Das Böse ist nicht mehr hässlich und das Gute in uns und auf der Erde: kein Selbstläufer mehr!

In der Vergangenheit konnten sich die Menschen darauf verlassen, dass für sie, eingebettet in das Göttliche  – später dazu mehr -, sich das Gute schon durchsetzt. Doch hat sich im Wesen der Menschen etwas dramatisch verändert:

Mit dem Erstarken ihrer mentalen Autonomie, ihres Intellekts, mit dem Erstarken eines emotionalen Bewusstseins ist das Ich der Menschen mittlerweile so stark, dass sich viele von den geistigen Hintergrundkräften, die ihr Sein bisher bestimmten, lossagen.

Möglich ist dies durch die freie Entscheidungsmöglichkeit, mit diesen Kräften zusammenzuarbeiten, sie außen vorzulassen oder gar bewusst gegen sie zu arbeiten

Die beiden letzteren Möglichkeiten haben gravierende Folgen für das Leben auf diesem Planeten. Tatsächlich spüren das viele Menschen zur Zeit. Auf eine virulente Weise sind sie beunruhigt und führen das auf die Flüchtlingsströme oder auch die vielen Krisenherde zurück. Immerhin ist wieder in den Bereich des Möglichen gerückt, dass Europa sich so sehr entzweit, dass es zu echten Konflikten kommt – und wozu das führen kann, hat uns die Geschichte gezeigt. Jedenfalls liegt ein Gefühl einer allgemeinen Verunsicherung in der Luft.

Dazu tragen auch eine nicht für möglich gehaltene Brutalität, die der IS an den Tag legt und die auf erschreckende Weise zeigt, wozu der Mensch in der Lage ist, bei, wie ebenso weltweite Terror-Anschläge, Hass-Lawinen, die sich aus den sogenannten sozialen Medien in Köpfe und Herzen der Menschen ergießen und auch solch ein Geschehen wie jüngst, als ein junger Mann eine ahnungslose Frau die Treppe im U-Bahnhof Hermannstraße in Berlin hinterrücks hinuntertrat.

Dabei sind solche Konflikte, die der Grund für dieses Gefühl der Verunsicherung sein sollen, nur Symptome, Symptome eines Kampfes, der auf allen Ebenen unseres Seins tobt und in dessen Rahmen es darum geht, ob sich Leben als ein geistlos materielles – mit moralischem Mäntelchen, versteht sich, und wenn es Wählerstimmen bringt, auch christlichen Werten – endgültig etabliert, oder aber, ob sich ein Bewusstsein für eine andere Art des weltweiten Umgangs miteinander in Respekt vor der Individualität des Einzelnen wie der einzelnen Völker durchsetzt, das genauso zunehmend Konturen gewinnt:

Unternehmen, denen es nur um Dividenden geht, mit denen sie sich dem Moloch Börse anbiedern, geraten genauso in die Kritik wie Politiker, die sich ständig und immer wieder bereichern, wie das jüngst von EU-Politikern bekannt wurde, genauso wie zunehmend in den Fokus rückt, dass eine Bundeskanzlerin sich nicht für den Teil der Bevölkerung zu interessieren bereit ist, der verarmt, weil es momentan nicht stimmenentscheidend ist (wenn das der Fall sein wird, oh, wie wird sie dann sozial und christlich daherrreden und gar nicht verstehen können, wie wir diese Menschen so  unbeachtet am Wegrand liegen lassen konnten – in solchen Fällen spricht Frau Merkel dann ja immer von „wir“).

Zunehmend weniger Menschen wollen akzeptieren, dass – wie nie  zuvor – Macht und Geld das Geschehen auf diesem Planeten dominieren und Politiker sich einmal alle vier Jahre wählen lassen, um dann – Dobrindts Maut lässt grüßen – zu tun, was sie wollen. Immer mehr nehmen das nicht mehr klaglos hin, sondern zeigen unkalkulierbares Wahlverhalten, orientieren sich im Netz und tauschen Informationen aus, die in den etablierten Presseorganen oder deren online-Ausgaben nicht zu lesen sind.

