Bergkristall-Weihnachten

Zu einer Zeit, als noch an deutschen Schulen Novellen wie Theodor Storms Schimmelreiter oder sein Pole Poppenspäler, die Judenbuche der Droste und Gottfried Kellers Kleider machen Leute gelesen wurden, war Adalbert Stifters Erzählung Bergkristall der Deutschen liebste Weihnachtsgeschichte.
Obwohl fast vergessen: Sie enthält einen der schönsten Sätze, die je ein Kind über die Christnacht gesagt hat.

Geschrieben hat sie ein Mann, geboren 1805 in Böhmen, dessen Stil unter Germanisten durchaus umstritten war und ist. Unterstellt wurden vor allem seinem Altersstil zu viele Wiederholungen und eine oberflächliche Darstellungsweise. – Wissenschaftler tun sich nun einmal schwer, Leute so sein lassen, wie sie sind.

Gewiss allerdings ist, dass heute die meisten Jugendlichen ein Gutteil seiner Erzählungen, so auch Bergkristall, nach der ersten Seite wegzappen würden – und viele Erwachsene sicherlich auch, zumal die Novelle zunächst, für manchen sicherlich zu langatmig, auf die kirchlichen Festtage wie Ostern und Pfingsten und schließlich auf Weihnachten eingeht und wir unter anderem vernehmen, dass die Kinder nicht eher das Zimmer betreten durften, als bis das Zeichen gegeben wird, dass der heilige Christ zugegen gewesen ist und die Geschenke, die, er mitgebracht, hinterlassen hat. Dann geht die Tür auf, die Kleinen dürfen hinein, und bei dem herrlichen, schimmernden Lichterglanze sehen sie Dinge auf dem Baume hängen oder auf dem Tische herumgebreitet, die alle Vorstellungen ihrer Einbildungskraft weit übertreffen, die sie sich nicht anzurühren getrauen, und die sie endlich, wenn sie sie bekommen haben, den ganzen Abend in ihren Ärmchen herumtragen und mit sich in das Bett nehmen. Wenn sie dann zuweilen in ihre Träume hinein die Glockentöne der Mitternacht hören, durch welche die Großen in die Kirche zur Andacht gerufen werden, dann mag es ihnen sein, als zögen jetzt die Englein durch den Himmel oder als kehre der heilige Christ nach Hause, welcher nunmehr bei allen Kindern gewesen ist und jedem von ihnen ein herrliches Geschenk hinterbracht hat.

Will das heute noch jemand lesen?

Wer es dennoch tut, kann gar nicht anders als innerlich zur Ruhe kommen. Adalbert Stifter ist kein Erzähler, der das Innere seiner Personen bis in den letzten Winkel meint ausleuchten zu müssen wie später ein Thomas Mann. Behutsam bleibt er zuallermeist im Außen und überlässt es dem Leser, sich vorzustellen, wie es den Menschen seiner Erzählung in ihrem Inneren ergeht.

Wenn dies seine Oberflächlichkeit ausmachen sollte, gestehe ich, ist sie mir zutiefst sympathisch, denn, was mir nach einer solchen Lektüre vor allem bleibt, sind ihre Bilder in meinem Inneren. Und Bergkristall ruft viele hervor und hinterlässt ganz und gar eindrückliche.

Nach oben erwähntem ersten Abschnitt nimmt Stifter seinen Leser an die Hand bis zu den hohen Gebirge(n) unseres Vaterlandes und einem Dörfchen mit seiner Schule, seinem Gemeindehaus, den vier Linden und den vielen verstreuten Hütten im weiten Tal, die man zum Teil vom Dorf aus gar nicht sehen kann, weil sie, so formuliert Stifter, tief im Gebirge stecken und deren Bewohner im Winter oft ihre Toten aufbewahren müssen, um sie nach dem Wegschmelzen des Schnees zum Begräbnisse bringen zu können.

Irgendwann stehen wir dann auch mitten in Gschaid und wenden unseren Blick gegen Mittag, also gegen Süden zu einem Schneeberg hin, der mit seinen glänzenden Hörnern fast oberhalb der Hausdächer zu sein scheint, aber in der Tat doch nicht so nahe ist. Er sieht das ganze Jahr, Sommer und Winter, mit seinen vorstehenden Felsen und mit seinen weißen Flächen in das Tal herab. Als das Auffallendste, was sie in ihrer Umgebung haben, ist der Berg der Gegenstand der Betrachtung der Bewohner, und er ist der Mittelpunkt vieler Geschichten geworden. Es lebt kein Mann und Greis in dem Dorfe, der nicht von den Zacken und Spitzen des Berges, von seinen Eisspalten und Höhlen, von seinen Wässern und Geröllströmen etwas zu erzählen wüsste, was er entweder selbst erfahren oder von andern erzählen gehört hat.

