Wer selbstlos ist, ist sein Selbst los! – Wie wertvoll dagegen das Bewusstsein von Hildegard, Mechthild, Roswitha und Elisabeth ist!

Es gibt auf den inneren Festplatten der Menschen Viren, die deshalb ungeheuer wirkungsvoll sind, weil man sie gar nicht für Viren hält. Im Gegenteil hält man Selbstlosigkeit für eine wertvolle Datei. 

Dieser Beitrag ist der dritte Teil unter Vier Frauen für ein Hallelujah. – Für den, der nachlesen möchte, hier der Link zu Teil I, hier zu Teil II. Vor allem die Kenntnis des letzteren ist empfehlenswert, um das Folgende angemessen einordnen zu können.

Selbstlosigkeit und Selbstachtung schließen sich aus!

Leicht könnte man auf die Idee kommen zu sagen: Hildegard, Mechthild, Elisabeth – welch selbstlose Frauen!

Genau aber das Gegenteil ist der Fall. Ich habe sie nicht nur deshalb ausgewählt, weil sie Albertus Magnus´ Aussage, Frauen seien missratene Männer, überzeugendst widerlegen und zeigen, wie missraten – zumindest diesbezüglich – dessen innere Disposition ist, sondern weil ich zudem der Überzeugung bin, dass sie aus einem sehr starken Selbst heraus gehandelt haben.

So hart das auch klingen mag: Aus Liebe heraus – und Selbstachtung ist eine ihrer Voraussetzungen – kann wirklich nur der handeln, der aus einem starken Selbst heraus handelt, wobei viele Menschen, die im sozialen oder in anderen Bereichen tätig sind, Bereiche also, die ein Handeln aus einem gesunden Selbst heraus wünschenswert erscheinen lassen, nicht deshalb ohne Liebe sind, weil sie dies „selbstlos“ tun. – Wir sind alle auf dem Weg, uns weiterzuentwickeln, und mancher lernt auch daraus, dass er am Ende seiner Kräfte ist und sagt: Jetzt habe ich mich so um diese Menschen gekümmert – aber glaubst Du, einer sagt mal danke!

Das ist menschlich gesprochen und absolut nachvollziehbar. Nur zeugt es zugleich von dieser nicht empfehlenswerten Selbstlosigkeit. Solche und ähnliche Sätze sind Indikatoren des oben angesprochenen Virus.

Menschen mit einem starken Selbst wissen, dass sie keinen Dank erwarten können. Sie tun, was sie tun, auch nicht für Dank. Sie tun es – so abgegriffen das auch klingen mag – aus Liebe zur Sache oder den Menschen, denen sie helfen.

Wenn sie allerdings ein Danke oder einen Dank erfahren: um so schöner, und ich habe durchaus den Eindruck, dass in unserer Gesellschaft das Bewusstsein dafür gestiegen ist, dass man ein Danke einfach nicht vergessen sollte, weil es Nahrung ist für künftige gute Taten und weil es den Speicher der Menschen, die sich oft verausgabt haben, – zum Teil jedenfalls – wieder füllen kann.

Der Begriff des Selbst ist vor allem in der analytischen Psychologie C.G. Jungs von Bedeutung. Er entspricht dort einem Archetypus, also einem Grundmuster unserer Seele, das dann in Kraft treten kann, wenn ein Mensch existentielle Seiten seines Seins zunehmend zu einigen in der Lage ist; dazu gehören das Bewusste und das Unbewusste, unsere männliche und weibliche Seite, Gefühl und Verstand.

Wir kennen den Begriff der Selbstwerdung. Er verweist darauf, dass wir immer im Werden sind und dass selbst Menschen mit Selbstbewusstsein, die also wirklich ihrer selbst bewusst sind, immer wieder auch aus diesem Zustand fallen und wieder zurückfinden müssen. Dennoch aber entsteht bei jemandem, der auf dem Weg der Selbstwerdung ist, zunehmend ein Bewusstsein, das nicht mehr in einer kleinlichen Ego-Welt gefangen ist, sondern über persönliche Wünsche und Bedürfnisse hinaus mit seiner Umgebung und der Welt in einer konstruktiven Weise in Beziehung steht.

Es wäre also gut, wenn man nicht Leute, die mit aufgeblasenem Ego daherkommen, als selbstbewusst bezeichnen würde. Das glatte Gegenteil ist der Fall: Basis der krähenden Gockel sind nicht integrierte Archetypen wie der Alte Weise oder die Große Mutter, sondern der Mist anderer und ihr eigener, auf dem sie stehen und krähen.

