„Du bist doch nur für uns bemüht“! – Die Botschaft des Mephistopheles an alle Trumps und Hillary Clintons dieser Erde.

„Du bist doch nur für uns bemüht“! – Das ist die ernüchternde und teuflisch wahre Botschaft des Geistes, der stets verneint, an all die Trumps und Hillary Clintons und Wall-Street-Fixierten dieser Erde. Es könnte aber auch eine nachdenklich stimmende für all jene sein, die sich mittlerweile irritiert fragen, ob es nicht doch geratener sein mag, sich ein trampliges Trump-Verhalten oder eine cleane Clinton-Fassade zuzulegen. Ob sich nicht doch der Schein lohne und ein ständiges Zünden von Nebelkerzen, um die Wahrheit wirkungsvoll zu verschleiern.

Wozu noch Wahrheit? Warum nicht maximal leben, was das Leben hergibt? Auch wenn das aus seelischer Sicht ganz und gar nicht optimal sein mag!

Ganz offen sagt der Vertreter des Dunkels, des Bösen, Mephistopheles also, angesichts des sterbenden Faust über dessen Leben:„Es ist so gut, als wär´ es nicht gewesen“.

Und die Golgatha-Worte (Golgatha ist übrigens keine Zahnpasta) verspottend, meint er: „Er fällt, es ist vollbracht.“

Die Ernte des Lebens, geht es nach ihm, lässt sich in die Worte gießen: „das Ewig-Leere“.
Alles Tun also ist für den Teufel.
Der entsorgt es auf seine Weise.

Ist das der gesellschaftliche Fortschritt, auf den wir stolz sind?

Ist darin auch der Grund zu sehen, warum Menschen in doch recht großer Zahl sich dem Religiösen bzw. dem ethisch verantwortlichen Handeln entziehen, ja es negieren, sich auf diese Weise davonschleichend, um dem sich immer mehr ausbreitenden Nichts, wie es Michael Ende so überzeugend in seiner Unendlichen Geschichte zur Darstellung brachte, zu entgehen?

Gibt es nicht bereits, wie dort zu lesen, diese Gestalten, die sich zu unvorsichtig dem Nichts näherten und nun ohne Arm herumlaufen oder andere Gliedmaßen bzw. gar fast halbiert sind?

Transponiert man diese Gestalten ganz im Sinne Michael Endes auf eine seelische Ebene, gibt es sie zuhauf! Ein womöglich gütiges Schicksal verhindert, dass wir das sehen können.

Nicht jeden zieht das Ewig-Weibliche hinan!

Du bist doch nur für uns bemüht! – Wir finden diese Worte in der drittletzten Szene des Faust, 2. Teil, in der den erblindeten Faust das Geklirr der Spaten ergötzt, weil er annimmt, dass seine Knechte einen weiterer Graben ausheben und sein letztes großes Werk, dem Meere Land abzugewinnen, weiter perfektionieren, nicht wissend, dass es Lemuren, also Geister bereits Verstorbener sind, die nicht einen Graben, sondern sein Grab ausheben.

In der folgenden, also vorletzten Szene zeigt sich, dass noch im Tode von Faust es des Einsatzes von Engelchören bedarf, um seine Seele den Lemuren und Mephistopheles zu entreißen. Selbstverständlich ist es nicht, dass es mit ihm, wie in der Schluss-Szene Bergschluchten nachzulesen, nach oben geht und das Ewig-Weibliche ihn hinanzieht. Nur wer wahrnimmt, dass Faust bei allen Rückschlägen Zeit seines Lebens um Erkenntnis gerungen hat, kann das als gerechtfertigt ansehen.

Ob sich Engel dereinst um Donald Trumps oder Hillary Clintons Seele bemühen? Oder um unsere?

Da scheint es doch nicht wenigen ratsam, diese Wesen zu negieren.

Trump korrumpiert Gefühle!

Was wir bei einem Donald Trump erkennen können, ist, dass seine Trump-Tower an den Turm zu Babel erinnern. Selten haben sich weite Teile einer Gesellschaft so demaskiert, weil sie sich für einen Mann engagieren, der Schamgrenzen außer Kraft setzt und Emotionen auf eine Weise benutzt und vergewaltigt, dass außer Acht zu geraten droht, welche wertvolle Rolle sie im Leben der Menschen übernehmen sollten. Wie lange Republikaner brauchten, um sich von ihm zu distanzieren und wie sehr weite Teile Amerikas auf den wohl unverfrorensten notorischen Lügner der Neuzeit abfuhren und das immer noch tun, ist bezeichnend für ein Land, das nicht nur in seinem Ansehen, sondern auch in seiner moralisch-ethischen Substanz bis in seine Grundfesten erschüttert, ja womöglich morbider ist, als wir wahrnehmen konnten.

Über Hillary Clintons zwielichtiges Wesen ist gerade in der letzten Zeit genug geschrieben worden. Die Frage nur ist, welch hohen Aufwand diese Frau betreiben muss, ihr Gesicht zu wahren, überhaupt ihr Gesicht zu zeigen, wo sie es doch schon mehrfach verloren hat (auffallend in diesem Zusammenhang ist, wie sehr auf Fotos und Abbildungen es immer wieder flächig nach vorne geschoben wirkt).