Obige Entwicklungen können – ein gewiss auf den ersten Blick überraschender Zusammenhang – dem, der es sehen will, transparent machen, welche Bedeutung dem historischen Weihnachten zukommt, auch wenn viele Zeitgenossen dies nicht wahrhaben möchten, weil sie ein Leben ohne geistigen Hintergrund vorziehen. Allerdings hätten sie wahrscheinlich zu denjenigen gehört, die am lautesten gegreint hätten, wenn ohne das historische Weihnachten dieser Planet sich als moralische Müllhalde schon in die Luft gejagt hätte.

Auch wenn Christus für viele ein abstrakter Name und die Geburt des Christus-Bewusstseins ein abstraktes Geschehen ist: Es hat jene Kräfte entscheidend gestärkt, die die Tendenz zu purer Materialität, purem Egoismus und Narzissmus, das heißt, krankhafter Verliebtheit des Menschen in sich selbst, aufzuhalten vermochten und dies hoffentlich auch noch weiterhin zu tun in der Lage sind, bis sich ein neues Bewusstsein durchzusetzen vermag, welches den derzeitigen Tanz um das Goldene Kalb ablöst.

Bleibt es allerdings bei diesem Tanz, wird die Welt über kurz oder lang in Mord  und Totschlag untergehen (die Bewohner von Atlantis haben Vergleichbares auch nicht für möglich gehalten). Tendenzen sind unübersehbar und es ist, wie oben angesprochen, genau diese Möglichkeit, die in die Menschen diese spürbare Unruhe hineinbringt.

Zu ewigem Kriegführen verdammt?

Je weiter wir in der Menschheitsgeschichte zurückgehen, um so deutlicher wird, dass in früheren Zeiten der Mensch sich in einer sehr großen Abhängigkeit von den Kräften des Jenseits befand.

Gerade die griechische Mythologie, die ja erdnah wie kaum eine andere war – nicht von ungefähr ist ihr Ausgangspunkt Gaia, die große Mutter Erde -, lässt das deutlich werden. Man lese nur bei Homer nach, wie es zum Kampf um Troja kam und welche Rolle zunächst drei Göttinnen und zahlreiche Götter im weiteren Verlauf spielten, indem sie sich auf die ein oder andere Seite, auf die der Trojaner oder die der Griechen schlugen.

Manche halten diese Mythen für reine Phantasieprodukte; das kann man tun. Nur bleibt man, so sehr man sich selbst dann auch als aufgeklärt ausgeben mag, in deren Bann und auf deren Level, weil man ihre Wirkungsweise nicht durchschaut. Schließlich sind es Kräfte, die es gibt.

Mythen sind eben keine Phantasieprodukte, wie jene, die sie in sich blockieren, den Menschen weismachen wollten und das immer noch tun.

Alternativ löst man solche Probleme à la  Camus in seinem Mythos von Sisyphos, indem jener das Problem des Sisyphos, permanent einen Stein nach oben schieben zu müssen, der prompt wieder zurückdonnert, löste, indem er ihn einfach am Schluss seines Essays zu einem glücklichen Menschen erklärte. Und das – mit den Worten Camus´ aus seinem Essay – als ein ewiger „rebellischer Prolet“.

Offensichtlich hat Camus nicht erkannt, wozu er sich mit dieser Wortwahl bekannte: Als Rebell nämlich führt man immer wieder Krieg. Und das Vertrackte dabei ist: Man führt ihn immer gegen sich.
Das Lateinische re bedeutet zurück bzw. immer wieder und bellum bedeutet schlicht Krieg.

Wer so denkt wie Camus ist als Re-bell zu ewigem Kriegführen verdammt. Immer wieder nur Krieg! Angeblich immer glücklich! Ein Wahnsinns-Selbstbetrug!

Die Mission des jüdischen Volkes

In solch einer Selbsttäuschung kann der Weg des Menschen nicht bestehen, nicht darin, sich wie Faust anstelle Gottes setzen zu wollen. Mehr Menschen jedoch, als uns recht sein kann, wollen diesen Weg gehen, indem sie sich für intellektuell, mental und emotional autark erklären, das aber leider auf eine Weise tun, indem sie alle geistig-seelische Verbindung und damit ihre geistig-seelische Vergangenheit kappen wollen. Das ist, wie wenn man auf einer Leiter aufsteigen will und unterhalb der Sprosse, auf der man steht, alles absägt.