In der Beschäftigung mit den vier in den vorausgegangenen Beiträgen angesprochenen Frauen habe ich jedenfalls den Eindruck gewonnen, dass es sehr starke Frauen waren und dass, sie und ihr Tun als selbstlos zu bezeichnen, völlig falsch wäre.

Die Schöpfungsgeschichte: eine Lernsequenz für Psychologen

Gerade bei Hildegard von Bingen habe ich ihre Stärke wahrnehmen können, wobei ich der Überzeugung bin, dass sie die Bedeutung der Schöpfungstage, auf die ich etwas ausführlicher in Teil II eingegangen bin, auch für sich fruchtbar gemacht hat.

Menschen, die auf dem Weg zur Vollendung im Sinne Hildegards und ihres Verständnisses vom 7. Schöpfungstag sind – ein Zustand, von dem die Menschheit insgesamt, schließt man sich der Sicht Hildegards an, noch weit entfernt ist -, sind gekennzeichnet durch Eigenschaften und Fähigkeiten, die den 6. und 7. Schöpfungstag ausmachen und sich dieser Entwicklungsschritte bewusst sind, was zugleich bedeutet, mit den himmlischen Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten der vorausgegangenen Tage, deren der Mensch für sein Leben auf der Erde bedarf, immer angemessener umgehen zu können, bedeutet aber auch, in der Beschäftigung mit solchen Gedanken, den biblischen Hinweisen zu den Schöpfungstagen also, eine Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sich immer weiter zu entwickeln. – Schließlich prägen unsere Gedanken unsere Wirklichkeit.

Im Rahmen des 6. Schöpfungstages bedeuten beispielsweise die erschaffenen Kriechtiere und wilden Tiere nach Hildegard Lebenszustände und Fähigkeiten des Menschen. Im Grunde ist das, dreieinhalb Jahrtausende vor den Errungenschaften der Traumpsychologie und Psychoanalyse ein seelisches Bewusstsein, das unser Zeitgeist der Bibel gewiss nicht zugesteht, schon gar nicht dem Alten Testament. – Weit gefehlt.

Natürlich muss man berücksichtigen, dass Hildegard vor allem für ihre Zeit schreibt. Heute würde sie nicht mehr Kasteiungen mit einbeziehen oder von fleischlichen Begierden schreiben (wobei diese Frau den Mut haben könnte, gerade weil sie genau das meint, doch so zu formulieren). Zumindest aber würde sie heute sicherlich weitere Inhalte einbringen, denn die Seelen der Menschen haben sich erheblich verändert in dem, was sie wahrnehmen und was sie, gemäß ihrer Entwicklung bedürfen. Das muss man wissen, wenn man Hildegards Hinweise richtig verstehen will, die keineswegs an Aktualität verloren haben:

Die Kriechtiere beziehen sich nach Hildegard auf das Innere jener Menschen, die in der Enthaltsamkeit von fleischlichen Begierden nur dahinkriechen. Wilde Tiere aber, deren Erschaffung den 6. Schöpfungstag mit kennzeichnen, überschreiten, so Hildegard, die ihnen bestimmte Natur nicht und so sollen auch die Menschen sich an die ihnen bestimmte Natur halten. Grundsätzlich aber haben die Tiere, also die entsprechenden Triebe und Begierden und Verhaltensweisen, den Menschen untertan zu sein – und nicht umgekehrt, wie wir es zunehmend heute erleben.

Triebe und Begierden haben notwendige Qualitäten für unsere Existenz; im Sinne der Schöpfungsgeschichte eben aber nur dann, wenn der Mensch sie dominiert und nicht, wenn sie den Menschen dominieren – die Exzesse sehen wir. – So ist das Machet euch die Erde untertan zu verstehen.