Über einen Hals, also einen mäßig hohen Bergrücken, mit seiner Unglückssäule, errichtet zum Gedenken an einen dort verstorbenen Bäcker, gelangt man seitlich des Schneeberges entlang in ein anderes Tal mit einem stattlichen Marktflecken namens Millsdorf, dessen Bewohner viel wohlhabender sind als die von Gschaid. Es vergehen allerdings oft Monate, manchmal ein Jahr, bevor ein Bewohner von Gschaid nach Millsdorf kommt. Umgekehrt ist das so gut wie nie der Fall.

Wer im Übrigen jetzt noch liest, liebt es, ja genießt es vielleicht sogar, sich zu den Beschreibungen des Autors eigene Bilder zu machen oder er genießt, vielleicht, ohne es selbst zu bemerken, dass sich die Seele angesichts solch ungewohnter langen Weile wohlig auf dem inneren Sofa ausstreckt und einfach weiterliest.

Die ersten zehn der 60 Reclam-Seiten sind schlicht Landschaftsbeschreibungen obiger Art und erst nach 12 Seiten wird die erste Person erwähnt, der Schuster von Gschaid, dessen Haus auf dem Platz steht, wo sich die besseren Häuser befinden.

Jener Platzschuster war in seiner Jugend ein Gemsewildschütze gewesen und hatte überhaupt, wie die Gschaider sagen, nicht gutgetan. Er war auf allen Tanzplätzen und Kegelbahnen zu sehen. Wenn ihm jemand eine gute Lehre gab, so pfiff er ein Liedlein. Er ging mit seinem Scheibengewehre zu allen Schießen der Nachbarschaft und brachte manchmal einen Preis nach Hause, was er für einen großen Sieg hielt. Der Preis bestand meistens aus Münzen, die künstlich gefasst waren und zu deren Gewinnung der Schuster mehr gleiche Münzen ausgeben mußte, als der Preis enthielt, besonders da er wenig haushälterisch mit dem Gelde war. Er ging auf alle Jagden, die in der Gegend abgehalten wurden, und hatte sich den Namen eines guten Schützen erworben.

Doch dieses Wesen sollte sich ändern, nachdem er ein Auge auf die schöne Tochter des Färbermeisters von Millsdorf geworfen hatte. Zunehmend wurde er arbeitsam, und nach dem Tod seiner Eltern, durch welchen ihm deren Haus zugefallen war, legte er es darauf an, ein exzellenter Schuster zu werden. Tatsächlich erarbeitete er sich einen Ruf, so dass Leute sogar von weiters herkamen, um sich Schuhe von ihm anfertigen zu lassen, dergestalt dem ziemlich eigenwilligen und vierschrötigen Millsdorfer Färber schließlich nichts anderes übrig blieb, als in die Heirat seiner Tochter mit dem Schuster aus Gschaid einzuwilligen.

Der Ehe entsprossen zwei Kinder, Konrad und Susanne, die nur Sanna gerufen wurde, und weil schon ihre Mutter, die auch Sanna hieß, nie so recht sich als Millsdorfer Färberstochter in das Dorf Gschaid hatte hineinleben können, gelang dies den Kindern auch nicht so recht, zumal sie immer wieder zur Großmutter und zum Großvater nach Millsdorf wanderten und sich dort aufhielten. Oft wanderten sie den mehrstündigen Weg an einem Tag hin und zurück.

So geschah es auch an einem Weihnachtstag. Die Mutter befand das Wetter für annehmbar und sie entließ die Kinder mit dem Auftrag, Mutter und Vater zu grüßen und sagt, sie sollen recht schöne Feiertage haben.

Die Großmutter hatte sie kommen sehen, war ihnen entgegengegangen, fasste Sanna bei den erfrorenen Händchen und führte sie in die Stube.

Sie nahm ihnen die wärmeren Kleider ab, ließ in dem Ofen nachlegen und fragte sie, wie es ihnen im Herübergehen gegangen sei.