Griechenlands Helena, Roms Venus, Thüringens Elisabeth

Kaum möglich erscheint mir, dass es bei einem Donald Trump oder einer Hillary Clinton eine Seite gibt, wie wir sie bei Faust und Gott sei Dank auch dem ein oder anderen unserer Zeitgenossen finden, der sich im Grunde ein Leben lang um Selbst- und Welterkenntnis bemüht, wenn auch ethisch oft wenig erfolgreich. Gerade im zweiten Teil des Faust wird angesichts seines Bemühens um Helena und dem damit verbundenen Abstieg ins Reich der Mütter deutlich, welchen Einsatz er zu wagen bereit ist. Sein Bemühen um Helena, die ja bereits in Faust I in der Hexenküche mittels eines magisch-visionären Bildes auftauchte (Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, / Bald Helenen in jedem Weibe) und mit der er inmitten des zweiten Teils einen Sohn, Euphorion nämlich, zeugt, vermittelt, dass Goethe hier seinen Faust in Tiefen menschlichen Seins – bis eben ins Reich der Mütter, wie der große Weimarer diese Region nennt, also in Urtiefen der menschlichen Seele – absteigen lässt, die sich um Dinge ranken, an die unsere Psychologie noch nicht ansatzweise heranreicht und in ihrer teilweise begrifflichen Erstarrung es auch vermutlich nie tun wird, und die zu tun haben mit der zentralen Bedeutung des Weiblichen, das eben nicht nur die Seite des Ewig-Weiblichen kennt, sondern auch ein sozusagen zeitlich Weibliches, was sich gerade in Helena darstellt, im Altertum auch Selene genannt, die man unter anderem in Sparta nicht von ungefähr im Rahmen des orgiastischen Festes Helenephoria verehrte.
Richard Wagner hat im Übrigen diese beiden Seiten des Weiblichen in seiner Tannhäuser-Oper in den Gestalten der Venus und Elisabeth genial einander gegenübergestellt.
Mehr denn je würde es sich für unsere Kultur lohnen, wenn Goethes Werk und den darin angesprochenen Aspekten des Seins wieder mehr an den Schulen Beachtung geschenkt würde, damit Jugendliche die Riesenschritte, die die Menschheit momentan in ihrer Entwicklung geht, einzuordnen vermögen und vor allem um die Bedeutung des Dunklen wissen, um nicht einer Verflachung anheimfallen, wie wir sie im Grunde fast weltweit erleben.

Frau Merkel und die Männer der CDU

Es gibt keine Vorwärtsentwicklung ohne Gegenbewegungen, ohne Verfallserscheinungen, zumal diese uns zwingen, bewusster zu werden. Vielleicht mag das der tiefere Sinn sein, der hinter all dem, was wir momentan erleben müssen, nicht nur in Syrien, sondern eben auch auf der moralischen Ebene in Amerika, steht. In Europa erleben wir eine ethische Verflachung in der Weise, wie Juncker, Merkel, Hollande und andere Politik betreiben, fixiert auf Ökonomisch-Materielles, Werte und Tugenden nur als Feigenblatt, um diese Tatsache zu kaschieren, benutzend; für mich haben sie auch ganz offensichtlich wirklich keinen entsprechenden Tiefgang. Doch noch scheint ein Absturz wie in Amerika nicht denkbar.

Anmerken möchte ich, dass meines Erachtens die ethisch-religiöse Verflachung der politischen Kultur Merkel-Gauckscher Provenienz mit deren Sozialisation zusammenhängen mag (was nicht zwangsläufig hätte sein müssen), eine Provenienz, die ethisch anspruchsloser – entgegen mancher hehren Worte, die beide bei passenden Gelegenheiten von sich geben – und kaum hohler sein könnte. Es mutet seltsam an und mag doch kein Zufall sein, dass beide aus einer Region kommen, der Deutschland eine geistige Blüte verdankt (Weimar, Jena), wie wir sie weltweit nur ganz, ganz selten finden. Zu dieser Blüte müssten wir zurück, um die Zukunft meistern zu können. Das allerdings geht nur ohne Gauck und Merkel. Die aber nun hat seit vielen Jahren die Männer der CDU unfassbar fest im Griff. Auch das ist im Übrigen eine Facette des Weiblichen, eine nicht unbedeutende.

Wenn die Spitzmaus wichtiger als der Geist ist.

Es gibt eine seelische Gravitation ebenso wie eine physische, die uns als irdische Lebensbedingung zwingt, möglichst aufgerichtet zu bleiben, körperlich und vor allem auch seelisch, nötigenfalls sehr bewusst. Erlahmen diese Kräfte, dann geht es gegebenenfalls rapide abwärts – sieht man einmal von den Trumps dieser Erde ab, die wohl schon immer nur körperlich aufgerichtet waren -, oder es geschieht verkappt, versteckt, verhohlen, wofür Hillary Clinton steht.

