„Jedwedes lichtgeborne Wort / Wirkt durch das Dunkel fort und fort.“ – Apropos *corona*

Die oben zitierten zwei Verse sind bekannt als „Leitspruch“ und verfasst von einem Mann, dem die Nazidiktatur das Herz gebrochen hat. Ohnehin herzleidend und 1933 aus dem Amt des Sekretärs der Preußischen Akademie entfernt, unterschrieb Oskar Loerke auf Wunsch Samuel Fischers, der um die Existenz seines Verlags Sorge trug, das sogenannte „Treuegelöbnis vor dem Führer“. Das getan zu haben, verwand dieser Dichter, der leider in Vergessenheit geraten ist, im Übrigen aber hochspirituell war [ich denke an seine Atlantis-Gedichte; https://bit.ly/38QZcoz] im Grunde nie und schämte sich zutiefst. Seine Freunde bat er in seinem Testament, jeder Behauptung entgegenzutreten, er sei an einer Krankheit und nicht an den politischen Zuständen gestorben. In einer testamentarischen Verfügung verwies er darauf, dass die „feindlichen Handlungen“ der Machthaber seinen baldigen Tod herbeiführen würden. Am 24. Februar 1941 starb Oskar Loerke im Alter von 56 Jahren in Berlin und hielt seine Poetik des lichtvollen Wortes zwei Monate vor seinem Tod, im Dezember 1940 in diesen vier Versen fest:

Jedwedes blutgefügte Reich
Sinkt ein, dem Maulwurfshügel gleich.
Jedwedes lichtgeborne Wort
Wirkt durch das Dunkel fort und fort.

Nur die letzten Verse des berühmten Novalis-Gedichtes (Dann fliegt von Einem geheimen Wort / Das ganze verkehrte Wesen fort.) vermögen so eindringlich uns nahezulegen, wie bedeutsam für unser Leben das Wort ist, dessen größte Gefährdung, wie wir aus dem „Faust“ wissen, darin besteht, dass aus seinen Buchstaben der Geist vertrieben wird. Das aber genau geschieht, wenn dieses bedeutsame Wort *C*o*r*o*n*a*, griechisch stephanos – Στέφανος, für einen Virus in Beschlag genommen wird. – Dazu später mehr.

Mir ist vor kurzer Zeit ein Text begegnet, der  meinen Blick auf diesen Virus wesentlich beeinflusst hat und das, obwohl er schon 106 Jahre alt ist, was man daran merkt, dass von Bazillen die Rede ist, weil man die sogenannten Viren damals noch nicht entdeckt hatte; seiner Aktualität aber tut das keinen Abbruch:

In unserer Zeit gibt es bekanntlich eine Furcht, die sich ganz sinngemäß vergleichen läßt mit der mittelalterlichen Furcht vor Gespenstern. Das ist die heutige Furcht vor den Bazillen. Die beiden Furchtzustände sind sachlich ganz dasselbe. Sie sind auch insofern ganz dasselbe, als ein jedes der beiden Zeitalter, das Mittelalter und die Neuzeit sich so verhalten, wie es sich für sie schickt. Das Mittelalter hat einen gewissen Glauben an die geistige Welt; es fürchtet sich selbstverständlich dann vor geistigen Wesenheiten. Die neuere Zeit hat diesen Glauben an die geistige Welt verloren, sie glaubt an das Materielle, sie fürchtet sich also vor materiellen Wesenheiten, wenn diese auch noch so klein sind. Ein Unterschied könnte, nicht wahr, sachlich höchstens darin gefunden werden, daß die Gespenster doch wenigstens gewissermaßen anständige Wesen sind gegenüber den kleinwinzigen Bazillen, die keineswegs eigentlich, ich möchte sagen, wirklich Staat machen können mit ihrem Wesen, so daß man sich wirklich so ernsthaftig fürchten könnte vor ihnen wie vor einem anständigen Gespenst. (…) Für diejenigen, die an die geistige Welt wirklich glauben konnten, ist nicht einmal in bezug auf Realität ein Unterschied in dieser Beziehung.
Nun handelt es sich darum, und das ist das Wesentliche, was heute hervorgehoben werden soll, daß Bazillen nur dann gefährlich werden können, wenn sie gepflegt werden. Pflegen soll man die Bazillen nicht. Gewiß, da werden uns auch die Materialisten recht geben, wenn wir die Forderung aufstellen, Bazillen soll man nicht pflegen. Aber wenn wir weitergehen und vom Standpunkt einer richtigen Geisteswissenschaft davon sprechen, wodurch sie am meisten gepflegt werden, dann werden sie nicht mehr mitgehen, die Materialisten. Bazillen werden am intensivsten gepflegt, wenn der Mensch in den Schlafzustand hineinnimmt nichts anderes als materialistische Gesinnung. Es gibt kein besseres Mittel für diese Pflege, als mit nur materialistischen Vorstellungen in den Schlaf hineinzugehen und von da, von der geistigen Welt, von seinem Ich und Astralleib aus zurückzuwirken auf die Organe des physischen Leibes, die nicht Blut und Nervensystem sind. Es gibt kein besseres Mittel, Bazillen zu hegen, als mit nur materialistischer Gesinnung zu schlafen. Das heißt, es gibt noch wenigstens ein Mittel, das ebensogut ist wie dieses. Das ist, in einem Herd von epidemischen oder endemischen Krankheiten zu leben und nichts anderes aufzunehmen als die Krankheitsbilder um sich herum, indem man einzig und allein angefüllt ist mit der Empfindung der Furcht vor dieser Krankheit. Das ist allerdings ebensogut. Wenn man nichts anderes vorbringen kann vor sich selber als Furcht vor den Krankheiten, die sich rundherum abspielen in einem epidemischen Krankheitsherd und mit dem Gedanken der Furcht hineinschläft in die Nacht, so erzeugen sich in der Seele die unbewußten Nachbilder, Imaginationen, die durchsetzt sind von Furcht. Und das ist ein gutes Mittel, um Bazillen zu hegen und zu pflegen. Kann man nur ein wenig mildern diese Furcht durch werktätige Liebe zum Beispiel, wo man unter den Verrichtungen der Pflege für die Kranken etwas vergessen kann, daß man auch angesteckt werden könnte, so mildert man auch durchaus die Pflegekräfte für die Bazillen. {. . .} Es gibt kein besseres Mittel, Bazillen zu hegen, als mit nur materialistischer Gesinnung zu schlafen. Das heißt, es gibt noch wenigstens ein Mittel, das ebensogut ist wie dieses. Das ist, in einem Herd von epidemischen oder endemischen Krankheiten zu leben und nichts anderes aufzunehmen als die Krankheitsbilder um sich herum, indem man einzig und allein angefüllt ist mit der Empfindung der Furcht vor dieser Krankheit. Das ist allerdings ebensogut. Wenn man nichts anderes vorbringen kann vor sich selber als Furcht vor den Krankheiten, die sich rundherum abspielen in einem epidemischen Krankheitsherd und mit dem Gedanken der Furcht hineinschläft in die Nacht, so erzeugen sich in der Seele die unbewußten Nachbilder, Imaginationen, die durchsetzt sind von Furcht. Und das ist ein gutes Mittel, um Bazillen zu hegen und zu pflegen.
Kann man nur ein wenig mildern diese Furcht durch werktätige Liebe zum Beispiel, wo man unter den Verrichtungen der Pflege für die Kranken etwas vergessen kann, daß man auch angesteckt werden könnte, so mildert man auch durchaus die Pflegekräfte für die Bazillen. {. . .} {. . .} wahrhaftig mehr als durch alle Mittel, die jetzt von der materialistischen Wissenschaft vorgebracht werden gegen all das, was Bazillen heißt, wahrhaftig mehr, unsäglich reicher für die Menschheitszukunft könnte man wirken, wenn man den Menschen Vorstellungen überlieferte, durch die sie vom Materialismus weggebracht werden und zu werktätiger Liebe vom Geiste aus angespornt werden könnten. Immer mehr und mehr muß sich im Laufe dieses Jahrhunderts die Erkenntnis verbreiten, wie die geistige Welt auch für unser physisches Leben absolut nicht
gleichgültig ist.