Den Sturz ins Bodenlose nimmt man wahr, wenn man im Jenseits aufschlägt, das es doch eigentlich gar nicht geben darf.

Der menschliche Weg kann nur sein, auf dem Hintergrund einer vergangenen gewaltigen Entwicklung vorwärtszugehen in Respekt und Dankbarkeit vor dem, was bisher geschah.

Einer der Marksteine dieser Entwicklung war zweifelsohne die Mission des jüdischen Volkes. So, wie auch das deutsche Volk – wie übrigens auf ganz unterschiedliche Weise alle anderen Völker – eine Mission hat, die es gerade meint, mit aller Gewalt mittels einer seit vielen Jahren anhaltenden geistlosen Politik in den Sand setzen zu müssen, so hatte das Judentum eine historische Mission, die sich in seinem Gott Jahwe zeigt und dessen Aussage: Ich bin, der Ich-Bin. Nirgends zuvor und auch nicht danach hat eine Gottheit das ICH auf diese Weise so markant thematisiert.

Mit Jahwe begann die große Entfaltung des Ich-Bin, des Ich, des sich seines Selbst bewusst werdenden Menschen. Unnachahmlich, wie wirkungsvoll das jüdische Volk diese Stufe menschlicher Entwicklung der Welt vermittelt hat. Das macht zu Recht seine vielen unerklärliche Bedeutung aus. Dieser Weg ist auch mit dem Namen des Mose verbunden.

Mittlerweile ist die Menschheit auf diesem Weg, wie oben bereits angesprochen, weit gediehen, momentan sich vor der Weiche befindend, welche die Menschen in zwei grundverschiedene Richtungen, wie ich oben andeutete, führen kann.

Man ordnet diese Mission des Judentums allerdings nur richtig ein, wenn man wahrnimmt, dass mit ihr verbunden war, auf deren Fortsetzung hinzuweisen, mehrfach unter anderem durch  einen ihrer Größten, den Propheten Jesaja, zum Beispiel mit seiner Aussage: Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

Nicht von ungefähr hat dieses Licht jene Jahwe-Formulierung des Ich Bin vielfach in seinen zentralen Aussagen wieder aufgenommen: Ich bin das Licht der Welt. – Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. – Ich bin die Auferstehung und das Leben

Dies alles unterstreicht die welthistorische Bedeutung Jahwes und dessen Verbundenheit mit dem weihnachtlichen Geschehen. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar.

Eine gewisse Tragik besteht für mich darin, dass das historische Judentum diesen Weg nicht weitergegangen ist und den Sohn nicht als Sohn, als Messias erkannt hat.

Hinsichtlich der spirituellen Konsequenzen geht es damit in diesem Punkt einen dem Islam vergleichbaren Weg, denn der Messias kann  nach christlichem Verständnis nicht mehr kommen; im Sohn ist er da, auf ihn warten zu wollen sinnlos.

Wiederholt habe ich in der Vergangenheit darauf verwiesen, warum der Islam aus christlicher Sicht ein spiritueller Irrweg ist. Allah negiert expressis verbis mehrfach im Koran den Sohn. Ohne Sohn aber gibt es keine Entwicklung.

Das aber ist das große überkonfessionelle Geschenk des Christentums an die Menschheit: Seht die Bedeutung des Sohnes und die mit ihm verbundenen Möglichkeiten der Entfaltung!

Die Entfaltung der Persönlichkeit ist ein Jahwe-initiierter Prozess

Ohne diesen Sohn gibt es keine freie Entfaltung der Persönlichkeit, keine wirkliche Individualität. Auch dies macht einen der zentralen Unterschiede zwischen Islam und Christentum aus: Der Islam kennt diese Möglichkeit zur Freiheit nicht. Deshalb ist der Koran in meinen Augen auch stilistisch wie inhaltlich so doktrinär und obsessiv in seinen Formulierungen. Hier gibt es keine Freiheit, die ein Sohn vermittelt.

