwind:
„Gibt es hier im Hause solche Dirnen,
Die dem Fremden gleich zu Willen sind?“
So zur Tür hinein.
Bei der Lampe Schein
Sieht sie – Gott! sie sieht ihr eigen Kind.

Und der Jüngling will im ersten Schrecken
Mit des Mädchens eignem Schleierflor,
Mit dem Teppich die Geliebte decken;
Doch sie windet gleich sich selbst hervor.
Wie mit Geists Gewalt
Hebet die Gestalt
Lang und langsam sich im Bett‘ empor

Sehr oft haben Balladen erzählerische Momente, aber eben immer wieder auch dramatische, höchst dramatische. In der Gestalt, wie sie sich schattengleich hoch und höher erhebt, vermischen sich beide Ebenen. Immer wieder zeigen sich zudem formale Elemente, die, für den Leser unbewusst, die Inhalte verstärken, seien es Vokalismen, wie die durchdringenden I-Laute am Ende der vorvorausgehenden Strophe, verbunden mit S-Alliterationen und Wortwiederholungen, fast nur seelisch hörbare Ausrufe („Gott“), weitere Alliterationen wie Geists Gewalt, Assonanzen wie im Folgenden hohle Worte oder eine eindrückliche Duplicatio wie Mutter, Mutter. Auch wenn dies alles dem Leser nicht bewusst sein mag, diese aus der griechischen Rhetorik stammenden Mittel beeinflussen unsere schon durch das vor uns sich ausbreitende Leid oft weit geöffnete Seele.

„Mutter! Mutter!“ spricht sie hohle Worte:
„So mißgönnt Ihr mir die schöne Nacht!
Ihr vertreibt mich von dem warmen Orte.
Bin ich zur Verzweiflung nur erwacht?
Ist’s Euch nicht genug,
Daß ins Leichentuch,
Daß Ihr früh mich in das Grab gebracht?

Hier spricht die Tochter an, worauf ihr früher Tod zurückzuführen ist, es deutet sich auch ganz entfernt, aber hörbar  an, dass nicht nur eine augenblickliche Missgunst Ursache gewesen sein könnte. Die summenden Gesänge der Priester lassen deren Religiosität und überhaupt christliche Religiosität unüberhörbar dissonant und falsch erscheinen und die Wortwahl des Mädchens mag deutlich machen, wie übergroß noch jetzt sein großes Leid sein muss, da es doch schon einige Zeit tot ist. Tot ist nicht tot.

„Aber aus der schwerbedeckten Enge
Treibet mich ein eigenes Gericht.
Eurer Priester summende Gesänge
Und ihr Segen haben kein Gewicht;
Salz und Wasser kühlt
Nicht, wo Jugend fühlt;
Ach! die Erde kühlt die Liebe nicht.

„Dieser Jüngling war mir erst versprochen,
Als noch Venus‘ heitrer Tempel stand.
Mutter, habt Ihr doch das Wort gebrochen,
Weil ein fremd, ein falsch Gelübd‘ Euch band!
Doch kein Gott erhört,
Wenn die Mutter schwört,
Zu versagen ihrer Tochter Hand.

So klipp und klar wird: Kein Gott, nicht einmal der christliche, gibt sich dafür her, Ja zu sagen, wenn eine Mutter auf Kosten ihrer Tochter ein Gelübde abgibt. Nicht von ungefähr bezieht sich die Tochter auf eine heidnische Göttin, Venus, die Göttin der Liebe. Deutlich wird hier, warum ziemlich viele Kleriker und dogmatische Christen aus Weimar und deutschlandweit not amused sein konnten. Wer um Goethes Religiosität weiß, um seine tiefe rosenkreuzerische Haltung dem Kreuz und Christus gegenüber, wie es zum Beispiel sich in den Geheimnissen, in den tief-katholischen Schluss-Szenen des Faust II oder in der Marienbader Elegie offenbart, weiß, dass der große Weimarer nicht das Christentum als Bewusstseinsstufe anklagt, sondern eine bigott gestaltete Konfession, die noch heute Menschen teuflich schikaniert, wie ich es eingangs ansprach.

„Aus dem Grabe werd‘ ich ausgetrieben,
Noch zu suchen das vermißte Gut,
Noch den schon verlornen Mann zu lieben
Und zu saugen seines Herzens Blut.
Ist’s um den gescheh’n,
Muß nach andern geh’n,
Und das junge Volk erliegt der Wut. –

Mit ihrem bigotten Vorgehen wird die Mutter mitschuldig am Tod des Bräutigams. Ob sie der toten Tochter den letzten Wunsch erfüllt, im Tode mit ihrem Bräutigam eins sein zu dürfen, darf bezweifelt werden. Ganz unzweifelhaft ist, dass die Tochter mit ihren letzten Worten zum Ärger aller Möchtegern-Klerikalen bekundet, mehr Vertrauen in die alten Götter zu haben als in jenen Gott ihrer Mutter, mit dem sie ihr Leid in Zusammenhang bringt, was dem wahren christlichen Gott gegenüber nicht angemessen, aber nachvollziehbar ist. Angesichts des vielen Leides, das Menschen im Namen des Einen Gottes ihren Mitmenschen gebracht haben, werden das viele, viele verstehen können. Ob der Schluss allerdings einer versammelten klerikalen Bigotterie zu denken gibt: man muss es leider bezweifeln und ein bitterer Geschmack bleibt, wenn die letzten Worte verhallen, weil sie für beide, wenn es dabei bliebe, keine Lösung und Erlösung bedeuteten. – Und wer wollte dem Mädchen diese nicht wünschen, desgleichen dem Bräutigam!

„Schöner Jüngling! kannst nicht länger leben;
Du versiechest nun an diesem Ort.
Meine Kette hab‘ ich dir gegeben;
Deine Locke nehm‘ ich mit mir fort.
Sieh sie an genau!
Morgen bist du grau,
Und nur braun erscheinst du wieder dort. –

„Höre, Mutter, nun die letzte Bitte:
Einen Scheiterhaufen schichte du;
Öffne meine bange kleine Hütte,
Bring in Flammen Liebende zur Ruh‘!
Wenn der Funke sprüht,
Wenn die Asche glüht,
Eilen wir den alten Göttern zu.“

 

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