Für den Menschen, der sich – mit den Worten Hildegards – allen Vorschriften unterwirft, das heißt, sich mit Gott durch die Sehnsucht seiner Seele verbindet, gilt:

So wie das Land lebende Wesen nach ihrer Art hervorbringt, Vieh, Kriechtiere und wilde Tiere, so soll diese Erde, nämlich der Mensch, die lebendigen Tugenden der Seele hervorbringen. Der äußere Mensch soll sich an die Aufgabe der Seele halten und immer zu Gott aufseufzen, Seele und Leib sollen dadurch Gott nach der Art der stärksten Tugend, des Gehorsams gehorchen, der in Gott dem Tod seine Kraft heimlich weggenommen hat (…) Und so bewirkt Gott im Menschen, daß er sich selbst mit seinem eigenen Willen aus Liebe zu Gott in die Unterordnung unter Menschen demütigt. Wie die wilden Tiere sich von den Menschen fangen lassen, von denen sie auch ernährt und eingesetzt werden, wie sie selbst es wollen. Ähnlich werden auch die Menschen in diese Unterordnung unter die Lehrmeister gemäß dem Vorbild der heiligen Demut gerechnet. Sie sind dem Gehorsam unterstellt nach Art der Zugtiere und auch in der Niedrigkeit der Zugtiere.

Wer ein solches Wirken Gottes in sich zulässt, für den gilt die Aussage Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. – Abnehmen muss das Ego des Menschen. – Sein Hochmut.

Demut als Voraussetzung für wahre Größe

Demut ist eines der Schlüsselwörter in Mechthilds und Hildegards Werk ebenso wie in Elisabeths Wirken und in der Art, wie Roswitha dichtete. Demut, das ist allen vier Frauen und all den Menschen, die Demut leben, bewusst, ist der Schlüssel zur Größe des Menschen. Ohne Demut ist diese Größe brandgefährlich, ja tödlich; wir wissen es u.a. von Luzifer, von Ikarus, von Faust.

In Demut jedoch ist diese Größe der Schlüssel zum abschließenden Schöpfungs-Geschehen.

So werden Himmel und Erde vollendet und alle ihre Zier, so lauten die biblischen Worte zum 7. Schöpfungstag; Hildegard legt offen, wie sie, bezogen auf den Menschen, zu verstehen sind:

Jene himmlischen und irdischen Tugenden und all ihre Zier werden im Menschen in Gerechtigkeit und Wahrheit mit guten Werken vollendet.

Und mit den letzten Sätzen dieses Abschnittes der 6. Vision des liber divinorum operum, des Buches vom Wirken Gottes, verweist Hildegard noch einmal darauf, was uns Menschen offensteht:

Gott segnete den siebten Tag in der Vollendung der guten Werke, das heißt den Menschen, der in ihm ein Glied seines Sohnes ist (…) Und von der Strenge, in der Er vor der Menschwerdung seines Sohnes niemanden das himmlische Reich betreten ließ, läßt der Vater der Werke von da an ab. Jetzt öffnet Er in diesem seinem Sohn den Zugang zu den ewigen Freuden, indem Er jede Schuld dem Menschen, der sie von Herzen bekennt, durch Seinen Sohn vergibt.
Das soll also der Gläubige im Glauben verstehen, und der soll darum nicht Ihn verachten, der wahrhaftig ist.

Kirche als Kulturträger

In Rahmen meiner Lektüre in Bezug auf diese vier Frauen ist mir noch einmal bewusst geworden , welch zentrale Rolle die Kirche in der Entwicklung dieser Kultur einnimmt. Von den vielen Schattenseiten abgesehen wird deutlich, dass das Engagement vieler Frauen und Männer ohne die Möglichkeiten, die die Kirche bot, nicht realisierbar gewesen wäre.

Es gab ja nicht wenige Frauen, die in der Art und Weise einer Roswitha, einer Hildegard, einer Mechthild und Elisabeth tätig waren. Und Gleiches gilt ja auch für Männer wie Berthold von Regensburg, Meister Eckehart, Johannes Tauler und viele, viele andere, die wir namentlich nicht mehr kennen, denen wir aber viel verdanken.

Die blühenden Landschaften des Ostens

Was aber mehr Aufmerksamkeit finden sollte, bezieht sich auf die Bedeutung des Ostens von Deutschland. Nicht zufällig kommen ja zwei der Frauen aus dem Osten, zwei aus dem Westen, wobei Roswitha, aus sächsischem Adel stammend, fast auch zum Osten Deutschlands gezählt werden kann.

Und wenn man auf die Geistesgeschichte unserer Kultur schaut, wird man schnell gewahr, wo wesentliche Schwerpunkte liegen: In Weimar, in Jena, in Berlin, in den Gegenden um Magdeburg und Erfurt oder auch konzentriert auf einen Fleck Erde: die Wartburg. Sie ist ja nicht nur der Wohnsitz einer Elisabeth oder der Rettungsanker eines Luther gewesen, sondern der Ort, von dem Burschenschaften 1817 gegen restaurative Zöpfe und für politische Bewegungsfreiheit ihr Signal ausgesendet haben.