Das Wesen des Christentums aber liegt darin, dass sich der Sohn mit dem Ich, jenem sich über viele Jahrhunderte entwickelten Selbstbewusstsein des Menschen, das von Jahwe ausging, verbinden will. Im christlichen Verständnis gipfelt diese Verbindung im Geist, im Heiligen Geist. Heute allerdings wagt kaum jemand noch öffentlich von heilig zu sprechen, sieht man von Kirchenleuten ab, denen man das von Berufs wegen nachsieht.

Dennoch möchte ich darauf verweisen, dass der Grund für die christliche Trinität und den dort angesprochenen Heiligen Geist ist, dass dieser dem selbstbewussten Menschen mit Hilfe des Sohnes es ermöglicht, eine Verbindung zu jenen Kräften aufrecht zu erhalten, selbsstbewusst und zugleich gottesbewusst, die ihn dahin geführt haben, wo er sich nun befindet.

Nun allerdings, wird er nicht mehr geführt. Er entscheidet selbst, was er will!

Diese Tatsache markiert die neue Entwicklungsstufe der Menschheit.

Wichtig ist mir anzumerken, dass sowohl Muslime als auch Juden, auch ohne dass sich ihre Religion zum Sohn bekennt, ein Bewusstsein haben können, das diesem christlichen entspricht. Ich glaube sogar, dass das vielfach der Fall ist und es könnte, wenn sich das einstmals Christliche Abendland so weiterentwickelt, der Fall eintreten, dass dieses eben angesprochene Bewusstsein in seinem Gebiet weltweit am wenigsten vorhanden ist.

Dieses von jenem kleinen Volk initiierte Bewusstsein des Ich-Bin ist an keine Konfession gebunden – »Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker« -, auch wenn die Kirchen es – keineswegs immer zu dessen Vorteil – in ihre Obhut genommen haben.

Es gehört im Übrigen zur Tragik Europas, dass es, wenn kein Bewusstseinswandel eintritt, in das eigene, sich so selbstherrlich wetzende Messer seines angeblichen Aufgeklärtseins läuft.

Heute kann jeder das oben angesprochene spirituelle Geschenk annehmen oder das Geschenk als Paket versenken, ohne es jemals aufgeschnürt zu haben. Manche tun Letzteres, weil sie grundsätzlich gegen Kirchen sind.

Es ist dies auf oben angesprochenem Hintergrund eine engstirnige Dummheit, denn, wie auch immer man das bezeichnen mag, den Jahwe-offenbarten Prozess des Ich bin, der Ich-Bin hat jeder von uns durchlaufen, auch wenn er sich partout als Atheist gerieren möchte.

Wer genau hinhört, muss bemerken, dass die Kirchen in vielen Aussagen ihrer Vertreter diesen Entwicklungsschritt nicht unterstützen. Was sie mehr denn je fürchten, ist, dass eine sich spirituell entfaltende Persönlichkeit die Enge der real existierenden Kirche sprengt.

Zu Teilen ist eine sich öffnende Kirche allerdings wahrnehmbar, weil es auch in ihr Menschen gibt, die verstehen und nicht nur davon reden, dass Liebe keine Grenzen auch im Hinblick auf eine sich entfaltende Persönlichkeit kennt.

Erynien konnte man nicht verstummen machen!

Es gibt diesen Punkt, an dem, ihn zu erkennen nichts vorbeiführt: Mit dem zunehmenden Bewusstsein seiner selbst, seines Selbst, mit der Übernahme des Ich Bin, ist jeder Mensch  verantwortlich für Maß und Qualität seiner Zusammenarbeit mit dem Sohn und dem, was sich in seiner eigenen Welt durchsetzt. Es gibt keine Erynien mehr, die ihn gegebenfalls bis  zum Bewusstsein eigener Schuld jagen; es regieren keine Götter mehr im Hintergrund, die so mächtig sind, dass sie im Zweifel einen Odysseus noch nach Hause bringen.

Wo in unseren Tagen tausende Menschen ertrinken, würde heute tatsächlich auch ein Odysseus ertrinken, wenn er nicht das tut, was Menschen heute tun müssen:

sich bewusst für das Gute, das Wahre in ihrer Seele zu entscheiden und sich kompromisslos dafür einzusetzen.