Gewiss ist das eine Sicht, die sich nicht jeder zu eigen machen wird und geäußert hat sie Rudolf Steiner im Rahmen eines Vortrags 1914 in Basel [zu finden in der GA 154 – mittels pdf bzw. pdf(2)]; für mich fühlt sie sich absolut zutreffend an. Wir werden im Moment Zeuge eines Schauspiels, dass uns vor Augen führt, wie wenig frei Menschen sind. Selten demonstriert ein winziges Wesen, das unseren physischen Augen sich entzieht, so sehr, wie wenig frei wir Menschen in Wirklichkeit sind. Sicherlich lautet im Moment jedes hundertste gesprochene Wort weltweit Corona. Nicht wir bestimmen, was in uns und mit uns geschieht, sondern ein Virus. Gewiss könnten wir Menschen zu normalen Zeiten auch bestimmen, was uns zu bewegen sich lohnt. Da aber finden Menschen keinen Konsens und die meisten auch kein wirkliches Ziel. Für die einen ist ein Scheinziel der Fußball, für den anderen das Essen, die Abendgestaltung oder der nächste Groß-Einkauf. Selten, dass den Menschen Geistiges ein Anliegen ist.

Schlagartig aber sind wir nun gezwungen, uns auf etwas einzulassen, was uns aufoktroyiert worden ist – von wem auch immer (mal ganz abgesehen von dem Video am Schluss, das total aufschlussreich ist). Niemand stellt die Frage, wer hinter dem Virus stecken könnte, es sei denn, jemand schwadroniert in Verschörungstheorien. Wenn man den Gedankengängen eines Steiner folgt, dann hängt das Geschehen zusammen mit der Tatsache, dass den Menschen vor allem Materialistisches ihren Sinn zunebelt und sie anfällig macht für Infektionen, die sich auf einmal körperlich outen, in Wirklichkeit aber schon lange auf der seelischen Ebene da sind. Möglicherweise, wenn man Steiner Glauben schenken mag, hätten Bazillen/Viren keine Angriffspunkte, wenn die Seele geistig – wenn man so sagen möchte – geimpft wäre. Nun wird sie es irgendwann auf der körperlichen Ebene sein mit dem Effekt, dass das, was sie wirklich freimachen könnte, eine Beschäftigung mit Geistigem nämlich, weiter zurückgedrängt wird – insbesondere, wenn es einen physisch-materiellen Impfstoff gibt.

Doch gilt dieses eingeschränkte Bewusstsein meines Erachtens nicht für alle Menschen. Diese weltweite Infektion könnte bei einigen eine Art Schwellenerlebnis sein, das sie bewusst zu einer höheren Stufe ihres Seins führt. Ich bin da weit weniger pessimistisch als viele, die dem Virus all ihr Denken opfern.

Mich haben diese Gedanken – auch auf dem Hintergrund der Verse Loerkes, die mir in den Sinn gekommen waren – dazu veranlasst, mir über das aus dem Lateinischen kommende Wort Corona, zu Deutsch Krone, griechisch stéphanos, Gedanken zu machen, weil mir irgendwann durch den Kopf ging: Wie kann ein Virus ein solch bemerkenswertes und im Grunde schönes Wort bekommen und regelrecht besetzen. Klar hängt es mit seiner äußeren Gestalt zusammen, wie wir wissen; er sieht mit viel Phantasie aus wie eine Krone. Hinter diesem Bild aber steckt viel mehr eben auch die ruinöse Kraft dieses Virus, die Schönes und Gesundes besetzt und für sich vereinnahmt, so wie dieser Virus auf eine unglaublich intensive Weise die Gedanken der Menschheit vereinnahmt.

Jener Rudolf Steiner sagt im Bezug auf die Bedeutung eines Wortes und der Buchstaben, wenn sie nicht, wie das Mephistopheles im Faust erfolgreich tut, von Geist entleert sind, sondern diesen behalten und den Menschen über den Sinn seines Seins übermitteln, etwas sehr Bemerkenswertes:

Das Alpha α (hebräisch Aleph א) ist immer der Mensch. [Die Griechen] stellten sich etwas Menschenähnliches vor. Und bei Beta β (hebräisch Beth ב), da stellten sie sich etwas vor, was um den Menschen herum ist. Und nun reden wir vom Alphabet – das heißt aber für den Griechen: «der Mensch in seinem Haus», oder auch: «der Mensch in seinem Körper», in seiner Umhüllung. [1] Alpha ist eigentlich, wenn man es annähernd mit einem heutigen Worte ausdrücken will, «der sein Atmen Empfindende». In dieser Benennung liegt direkt die Hindeutung auf das Wort des Alten Testamentes: der Erdenmensch wurde dadurch geschaffen, daß ihm der lebendige Odem eingehaucht wurde. So könnte man das ganze Alphabet durchgehen und würde einen Begriff, einen Sinn, eine Wahrheit über den Menschen aussprechen, indem man einfach die Benennungen für das Alphabet hintereinander sagt. Wenn heute in allerlei Gesellschaften gesprochen wird von dem verlorengegangenen Urwort, so ist das eben das, was in einem solchen, das Alphabet in seinen Benennungen umfassenden Satze liegt. [2] 