Seltsam ist, dass angesichts der Wiedervereinigung 1990 dieser Gesichtspunkt auch in der Folge kaum (oder gar keine?) Rolle gespielt hat. Möglich, dass ich das überhört habe – man möge mich bitte auf Beispiele des Gegenteils aufmerksam machen -, aber den Osten Deutschlands begrüßt als goldenen Boden unserer Kultur, was er nun einmal ist, hat das jemand? So klar und vernehmbar, dass es den Menschen, die dort über viele Jahre wohnten und angesichts des einzigen Gradmessers, den damals Kohl und andere zelebrierten, gutgetan hätte, dass mit ihnen und dem Boden, auf dem sie leben, sich mit dem Westen Deutschlands etwas wieder verbindet, was mehr Wert ist als DM-Millionen oder zahllose Lidls, Aldis und Schleckers, die sofort den Osten zu überschwemmen begannen.

Klar waren die geistig blühenden Landschaften des Ostens verschüttet und wurden im Westen in Feuilletons der Zeitungen und an Universitäten wachgehalten. Dass aber kaum ein Augenmerk sich darauf richtete, wie wichtig es ist, dass vom Osten auf das Gebiet unserer Kultur wieder einströmen kann, was so drastisch und lange Zeit abgeschnitten war, das halte ich für einen entscheidenden Mangel der Wiedervereinigung und einen wesentlichen Grund, warum sich Deutschland mit ihr schwertat. Kohl war eben auch einer der führenden Vertreter einer sich immer materialistischer gerierenden CDU, und es war gewiss kein Zufall, aber schicksalhaft, dass dann mit Angela Merkel eine Vertreterin des deutschen Ostens Kanzlerin wurde, mit der man sich gewiss über geistes- und kulturwissenschaftliche Themen recht gut unterhalten kann, in deren Wesen aber nichts davon verankert ist – so empfinde ich es jedenfalls angesichts ihrer plan- und ziellosen und an keinen Idealen unserer Kultur orientierten Politik sowie den standardisierten Sätzen, die sie zu ethischen Fragen abgibt. Kultur spielt, auch wenn sie es energischst abstreiten und sich sofort eine Rede schreiben lassen würde, die natürlich genau das Gegenteil beweist, bei ihr die Rolle eines Epitheton ornans, eines schmückenden Beiworts: man kann es bzw. sie, die Kultur, verwenden – oder eben auch einfach weglassen.

Dem Geist unserer Geschichte und der Grundlage unserer Kultur kam kein Stellenwert zu und er konnte somit auch keine Wirkung entfalten. – Und das ist bis heute so.

Gewiss lassen sich heute aus diesem Scherbenhaufen der Kultur recht hohe Türme bauen, aber gemessen an dem, was unsere Kultur an eigentlich hoher menschlicher Substanz bietet, die im Sinne der Hildegardschen Schöpfungsgeschichte fruchtbar gemacht sein will, haben diese Scherbenhaufentürme eben Merkel-Niveau und nicht das, was sich aus dem Bewusstsein einer Hildegard oder Mechthild, eines Eckehart, eines Tauler, eines Luther, eines Goethe ergibt.

Wer erwartet hatte, dass ein Gauck als Theologe von diesem Geist etwas einbringen könne, wurde darüber belehrt, was für ein grausames geistiges Grau die DDR-Wirklichkeit in Köpfen und Herzen der Menschen erzeugen konnte. Nicht generell, aber mit Merkel und Gauck hat Deutschland Vertreter einer bleiernen Geistlosigkeit erwählt. Ich halte das auch für eine Folge von deren Sozialisation, gerade auch weil beide bei mir den Eindruck erwecken, sich dieses Zustandes nicht im Geringsten bewusst zu sein. Aber es ist nicht nur ein Sozialisationsphänomen, es betrifft auch ihre persönliche Struktur. – Die Frage ist nur, warum eine CDU sich an die innere Substanzlosigkeit einer Merkel ausgeliefert hat.

Wie kann Kultur fruchtbar gemacht werden?

Indem man sich des Geistes bewusst wird, der unseren Vorfahren eigen und wichtig war. Einer Hildegard, einer Mechthild, einem Eckehart, einem von Eschenbach, einem Luther, einem Lessing, einem Goethe, einem  Fichte, einem Hegel – geboren im Westen, verstorben im Osten ist er gleichsam ein Symbol dessen, was zusammengehört – ging es und würde es auch heute nicht um die ständige Steigerung des Bruttosozialprodukts gehen. Bezeichnend, dass es nur um die Sicherung der Renten, die Rettung Griechenlands, die Weiterexistenz der EU geht, aber kaum bis nie um die seelische Gesundheit der Menschen.