Die Erynien sind mittlerweile in uns; sie sind unser Gewissen.

Erynien konnte man nicht ignorieren. Gewissen kann man abtöten.

Auch das steht unserem Ich Bin, der Ich-Bin frei.

Das höchste Gut unserer Kultur

Wir, unsere Erde braucht Menschen, die Gutes um des Gutes willen tun, sich zur Wahrheit bekennen um der Wahrheit willen. Es beginnt im Kleinen, im Ungang mit den eigenen Kindern, setzt sich in der Steuererklärung fort und gipfelt im Umgang mit den Steinen des eigenen Inneren, die eben kein Glück bedeuten, sondern durchschaut werden wollen. Dann können Sie zum inneren Gral werden – nicht von ungefähr ist bei Wolfram von Eschenbach der Gral ein Stein.

Es gibt sie tatsächlich, diese in der Bibel apostrophierte Verwandlung vom Stein des Anstoßes (Matth. 21,42) zum Stein der Weisen, dem so genannten lapis philosophorum der Alchemie. Er versinnbildlicht das höchste Gut unserer Kultur.

Diese Kultur, in der leben zu dürfen ich als ein Privileg erachte und so dankbar dafür bin, kennt noch andere Symbole der Wandlung, beispielsweise die Blaue Blume des Novalis oder das in einem Volkslied besungene Brünnlein im Schneegebirge, dessen Wasser zu trinken den Tod überwindet. – Unsere Kultur ist unfassbar reich.

Auf diesem Hintergrund ist verständlich, warum wir die Verbindung zur Vergangenheit nicht kappen dürfen, zu Weihnachten, zur Blauen Blume, zum Stein der Weisen.
Unser Ich bin stünde auf tönernen Füßen.

Leider ist dies bei so vielen, die in diesem Land so gelehrt daherreden, der Fall, weil sie von oben Angesprochenen keine Ahnung haben, keine Ahnung haben wollen.

Das Böse ist nicht mehr hässlich!

Früher war es so, dass das Böse hässlich war und deshalb als solches auch erkennbar. So tritt Satan alias Mephistopheles im Faust II auf der griechischen Ebene als Phorkyade auf, als Ausbund der Hässlichkeit. Noch vor wenigen Jahrhunderten war es möglich, Satan zu riechen. Margarethe in Faust I riecht sofort, dass Mephistopheles in ihrem Zimmer war.
Im Zeitalter betörender Odeure und all den Möglichkeiten der Schönheitschirurgie ist das Böse als Hässlichkeit nicht mehr entlarvbar. Ohnehin ist es im Rahmen des derzeitigen Entwicklungsabschnittes der Menschheit so, dass sich kaum mehr von dem Äußeren auf das Innere schließen lässt.

Auch die Dummheit ist kaum noch zu entlarven. Sie kostümiert sich mit gelehrtem Gerede, mit einer aufgeblasenen Wortartikstik und Begrifflichkeiten, die keiner mehr hinterfragt, mit Begriffen eben, die keinen Inhalt mehr haben. Dummheit, die um das wirklich Wesentliche nicht mehr weiß, kaschiert sich bestens, weil sie gekonnt Nebensächlichkeiten zu Hauptsächlichkeiten aufbauscht.

Im Angebot: Selbstentfaltung oder Selbstverdummung

Deshalb ist es so schwierig, für den Menschen unserer Zeit, das Böse und das Dumme zu entlarven, das abgrundtief Böse, das absichtsvoll Dumme. Klar trägt jeder Mensch beide Seiten, Gutes und Böses in sich. Worum es aber geht ist, zu erkennen, ob man sich womöglich einem Menschen anvertraut oder mit ihm solidarisiert, der kein Bewusstsein für den Weg des Menschen hat, kein Bewusstsein also für die Gefahren, die von dem abgrundtief Bösen ausgehen.

Um dies zu erkennen, muss der Mensch entsprechende Realitäten in seinem Inneren anerkennen; genau diese sind es, die immer rechtzeitig klingeln können, wenn sie ihresgleichen in einem Anderen begegnen.