Alternativ muss es ein Bemühen geben, dem Mephistophelischen überlegen, das heißt, möglichst immer einen Schritt voraus zu sein. In diesem Bemühen erlahmt Deutschland seit geraumer Zeit in für mich erschreckendem Ausmaß, auf der politischen Ebene – abfärbend auf die gesamtgesellschaftliche – maßgeblich verstärkt durch Merkels abwartend lethargisches und konzeptionsloses Regieren, was gravierende Folgen haben wird, wenn nicht endlich wieder Menschen politisch und geisteswissenschaftlich-philosophisch das Sagen haben, denen innere Substanz zueigen und Richtschnur ist und nicht auch noch, wie der so philosophisch bestsellernde R.D. Precht bei Markus Lanz die Ähnlichkeit des Menschengeschlechts mit der Spitzmaus herausheben, sondern um das wissen und es bezeugen, wofür u.a. Goethe, Schiller, Fichte und Schelling stehen, späterhin auch ein C. F. Meyer, ein Rilke, ein Horvath, ein Böll und ein Max Frisch, um auch Dichter des deutschsprachigen Kulturkreises mit einzubeziehen.

Wenn ich das geahnt hätte . . .

Fast etwas großspurig scheint Faust angesichts seines Lebenswerkes, dem ihm vom Kaiser vermachten Meeresstrand Land abgewonnen zu haben, wodurch nun Handel und Wandel entstanden ist, zu tönen:

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Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht‘ ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft‘ ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Äonen untergehn.–
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß‘ ich jetzt den höchsten Augenblick.

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Es sind die letzten Worte Faustens und das Leben kommentiert sie mit seinem Tod.

Erinnern wir uns, dass unser Protagonist noch kurz zuvor an Mephistopheles das Ansinnen gerichtet hatte, Philemon und Baucis, deren Hütte ihm angesichts seines neu gebauten Palastes ein absoluter Dorn im Auge war, aus dem Weg zu räumen.
Mephistopheles tat es auf seine Weise und ließ die beiden Alten samt ihrer Hütte kurzerhand abfackeln.
Wie bigott klingen angesichts dieses Geschehens Faustens Worte zu Mephistopheles und seinen Schergen:

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Ward ihr für meine Worte taub?
Tausch wollt‘ ich, wollte keinen Raub.
Dem unbesonnenen wilden Streich,
Ihm fluch‘ ich; teilt es unter euch!

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So einfach allerdings lässt sich Verantwortung nicht entsorgen.

Das wollte ich nicht! So war das nicht gemeint . . .

Das könnten auch ein George Bush angesichts dessen, was er auslöste, sagen, desgleichen ein Assad, ein Putin – allerdings, bei Lichte besehen kommt letzteren beiden nicht einmal in den Sinn, verstört zu sein, wie es Faust wenigstens war.

Ein erster wichtiger Schritt:

Was Goethes großes Werk uns lehrt, ist, dass wir grundsätzlich Fehler machen und jedem von uns Mephistopheles auf Schritt und Tritt folgt, ja, unserem Inneren angehört.

Wie wir mit ihm und dem Bösen, das es auf der Erde nun einmal gibt, umgehen, ist entscheidend für unsere Gegenwart und die Zukunft unserer Kinder.

Was als erster Schritt zwingend Not tut, ist, dass Deutschland sich unabhängig macht von den politischen Eliten Amerikas und Russlands, auch eines dekadenten Europas, wie es für mich z.B. ein Juncker verkörpert oder auch gewisse Machthaber, die die Macho-Modelle vergangener Jahrhunderte zwanghaft perpetuieren. Ich halte auch nichts von einem Politik-Stil à la Steinmeier, der aus taktischen Gründen (um immer im Gespräch zu bleiben – wie ihn das ehrt!) den Genozid der Türkei an den Armeniern nicht Völkermord nannte und vermutlich Putin nicht einen Kriegsverbrecher nennt. Damit mag er vorläufige Erfolge erzielen, wenn z.B. just soeben Putin Berlin die Ehre gibt, aber es sind Pyrrhus-Siege auf Kosten der Wahrheit. Einem Putin ist ein Steinmeier nicht ansatzweise gewachsen; auch eine mit mehr Wassern, als viele vermuten, gewaschene Merkel nicht.

Für diese notwendige Unabhängigkeit ist ein Bewusstsein unserer Leitkultur notwendig, das nicht mehr mit den oft genannten und mittlerweile so hohl klingenden Werten erfasst werden kann, sondern allein mit einem lebendigen Bewusstsein vom Menschen, der zu sein eigentlich ein Prädikat ist, nichts Selbstverständliches.

Man muss es sich mit dem Leben verdienen.
Verdienen wollen.

Sinnlehre statt Sinnleere!

Unsere Leitkultur jedoch droht zu einer Leidkultur zu verkommen. Dringlicher denn je sollte die Mahnung Viktor Frankls Gehör finden, der Sinnleere mit Sinnlehre zu begegnen.

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veröffentlicht auch auf NEOPresse

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