Nur die letzten Verse des berühmten Novalis-Gedichtes (Dann fliegt von Einem geheimen Wort / Das ganze verkehrte Wesen fort.) vermögen so eindringlich uns nahezulegen, wie bedeutsam für unser Leben das Wort ist, dessen größte Gefährdung, wie wir, wie angesprochen, aus dem Faust wissen, darin besteht, dass aus seinen Buchstaben der Geist vertrieben wird. Das aber genau geschieht, wenn dieses bedeutsame Wort *C*o*r*o*n*a*, griechisch Στέφανος, für einen Virus in Beschlag genommen wird. Und wie sehr seine Bedeutung pervertiert wird, vermittelt uns, was Rudolf Steiner, über die Bedeutung der Buchstaben sagt:
Ausgerechnet gleich der erste Buchstabe des Wortes *C*o*r*o*n*a*, das „C“ also, ist seiner Auffassung zufolge „in dem Urworte der Regent für die Gesundheit“ und der tiefe Sinn des in diesem Wort so bedeutungsvollen „O“ besteht darin, dass der Mensch sich nicht nur selbst empfindet, sondern von sich aus ausgehend ein anderes Wesen empfindet, das er liebend umfassen will. – Genau aber das unterbindet der Virus.
Das „R“ dagegen ist aus der Sicht Steiners [hier alles ausführlicher] das Drehende, das der ganzheitlichen Form von Corona, von Krone, von Kranz entspricht.
Es folgt wieder ein „O“, in unserem Leben also eine Manifestation gelebter Liebe, und dann als Gegenbewegung ein „N“, das in dem Grundgehalt seiner Aussage den Charakter des Infragestellens aufweist, doch abschließend in dem „A“ auf eine sich verwundernde Grundhaltung trifft, die selbst entscheiden mag und muss, welche Bedeutung der Mensch jener Krone, die Sinn und Ziel seiner Erdenreisen ist und von der schon der  Prophet Jeremia (Kap. 13, V.18) wusste, dass deren Verlust Licht in Dunkel verkehrt, gibt.
Dem biblischen Briefeschreiber Jakobus, möglicherweise der Bruder Jesu, ist bewusst: „Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone [stephanos] des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.“ Und der Apokalyptiker übermittelt der Gemeinde in Ephesus im Rahmen des zweiten Sendschreibens den großen Lohn, der dem Überstehen der Anfechtungen folgt: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“

Es gilt, dem Virus die wahre Bedeutung der Corona, des Kranzes, der Krone entgegenhalten und dieses Wort und seinen geistigen Gehalt nicht diesem Virus preiszugeben. – Wie wir das zu leisten vermögen?
Weiter helfen u.a. obige Steiner-Aussagen, dass das wahre Mittel gegen jedwede virale oder bakterielle Infektion das geistige Wort ist, gerade auch vor dem Einschlafen.
Dass die Kirchen keine Gottesdienste mehr abhalten, mag niemanden verwundern, denn dass ein Vertrauen in das geistige Wort, das bisher nicht gelebt wurde, nun auf einmal die Kraft haben soll, einen Virus auf Distanz zu halten, das glaubt natürlich auch die Kirchenführung selbst nicht (wobei ich letztere grundsätzlich nicht in einen Topf werfe mit manchen, vielleicht sogar vielen Pfarrerinnen und Pfarrern).
Wir aber können uns täglich darin üben, der aus dunklen Geistebenen kommenden bewussten Infektion wertvoller Worte uns entgegenzustemmen, der viralen Infektion das Wissen um die Krone des Lebens entgegenzuhalten und bewusst wertvollen Worten in unserem Geist den wahren Sinn zuzuweisen – kein leichtes Unterfangen; wir tun es, wenn wir es tun, dem Logos , dem Wort, das Fleisch ward, zuliebe – und damit uns.