Traurigerweise aber ist es so, dass zum Beispiel ein Politiker bzw. Machthaber, einen Menschen umbringen lassen kann oder auch dutzende, ja, mit seinen Entscheidungen tausende von Menschen (auf ein paar tausend kommt es heute nicht mehr an); aber man sieht darüber hinweg, als sei nichts geschehen.

Er kann lügen bis zum Anschlag; man sieht darüber hinweg (sieh nur, der Schauspieler Reagan war schlussendlich auch ein recht guter Präsident!).

Töricht zu glauben, das sei ohne Konsequenzen und man sei auch nur annähernd auf einem gangbaren Weg.

Auf dem Hintergrund des sich entwickelt habenden menschlichen Bewusstseins kann niemand mehr sagen, er habe nicht gewusst, dass die Notwendigkeit zu einer definitiven Entscheidung vorliegt. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. (Matth. 12, 30)

Folgenlos indefinites, undifferenziertes Herumlabern und Herumeiern ist mehr denn je passé.

Die Summe aus allem ist: Wir haben uns bewusst zu entscheiden.

Glaube ist nicht mehr der Schnuller des Göttlichen!

An dem man einfach nuckelt.

Um in Wirklichkeit so zu bleiben, wie man ist.

Glauben bedeutet Entwicklung in zunehmendem Erkennen.

Niemand kann, das sei zum Abschluss noch angemerkt, erwarten, dass jemand, der sich für das Gute entscheidet, ein Heiliger ist und dass generell Menschen, die sich für diesen Weg entscheiden, Heilige sind. Nein, sie machen Fehler. Aber wir können sie erkennen in ihrem Bestreben, Lügen zu vermeiden und Entscheidungen, die Menschen sterben lassen, unglücklich machen oder abhängig.

Dem ein oder anderen mag dämmern, wieviel wir Menschen verdanken, die zu Entscheidungen standen, auch wenn sie ihren Tod zur Folge hatten. Ihnen verdanken wir, dass wir heute anlässlich entsprechender Entscheidungen nicht mehr sterben müssen.

Dennoch entscheiden wir in Wahrheit über Tod oder Leben in uns.

 

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Über Johannes G. Klinkmüller

Ich lebe und arbeite am Fuße der Rhön, in Bad Kissingen, und genieße die Saale, die Wiesen, den so vielfältigen Wald und die bemerkenswerten Veränderungen im Jahresverlauf. – Mein Interesse gilt, wie sich in Mythen und der Literatur die Entwicklung des Menschen spiegelt. Ohne den Prometheus in uns kommen wir nun eben mal nicht zu wahrem Bewusstsein und möglich, ja wahrscheinlich ist, dass wir als Kain Abel erschlugen; doch wenn es gutgeht, laufen wir mittlerweile auf dem Gralsweg des Parzival; dazu ist es notwendig, sich zu erlauben, wie jener den eigenen Karfreitag zu erleben. Ich glaube, dass Philosophen und Dichter früherer Zeiten ein höheres spirituelles Bewusstsein hatten, ob sie Platon, Wolfram von Eschenbach, Dante oder Goethe hießen; viel von ihrem Bewusstsein hat die Hochkonjunktur des Rationalen und des Materialismus verschüttet (eine für die Entwicklung des Menschen notwendige Phase, die nun allerdings vorübergehen sollte!). - Vor allem Michael Ende schließt an die Tradition der großen Alten an; seine "Unendliche Geschichte" beleuchtet eine mögliche Reise zu sich selbst durch die Heilung der kindlichen Kaiserin in uns. Sie steht stellvertretend dafür, dass in Menschen unserer Zeit ein entsprechendes Bewusstsein erwacht, wenn auch der Hype vom Wassermannzeitalter einer falsch verstandenen Esoterik viel Unheil angerichtet hat. - Viele der großen Dichter, heißen sie Schiller, Hofmannsthal, Rilke oder Trakl wollen auf dem Hintergrund ihrer Zeit und ihres Lebens verstanden sein und können damit Anregungen geben, uns und unsere Zeit zu verstehen. Gerade gilt mein Interesse Hölderlin und viel von mir finde ich in ihm wieder (was nicht heißt, dass ich glaube, ihm nur annähernd das Wasser reichen zu können). Es dauert noch ein bisschen, bis sich der gute Hölderlin in Posts niederschlägt :-)
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6 Antworten zu Das Böse ist nicht mehr hässlich und das Gute in uns und auf der Erde: kein Selbstläufer mehr!