Als sie hierauf die Antwort erhalten hatte, sagte sie: »Das ist schon recht, das ist gut, es freut mich gar sehr, dass ihr wieder gekommen seid; aber heute müsst ihr bald fort, der Tag ist kurz, und es wird auch kälter, am Morgen war es in Millsdorf nicht gefroren.«
»In Gschaid auch nicht«, sagte der Knabe.
»Siehst du, darum müsst ihr euch sputen, dass euch gegen Abend nicht zu kalt wird«, antwortete die Großmutter.

Was die Gute nicht wusste: In der kommenden Nacht sollte es den beiden sehr kalt werden und das, obwohl sie die Großmutter rechtzeitig auf den Rückweg schickte.

Zunächst setzte sanfter Schneefall ein und die Kinder genossen es, den Boden immer bedeckter mit dem Weiß des Schnees zu finden. Doch der Schneefall verstärkte sich.

Sie gingen sehr schleunig, und der Weg führte noch stets aufwärts.
Nach langer Zeit war noch immer die Höhe nicht erreicht, auf welcher die Unglücksäule stehen sollte, und von wo der Weg gegen die Gschaider Seite sich hinunterwenden musste.
Endlich kamen die Kinder in eine Gegend, in welcher keine Bäume standen.
»Ich sehe keine Bäume mehr«, sagte Sanna.
»Vielleicht ist nur der Weg so breit, dass wir sie wegen des Schneiens nicht sehen können«, antwortete der Knabe.
»Ja, Konrad«, sagte das Mädchen.
Nach einer Weile blieb der Knabe stehen und sagte: »Ich sehe selber keine Bäume mehr, wir müssen aus dem Walde gekommen sein, auch geht der Weg immer bergan. Wir wollen ein wenig stehen bleiben und herumgehen, vielleicht erblicken wir etwas.«

Keine Frage, die beiden waren im dichten Schneefall vom Weg abgekommen.

Wie im Folgenden der Knabe seine Schwester dick einpackt, ihr einen Teil seiner Kleider gibt. Wie die beiden, ohne es zu wollen, immer tiefer ins Hochgebirge hineinlaufen und vor allem das Mädchen so klaglos dem Bruder folgt, immer tapfer die kleinen Füßchen hebend, ihrem Bruder, der nie verzagt. Wie beiden eigentlich klar wird, dass sie hoffnungslos über Geröllfelder und durch Eisbrocken laufen, die mit Schnee überzogen sind.

Adalbert Stifter liefert hier ein Meisterwerk einer zunehmend existentiellen Steigerung ab, die den Leser zutiefest mitzunehmen vermag, sind es doch Kinder, die hoffnungslos herumirren. Und das an Heiligabend.

Wenigstens hatte der dichte Schneefall aufgehört.

Die Kinder versuchten nun von dem Eiswalle wieder da hinabzukommen, wo sie hinaufgeklettert waren, aber sie kamen nicht hinab. Es war lauter Eis, als hätten sie die Richtung, in der sie gekommen waren, verfehlt. Sie wandten sich hierhin und dorthin und konnten aus dem Eise nicht herauskommen, als wären sie von ihm umschlungen. Sie kletterten abwärts und kamen wieder in Eis. Endlich, da der Knabe die Richtung immer verfolgte, in der sie nach seiner Meinung gekommen waren, gelangten sie in zerstreutere Trümmer, aber sie waren auch größer und furchtbarer, wie sie gerne am Rande des Eises zu sein pflegen, und die Kinder gelangten kriechend und kletternd hinaus. An dem Eisessaume waren ungeheure Steine, sie waren gehäuft, wie sie die Kinder ihr Leben lang nicht gesehen hatten. Viele waren in Weiß gehüllt, viele zeigten die unteren schiefen Wände sehr glatt und feingeschliffen, als wären sie darauf geschoben worden, viele waren wie Hütten und Dächer gegeneinandergestellt, viele lagen aufeinander wie ungeschlachte Knollen.

Eine gütige Hand mag sie zu einem Häuschen geführt haben, einer Hütte aus Stein, nach vorne offen, aber an den Seiten geschützt, die sie auf einmal vor sich sehen. Dort finden sie Unterschlupf, essen, was die Großmutter ihnen so fürsorglich mitgegeben hatte und sprechen sich Mut zu. Doch sind sie keineswegs außer Lebensgefahr:

»Sanna, du musst nicht schlafen; denn weißt du, wie der Vater gesagt hat, wenn man im Gebirge schläft, muss man erfrieren, so wie der alte Eschenjäger auch geschlafen hat und vier Monate tot auf dem Steine gesessen ist, ohne dass jemand gewußt hatte, wo er sei.«
»Nein, ich werde nicht schlafen«, sagte das Mädchen matt.
Konrad hatte es an dem Zipfel des Kleides geschüttelt, um es zu jenen Worten zu erwecken.
Nun war es wieder stille.
Nach einer Zeit empfand der Knabe ein sanftes Drücken gegen seinen Arm, das immer schwerer wurde. Sanna war eingeschlafen und war gegen ihn herübergesunken.
»Sanna, schlafe nicht, ich bitte dich, schlafe nicht«, sagte er.
»Nein«, lallte sie schlaftrunken, »ich schlafe nicht.
Er rückte weiter von ihr, um sie in Bewegung zu bringen, allein sie sank um und hätte auf der Erde liegend fortgeschlafen. Er nahm sie an der Schulter und rüttelte sie. Da er sich dabei selber etwas stärker bewegte, merkte er, dass ihn friere und dass sein Arm schwerer sei. Er erschrak und sprang auf. Er ergriff die Schwester, schüttelte sie stärker und sagte: »Sanna, stehe ein wenig auf, wir wollen eine Zeit stehen, dass es besser wird.«
»Mich friert nicht, Konrad«, antwortete sie.
»Ja, ja, es friert dich, Sanna, stehe auf«, rief er.
»Die Pelzjacke ist warm«, sagte sie.
»Ich werde dir emporhelfen«, sagte er.
»Nein«, erwiderte sie und war stille.

Wie durch ein Wunder überleben die Kinder diese Nacht im Hochgebirge. Doch würden sie den Schlaf nicht haben überwinden können, dessen verführende Süßigkeit alle Gründe überwiegt, wenn nicht die Natur in ihrer Größe ihnen beigestanden wäre und in ihrem Innern eine Kraft aufgerufen hätte, welche imstande war, dem Schlafe zu widerstehen.   

Nicht nur, dass sie das Krachen des Gletschereises wach hält. Es ist auch, dass sich ihre Augen entwickeln, wie Stifter schreibt, und sie  Garben verschiedenen Lichtes wahrnehmen, wie es durch die Himmelsräume fließt.

Am Morgen setzen sie ihren Weg fort, doch führt er sie nicht aus den Eiswüsten hinaus.

Was sie nicht wissen, ist, dass mittlerweile zahlreiche Suchtrupps beider Dörfer am Berg sind und sie suchen. Vergessen ist ihr früheres Sich-Ignorieren. Sie wollen nur eines: die Kinder retten.

Endlich war es dem Knaben, als sähe er auf einem fernen schiefen Schneefelde ein hüpfendes Feuer. Es tauchte auf, es tauchte nieder. Jetzt sahen sie es, jetzt sahen sie es nicht. Sie blieben stehen und blickten unverwandt auf jene Gegend hin. Das Feuer hüpfte immer fort, und es schien, als ob es näher käme; denn sie sahen es größer und sahen das Hüpfen deutlicher. Es verschwand nicht mehr so oft und nicht mehr auf so lange Zeit wie früher. Nach einer Weile vernahmen sie in der stillen, blauen Luft schwach, sehr schwach etwas wie einen lang anhaltenden Ton aus einem Hirtenhorne. Wie aus Instinkt schrieen beide Kinder laut. Nach einer Zeit hörten sie den Ton wieder. Sie schrieen wieder und blieben auf der nämlichen Stelle stehen. Das Feuer näherte sich auch. Der Ton wurde zum dritten Male vernommen, und dieses Mal deutlicher. Die Kinder antworteten wieder durch lautes Schreien. Nach einer geraumen Welle erkannten sie auch das Feuer. Es war kein Feuer, es war eine rote Fahne, die geschwungen wurde. Zugleich ertönte das Hirtenhorn näher, und die Kinder antworteten.

Auch hier bleibt Stifter sich treu. Er überlässt es dem Leser, in die folgenden Szenen einzutauchen, so, wenn die Mutter aufschreit und in den Schnee sinkt, als sie ihre Kinder Konrad und Sanna an den Händen ihrer Retter auf das heimatliche Haus zukommen sieht; wenn mit der Zeit all die anderen Suchenden einschließlich des alten Färbers, der von Millsdorf aus gesucht hatte, eintreffen; wenn das Glöcklein der Kirche von Gschaid läutet, das Hochamt verkündend, mit dem der Pfarrer gewartet hatte, und die Dorfbewohner, die noch unterwegs sind, auf die Knie sinken und beten.