PS

Der folgende Beitrag hat zwar auch schwächere Passagen, ist aber insgesamt absolut bemerkenswert und er stimmt auch damit überein, dass unter den Toten in jedem Land viele sind, die handfeste Vorerkrankungen hatten und ziemlich sicher auch anlässlich einer normalen Grippe gestorben wären . . . Interessant ist ja auch die Meinung dieses Arztes, dass die Kranken in den Krankenhäusern am meisten gefährdet sind . . .

 

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8 Antworten zu „Jedwedes lichtgeborne Wort / Wirkt durch das Dunkel fort und fort.“ – Apropos *corona*

  1. hannahbuchholz schreibt:

    Ein sehr interessanter Artikel und ein hochinteressantes Video.
    Vielen Dank dafür.
    Liebe Grüße, Hannah

  2. Was für ein Mut-bringender Vers von Oskar Loerke, trotz seines gramvollen Todes…! Vielen Dank für diese Anregung. Und wie gut, dass noch mehr Menschen diese Passage von Steiner kennen!
    Liebe Grüße, Simone

  3. Gisela schreibt:

    Hallo Johannes,
    ich halte wenig von der Auffassung Rudolf Steiners, wenn er meint, dass das „O“ die gelebte Liebe symbolisiert. Ein Kreis – wie auch das „O“ – stellt das Universum dar.
    Das chemische Symbol für Sauerstoff ist ebenfalls das „O“.

    Für Menschen, die an Sauerstoffmangel auf der ganzen Welt zugrunde gehen?

    Wenn der Teufel nicht ein Bewusstseinszustand des Menschen wäre, sondern ein böser Dämon, ist er momentan dabei, der Menschheit den von Gott gegebenen Odem des Lebens zu nehmen. Der Mensch hat sich selbst diese ‚Krone‘ aufgesetzt. Es ist „Ein Fluch der bösen Tat“ (Schiller)

    Der Mensch muss lernen in Liebe auf alle Lebewesen zu strahlen, so wie die Sonne Licht und Wärme auf jedes Lebewesen strahlt. Nur so nimmt er dem Teufel die Macht. Das fängt bei Menschenschutz an und hört bei Tier- und Pflanzenschutz auf.

    Danke für Ihren Beitrag…und bleiben Sie gesund.
    Herzliche Grüße von Gisela

    • Liebe Gisela,

      Ich bin mir nicht so sicher, ob der Mensch, als das Geschehen ablief, das die Bibel mit der im Paradies aktiven Schlange erfasst und was man auch als luziferische Verführung bezeichnen kann, wirklich so bewusst schon war und er die Freiheit besaß, anders als bejahend darauf zu reagieren.
      Ich sehe das jedenfalls nicht als Fluch der bösen Tat, auch nicht, was in der Folge geschah, wozu gehört, dass der Mensch sich selbst überhöht, bevor der lernt, demütig zu sein. Der Virus ist solch ein Lernen-Müssen. Man kann es als Fluch der bösen Tat bezeichnen, aber mir geht diese Wortwahl zu sehr in Richtung finsterer Katholizismus, weil eben dann nur die Katholische Kirche und die Kirchen überhaupt ihre Sicht und auch ihre Macht über Seelen durchsetzen können.
      Dass Menschen das zunehmende Bewusstsein der Menschheit dazu benutzten, um Dinge zu tun, die wir ablehnen, gehört zu dieser Entwicklung, denn man kann sich nicht nur die moralischen Rosinen rauspicken wollen und sagen: Guckt her, so ist der Mensch wirklich. Jeder hat zwei Seelen in der Brust und wenn wir sehen könnten, was wir in früheren Leben angestellt haben, würden wir wahrscheinlich peinlich berührt sein, wenn es nicht gleichzeitig in gewissem Sinne normal wäre. Faust ließ am Ende von „Faust I“ vier Leichen zurück (wenn man davon ausgeht, dass Margarete eine Todesstrafe bevorsteht) und dennoch attestiert ihm Goethe am Ende von „Faust II“, dass das Ewig-Weibliche ihn hinanziehe.
      „Der Mensch muss lernen in Liebe auf alle Lebewesen zu strahlen“, schreibst Du. Er muss leider/Gott sei Dank gar nichts! Das ist seine Freiheit, die wir der Schlange verdanken und die manche schnell zu verantwortlichen Seelen reifen lässt, andere nicht. Manche brauchen sehr, sehr lange. Dass sie so lange brauchen, liegt auch daran, dass wir von Liebe sprechen, aber ich glaube, nicht wissen, was sie wirklich ist. Klar liebt eine Mutter ihr Kind und manche lieben Tiere, die Natur. Aber wenn wir so genau wüssten, was Liebe ist, hätten manche schon einen methodischen Lernweg zum Erreichen der Liebe entworfen. So aber geht das nicht. Die Dimensionen des Christus-Liebes-Weges erarbeitet sich letztendlich jeder individuell. Und so lange die Menschen auf diesem Weg unterwegs sind, wird es Virenangriffe auf ihre Seelen geben, denn das, was da im Moment abläuft, wird sich weniger als ein körperliches Problem herausstellen, denn als ein seelisches.