  1. Muriel schreibt:

    “In der Vergangenheit konnten sich die Menschen darauf verlassen, dass sich das Gute schon durchsetzt. “
    Wann genau war denn diese selige Zeit?

  2. @ Muriel

    Natürlich in jener Zeit, die Kulturen unterschiedlich benennen, die Griechen z.B. als Goldenes Zeitalter, Juden in ihrer Thora als Paradies.

    Grundsätzlich aber ist für mich offensichtlich, dass auch im Anschluss an diese Epoche Menschen das Wohl und Wehe der Erde nicht alleine bestimmt haben können, sonst würde dieser Planet bzw. seine Bevölkerung nicht mehr existieren. Man muss nur anschauen, in welch kurzer Zeit die doch unseren Maßstäben nach recht zivilsierte Menschheit den Orbit vermüllt hat und das mit den Weltmeeren in einem wachenden Ausmaß schon lange tut.
    Auf der anderen Seite darf man nicht verkennen, wie sehr ihr bewussterer Teil sich zugleich um Wasser und Luft bemüht.

    Das Eingreifen dessen, was die Mythen als Götter bezeichnen, reicht bis in die Uranfänge der Menschen zurück, auch in Zeiten, in denen die Menschen in ihren äußerlichen Formen gewiss noch nicht heutigen Schönheitsansprüchen genügten bzw. womöglich entsprechend der Entstehung der Erde und ihren sich entwickelnden Zuständen, die sich ja erst zunehmend verfestigten, ähnlich figuriert gewesen sein mögen. Wissenschaftler sprechen zudem immer nur von körperlichen Gestalten.
    Ich glaube nicht, dass es mit 2,5 Millionen Jahren und einem homo rudolfensis getan ist, gemessen an einem Alter der Erde von viereinhalb Milliarden Jahren.

    Jedenfalls ist für mich offensichtlich, dass wir in einer Zeit leben, in der viele von den seelisch-geistigen Ursprüngen nichts mehr wissen wollen. Das ist eine Zeiterscheinung, gewiss, aber eine, die es in diesem Ausmaß womöglich so noch nie gab, sieht man auf frühere Quellen zurück und wie sehr sich die Menschen immer mit den göttlichen Ebenen verwoben sahen.

    Wenn man darauf verweist, wird man heute belächelt. Das zeigt den Bewusstseinswandel.

    Selig war diese Zeit überwiegend gewiss nicht, sieht man davon ab, dass solche Adjektive ohnehin vor allem einen süffisanten Kommentar transportieren sollen.

    • Muriel schreibt:

      „Natürlich in jener Zeit, die Kulturen unterschiedlich benennen, die Griechen z.B. als Goldenes Zeitalter, Juden in ihrer Thora als Paradies.“
      Na gut, das ist nun eine Zeit, für deren Existenz wir keine überzeugenden Belege haben, denke ich. Und für das Eingreifen von Göttern natürlich erst recht nicht. Aber ich schätze, diesen Dissens werden wir hier nicht geklärt kriegen, insofern bedanke ich mich für die Antwort und wünsch enoch alles Gute.

  3. Susannah schreibt:

    Auch die Dummheit ist kaum noch zu entlarven. Sie kostümiert sich mit gelehrtem Gerede, mit einer aufgeblasenen Wortartikstik und Begrifflichkeiten, die keiner mehr hinterfragt, mit Begriffen eben, die keinen Inhalt mehr haben. Dummheit, die um das wirklich Wesentliche nicht mehr weiß, kaschiert sich bestens, weil sie gekonnt Nebensächlichkeiten zu Hauptsächlichkeiten aufbauscht.

    erschütternd, traurig und wahr und alltägliche Realität.

  4. @ Susannah

    Danke für Deinen Kommentar.
    Wir schreiben dagegen an :-)

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