Eine EU beispielsweise würde nie in der Form und auf die Art, wie es sie gibt, existieren, wenn wir beachten würden, welche Bedeutung schon immer das Regionale und das Individuelle beispielsweise bei Paracelsus und Goethe gehabt haben. Niemals wäre einem von beiden und vielen anderen Trägern unserer Kultur in den Sinn gekommen, alle Länder in zentralen Kriterien über einen Leisten zu schlagen.

Die derzeitige EU widerspricht diametral unserer Leitkultur

Das aber interessiert nur noch erschreckend wenige Politiker.

Dazu ein andermal mehr.

Wessen wir uns aber sofort bewusst sein könnten:

wieder aktiv zu kämpfen und sich der geistigen Bedeutung des Schwertes bewusst zu sein.

Gerade Mechthild und Hildegard, aber auch Elisabeth und auf ihre Art auch Roswitha waren Schwertkämpferinnen in der Tradition eines Dietrich von Bern und seines Eckesachs, eines Artus  und seines Excalibur, eines Siegfried und seines Balmung und eines Parzival, der nicht von ungefähr zwei Schwerter sein eigen nannte, das dem roten Ritter abgenommene Ither-Schwert und das Grals-Schwert, ein geistiges Schwert, ihm früh anvertraut, dessen Bestimmung gerecht zu werden er so kämpfen musste.

Wer meine Posts gelesen hat, weiß, dass ich auf die Bedeutung des Schwertes im Zusammenhang mit dem Wort Jesu – Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert – mehrfach eingegangen bin, unter anderem in meinen Beiträgen zum Islam, weil ich es für einen Fehler hielt und halte, dass die Kirche einer theologischen Auseinandersetzung mit ihm und damit dem Herausstellen einer theologischen Unverbeinbarkeit immer wieder aus dem Weg gegangen ist und geht, daran ändern auch leise herausgegebene Papiere nichts. Man kann mit einer Religion, die 600 Jahre nach Christi Geburt die christliche Lehre negiert, nicht in einen Dialog treten.

Manche mögen über Wahrheiten diskutieren und feilschen. – Das Ergebnis sind  Halbwahrheiten. Die nun finden wir zuhauf.

Etwas anderes ist, dass man mit den Vertretern des Islam zusammensitzen oder auch gemeinsame Veranstaltungen durchführen kann, um zu zeigen, dass unterschiedliche theologische Positionen ein menschliches Miteinander nicht ausschließen. – Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die durch Lessings Nathan der Weise im Hinblick auf das Verhalten seiner Vertreter der drei großen Religionen in unserer Kultur verankert ist.

Es ist eine klare Tatsache, dass es keinen Frieden geben kann, wenn nicht mit dem Schwert der Wahrheit Dinge geklärt sind. Wenn die Positionen klar sind, dann kann man darüber sprechen, wie man unter den gegebenen Bedingungen miteinander umgeht. Dann ist ehrliche Menschlichkeit unter gegenseitigem Respekt möglich.

Aber das Schwert des Christentums ist zu einem Gummischwertchen degeneriert, das niemand ernst nimmt.

Es gibt keinen Frieden ohne den vorherigen Einsatz des Schwertes – nicht im Sinne des Krieges. Wir brauchen weder das Gemetzel, das Christen auf dem ersten Kreuzzug in Jerusalem veranstalteten, noch die Blutbäder des radikalen Islam. Wir brauchen das Schwert im Sinne der Wahrheit. Es muss dieses Gestrüpp beseitigen, das sich – wie es im Bild des Dornröschen-Märchens dargestellt ist – um die Wahrheit gerankt hat, bis alles Leben zum Erliegen kam. Der Einsatz dieses Schwertes, wenn er mit Herz und Verstand, mit Glauben und Erkenntnis geschieht, kann bewirken, dass Bastionen ohne Blutvergießen fallen. Der Eiserne Vorhang ist ein Beispiel, dass es möglich ist, und unser Märchen auch, denn die Dornen öffnen sich als Rosen zu dem Schwertträger hin, wie von selbst.

Unsere Kultur ist in obigem Sinne eine Kultur des Schwertes.

Gewesen.

Heute kuscht sie.

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