      Dass das O die gelebte Liebe symbolisiere, ist eine Formulierung auf dem Hintergrund der Aussagen Steiners zum Alphabet, zur Bedeutung der Konsonanten und Vokale und eben auch dem O – wenn Du willst, hier mehr: https://bit.ly/3a9tODh . Steiners Sicht ist ja in Bezug auf alles, was er anspricht, mehr als komplex, möchte ich mal sagen, und ich habe manches nicht oder nur zögerlich verstanden. Ich bin ja kein Anthroposoph, aber auf seine Denkanstöße wollte ich persönlich nicht verzichten.

      Nun wünsche ich Dir ein schönes Wochenende. Ich freue mich, dass Du Dich mit dem, was ich schreibe, immer wieder so intensiv auseinandersetzt. Ich hoffe und denke, das bringt uns beide weiter.

      Liebe Grüße,
      Johannes

  4. Gisela schreibt:

    Ja, Du hast Recht: Ein Mensch hat natürlich den freien Willen und muss nichts, wenn er nicht möchte. Da ist es wie mit den 10 Geboten. Man wird sie nur halten, wenn das Bewusstsein dazu entwickelt ist und aus dem Verbot eine selbstverständliche Lebenseinstellung wurde.

    Den Rest Deiner Antwort werde ich mir noch genauer anschauen. Danke dafür.

  5. Gisela schreibt:

    Hallo Johannes,

    es tut mir leid, aber ich kann Deine Antwort nicht wortlos stehen lassen.

    Ich sehe „den Fluch der bösen Tat“ als Saat und Ernte. Wenn es danach ginge, gäbe es keine Kirchen mehr. Schlimm ist es, wenn der Mensch genau weiß, dass er durch sein Tun den Tod für seine Mitmenschen in die Welt trägt. Ein solcher Mensch wird niemals demütig sein können. Sein Ego ist viel zu groß. Die kirchliche Macht ist auf dieser Welt leider noch nicht eingeschränkt. Es gibt viele Sekten auf dieser Welt. Die katholische und evangelische Kirche reihe ich dort ein. Maßgeblich ist auch der asiatische Aberglaube, für den alles gegessen wird, was sich bewegt.

    Der Mensch in der biblischen Welt der Schöpfungsgeschichte lebte instinktiv und hatte noch kein Bewusstsein für die materielle Welt. Luzifer beherrscht diese Welt. Die Schlange ist ja das Tier, das dem Materiellen am Nächsten kommt, weil es im Staub kriecht.

    Die Schlange hat der Welt etwas zu bieten: die unendliche Entwicklung des Menschen. Der Mensch hat keine Wahl, er muss diesen Weg gehen.

    Schlange und Messias haben in der Kabbala die gleiche Summe, den gleichen Zahlenwert.
    Das hebräische Wort für Schlange ist „nachasch“ = 50-8-300 = 358.
    Messias im hebräischen „maschiach“ = 40-300-10-8 = 358.
    Das sind die zwei Seelen, die in der Brust der Menschen vorhanden sind.

    Was ist die List der Schlange? Sie verspricht den Menschen eine Erlösung nach Maßstäben dieser Welt.
    Wozu das Ganze? Damit der Mensch bis zum Punkt des Sich-verloren-Fühlens gebracht wird. Dann erst sieht er ein, dass der Weg der Schlange der falsche war, denn er führt geradewegs in die Katastrophe. Sein Leben und die Welt stürzen zusammen.

    Alles war von Anfang an zum Guten eingerichtet. Erkennen muss der Mensch das selber.

    Gott hat schon gewusst, warum der Mensch vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen nicht essen sollte. Weil der Mensch aß, ist der Tod in die Welt gekommen, damals im Paradies…
    und jetzt wieder.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße

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