Mich berührt vor allem jener Satz, den Sanna, am Abend, wieder im eigenen Bettchen liegend, zu seiner Mutter sagt:

Mutter, ich habe heute Nacht, als wir auf dem Berge saßen, den Heiligen Christ gesehen.

Einer der schönsten Sätze, die es für mich in Bezug auf Weihnachten gibt. Ein Zeugnis kindlicher Weisheit.

Von Anfang bis Ende liegt über der Erzählung ein tiefer Frieden.

Vor einigen Monaten, ja, vor einigen Tagen hätte ich noch geschrieben, dass sie zu friedlich für zahlreiche Erdenbürger des dritten Jahrtausends sein könnte, weil sie die Fähigkeit zu langer Weile verlernt haben.

Mittlerweile könnte mehr Menschen bewusst werden, dass die Fähigkeit zu langer Weile und Frieden auf der Welt womöglich mehr miteinander zu tun haben, als Computerspiele und Ablenkungsmanover unserer Zeit suggerieren wollen.

Möglich, dass es so viel Unfrieden geben muss, damit Menschen wieder sehr bewusst einen Frieden suchen, wie er sich in der biblischen Weihnachtsgeschichte oder Bergkristall findet; nie ist er ohne Hoffnung.

Der Unfrieden im Inneren von uns Menschen rührt auch daher, dass wir – gerade die Ereignisse der letzten Tage scheinen das zu erzwingen – ein Urteil nach dem anderen fällen.

Die Novelle Stifters ist so wohltuend und deshalb friedlich, weil sie kaum einmal wertet bei aller Tatkraft, die die Menschen zeigen. Mancher mag das auch so empfinden: Sie ist gerade auch deshalb wie Balsam auf die Wunden unserer Seele.

Sie ermöglicht uns als ihren Lesern auf ganz schlichte Weise zu schauen, wie wir nach Hause kommen.

❉ ❉ ❉

PS: Wer Bergkristall nicht zu Hause hat, aber lesen möchte, kann dies auf Gutenberg tun.

Ich schicke auch, wem ich damit einen Gefallen tun kann, gern per Mail eine PDF-Version zu; bitte einfach kurz anfordern unter  j-g-k(@)freenet.de   –  Klammern um das @ natürlich weglassen.

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Über Johannes G. Klinkmüller

Ich lebe und arbeite am Fuße der Rhön, in Bad Kissingen, und genieße die Saale, die Wiesen, den so vielfältigen Wald und die bemerkenswerten Veränderungen im Jahresverlauf. – Mein Interesse gilt, wie sich in Mythen und der Literatur die Entwicklung des Menschen spiegelt. Ohne den Prometheus in uns kommen wir nun eben mal nicht zu wahrem Bewusstsein und möglich, ja wahrscheinlich ist, dass wir als Kain Abel erschlugen; doch wenn es gutgeht, laufen wir mittlerweile auf dem Gralsweg des Parzival; dazu ist es notwendig, sich zu erlauben, wie jener den eigenen Karfreitag zu erleben. Ich glaube, dass Philosophen und Dichter früherer Zeiten ein höheres spirituelles Bewusstsein hatten, ob sie Platon, Wolfram von Eschenbach, Dante oder Goethe hießen; viel von ihrem Bewusstsein hat die Hochkonjunktur des Rationalen und des Materialismus verschüttet (eine für die Entwicklung des Menschen notwendige Phase, die nun allerdings vorübergehen sollte!). - Vor allem Michael Ende schließt an die Tradition der großen Alten an; seine "Unendliche Geschichte" beleuchtet eine mögliche Reise zu sich selbst durch die Heilung der kindlichen Kaiserin in uns. Sie steht stellvertretend dafür, dass in Menschen unserer Zeit ein entsprechendes Bewusstsein erwacht, wenn auch der Hype vom Wassermannzeitalter einer falsch verstandenen Esoterik viel Unheil angerichtet hat. - Viele der großen Dichter, heißen sie Schiller, Hofmannsthal, Rilke oder Trakl wollen auf dem Hintergrund ihrer Zeit und ihres Lebens verstanden sein und können damit Anregungen geben, uns und unsere Zeit zu verstehen. Gerade gilt mein Interesse Hölderlin und viel von mir finde ich in ihm wieder (was nicht heißt, dass ich glaube, ihm nur annähernd das Wasser reichen zu können). Es dauert noch ein bisschen, bis sich der gute Hölderlin in Posts niederschlägt :-)
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