„Halt an, wo läufst du hin, die Hölle ist in dir“ (frei nach Angelus Silesius) > für ein Weltkulturerbe Mariupol

Wir Menschen schmücken uns ja gern mit Dingen, die beweisen, was für eine tolle Spezies wir sind. 

Das alles präsentiert sich in der von der UNESCO geführten Liste des Welterbes der Menschheit, insbesondere den 897 Stätten des Weltkulturerbes.

Wie großartig ist doch die Chinesische Mauer!
Wie toll ist doch das historische Zentrum Roms!
Und erst der weihrauchgeschwängerte Vatikan …

Ja, das haben Mitglieder unserer Spezies geschaffen.
Aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Zur ganzen gehört, dass wir als Menschheit eine ganz dunkle, um nicht zu sagen schwarze Kultur haben, die der bewussten Zerstörung.

Und ich finde, der Ehrlichkeit halber sollten wir allen so hehren und lichtvollen Weltkulturerben jeweils eines gegenüberstellen, das dazu beiträgt, den ganzen Menschen, die ganze Wirklichkeit zu zeigen:

  • Chinesische Mauer versus Hiroshima
  • Venedig und seine Lagune versus Mariupol
  • Alte Brücke und Altstadt von Mostar versus Ausschwitz
  • Heiligtum Bom Jesus do Congonhas versus Massaker von Srebrenica
  • Aachener Dom versus Warschauer Gettho
  • Akropolis von Athen versus zerbombtes Aleppo
  • Archäologische Stätte von Olympia versus Nagasaki
  • Die neun persischen Gärten Irans versus Tschernobyl
  • Historisches Zentrum von Prag versus zerbombtes Grosny
  • Sophienkathedrale von Kiew versus Napalmbomben auf Vietnam
  • Historische Stätte Machu Picchu versus Gräueltaten gegen die Rohingya in Myanmar
  • und und und …

„Halt an, wo laufst du hin, der Himmel ist in dir“, dichtete Angelus Silesius.

Heute gilt mehr denn je:
Halt an, wo laufst du hin, die Hölle ist in dir …

Wenn wir uns nur im Himmel suhlen, um die Hölle nicht zu sehen, wird die Hölle siegen …

Ist möglicherweise ein Bild von 7 Personen, außen und Text „thueringer-allegemeine.de“
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4 Antworten zu „Halt an, wo läufst du hin, die Hölle ist in dir“ (frei nach Angelus Silesius) > für ein Weltkulturerbe Mariupol

  1. Thomas schreibt:

    Verstörende vs. erhebende Bilder … kein Kunstwerk dieser Welt schafft das Übel ab, was Menschen gleichzeitig in die Welt tragen. Ohne die von Ihnen aufgeführten Gegensätze wäre die Welt unvollständig, vielleicht würde sie dann auch gar nicht bestehen. Dennoch: Ich trage den Himmel in mir und die Hölle, nur da wo Licht in die Finsternis scheint erfasst sie es nicht (mehr). Ein e helfende Hand vs. eine Bombe, ein stilles Gebet vs. ein rollender Panzer, ein friedvoller Gedanke vs. eine Kriegsstrategie. Wir tragen beides in uns, aber wir haben die Macht, uns von der Finsternis nicht in die Hölle ziehen zu lassen. Und es ist unsere Verantwortung, aus diesem unserem Leben das für die Menschheit bestmögliche in die Welt zu schöpfen. Ein verzagtes Herz mag nicht zu geben. Darum müssen wir hier diese erschütternden Bilder aushalten und trotzdem Licht sein für unsere Umgebung.

    • Mit Sicherheit würde unsere Welt ohne diese Gegensätze nicht bestehen.
      Mein Beitrag wendet sich vor allem an die, welche die Wirklichkeit ausblenden.
      Es fällt nicht leicht, ja zu sagen zu der Wirklichkeit, die wir erleben. Aber sie ist eben ein Spiegel unseres Inneren. Wir haben all das auch in uns. Wenn es uns gelingt, all das in bewusster Liebe anzunehmen, dann können wir diese Wirklichkeit transzendieren. Ein verzagtes Herz ist da gewiss kontraproduktiv, das sehe ich auch so.
      Es fällt schwer, ja zu sagen zu dem Tal der Tränen, durch das so viele Menschen zur Zeit wieder gehen müssen. Und es gibt ja in Wahrheit über ein Dutzend Kriege momentan auf der Welt. Aber es ist die Realität und sie wird noch schlimmer kommen im Krieg aller gegen alle, von dem der Evangelist Matthäus schreibt.
      Für all das brauchen wir Löwenmut und mir fällt dazu immer mal wieder das Bild der vier Männer im Feuerofen ein, über das der Prophet Daniel geschrieben hat. Solch ein Bild gibt Kraft und Mut.

  2. Gisela Benseler schreibt:

    Die Bilder bleiben bei mir schwarz.

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