Weihnachtliche Realität 2015: Ohne Gott geht´s auch, wenn nicht besser!

Der aktuelle Atheismus ist der Versuch, das Dunkle in uns aus der Welt zu nivellieren. Gelingen könnte er, weil Christen gern dasselbe machen: Sie erkennen das eigene Dunkel in sich nicht an und projizieren es auf den, der es tragen soll. So aber treibt es munter seine Spielchen in ihnen. 

Das gilt für Theologen und Kardinäle, Politiker, Hochleistungssporter und Normalbürger; lassen wir uns nicht von dem gekonnten Fascienspiel ihrer Gesichtsmuskulatur irritieren.

Bei vielen, vielleicht sogar den meisten Menschen mag es auf der Ebene ihres Mikrokosmos hinsichtlich der Belichtung des eigenen Inneren so sein, wie es auf der makrokosmischen Ebene nach Ansicht der Astronomen ist:

Wir sind uns 5 Prozent des Universums bewusst, 25 Prozent sind dunkle Materie und 75 Prozent sind dunkle Energie.

Wie oben so unten, so ließ uns schon der weise Hermes Trismegistos auf seiner Tabula smaragdina wissen, und nicht zufällig lesen wir im Vater unserWie im Himmel so auf Erden. Diese Aussagen sind gleich der Auffassung: Was innen ist, ist dem, was außen ist. 

Goethe wusste das („Nichts ist drinnen, nichts ist draußen; / Denn was innen, das ist außen“), wenn er schrieb, dass auch im Inneren ein Universum sei.

Natürlich haben wir alle diese dunkle Energie nicht in uns, sondern die ANDEREN.

Das Verfahren allerdings, das momentan weitgehend praktiziert wird, ist, möglichst überhaupt nicht mehr hinzuschauen, dann ist das Unbewusste weder so noch so. Alles ist lau, seicht, indifferent. Deshalb der gewaltige Aufwand, ständig etwas lostreten zu müssen, eine Fete nach der anderen zu feiern, alles ins Uferlose zu steigern. Es gilt die innere Stimme, die Stimme des Gewissens zu übertönen.

Oder man urteilt heftigst, dann ist alles Unbewusste, dessen Wahrnehmen immer mit einer Bereitschaft zu einem offenen Prozess verbunden ist, in die dunkelsten Tiefen versenkt. Und wie viele urteilen nicht so, dass man glauben soll, sie kennen in allem 100 Prozent! Vor allem wollen sie sich das selbst weismachen.

Beide Verfahren, die seichte Indifferenz und das harte Urteil, schließen aus wahrzunehmen, dass das Leben aus Gegensätzlichkeiten besteht, die wir erforschen sollten und mit denen wir lernen müssen umzugehen. Wer das Dunkle nicht zur Kenntnis nimmt, ist in Wahrheit sein Knecht. Er glorifiziert womöglich das Licht und merkt nicht, dass es das luziferische ist, das Licht des Lichtträgers. Dessen Licht allerdings ist kalt. Wer aber immer nur von Licht und Liebe redet, der merkt nicht, wie kalt sein Licht ist.

Wer sich nicht auf das Wagnis der Erkenntnis einlässt, wird nie merken, dass das Dunkle sich auch in grell gleißendes Licht tauchen kann.

Wir können ein Leben lang diesen Erkenntnisprozess verhindern, nur: 

Das Unbewusste hat Zeit! Seine Dunkelheit und sein Licht.

Und was für das Unbewusste gilt, gilt für Gott, gilt für die wahren Werte.

Vielleicht laufen die katholische und evangelische Kirche vereinzelt noch ihren Schäfchen nach, aber Gott oder die Werte oder das, was Platon Ideen nannte, laufen weder der Kirche noch den Schäfchen nach, wie ich vermute. Diese Instanzen lassen den Kirchen und den Schafen die Zeit, die sie brauchen. Das können Äonen und Zyklen sein – die Freiheit hat jeder.

Dass sich die Erde momentan in einer großen Umwälzung befindet, dürfte niemandem entgangen sein. Es mag wieder so laufen, wie damals, als Atlantis unterging. Es kann auch anders gehen. Die Hopi-Indianer sind sich in ihren Quellen der Tatsache bewusst, dass die damalige Welt zu Teilen unterging, weil die Menschen sich in bestimmter Weise verhielten. Und wenn wir sehen, wie wir binnen weniger Jahrzehnten die Weltmeere und den Orbit vermüllt haben, dann sollten wir nicht glauben, dass es in uns nicht vergleichbar aussieht. Von wem kommt der Dreck, wenn nicht von uns als Menschheit.

Noch vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren wären C.G. Jungs folgende und so decouvrierende Ausssagen im Rahmen seiner Einleitung in die religionspsychologische Problematik der Alchemie absolut zutreffend gewesen, weil sie die Wahrheit über das Christentum Europas wirklich offenlegen.

Nur ist es mittlerweile so, dass die Realität Jungs Worte überholt hat: Es gibt wirklich kaum noch Christen, wirklich überzeugende eh sehr selten, und die hohlen Christen, die man früher mitgezählt hat, werden zunehmend ehrlich und machen sich religionsfrei.

Warum Jungs Aussagen aber dennoch interessant sind: Weil, was er sagt, nicht nur auf das Christentum, sondern auch auf die reale Existenz unseres Wertebewusstseins zutrifft.

Klar sollten die Leute weiterhin nicht in U-Bahnen rauchen, in öffentlichen Lokalen rülpsen oder in Mülleimer urinieren; aber solange alles im Rahmen bleibt, brauchen wir Werte, wie sie gar den biblischen Früchten des Geistes entsprechen – Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit – nun wirklich nicht mehr. Eher behindern sie doch, seien wir mal ehrlich, unsere liberale Gesellschaft. Und wie hohl und fassadenhaft religiös unsere Gesellschaft ist, führt uns unser Bundespräsident in schöner Regelmäßigkeit vor Augen, der sein Theologenmäntelchen abgelegt hat, als wäre er nie einer gewesen und seit Jahren dahersäuselt, dass ich immer denke, wenn ich ihn so höre, es müssten alle Leute auf die Knie fallen und bitten: Sei still, bitte sei still, wir können es nicht ertragen!

Das ist nun mein ganz persönliches Gefühl, aber ich glaube, so alleine bin ich da nicht.

Ich zitiere Jung und ich möchte darum bitten, immer dann, wenn er von Innerem spricht, also auch von den Figuren des Inneren und dem Christentum, daran zu denken, dass er auch von unseren Werten sprechen könnte:

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Es kann daher der Fall eintreten, dass ein Christ, der zwar an alle heiligen Figuren glaubt, doch im Innersten der Seele unentwickelt und unverändert bleibt, weil er den ganzen Gott „draußen“ hat und ihn nicht in der Seele erfährt. Seine ausschlaggebenden Motive und seine maßgebenden Interessen und Impulse erfolgen aus der unbewussten und unentwickelten Seele, die so heidnisch und so archaisch wie nur je ist, und keineswegs aus der Sphäre des Christentums (. . .)

Die großen Ereignisse unserer Welt, die von Menschen beabsichtigt und hervorgebracht sind, atmen nicht den Geist des Christentums, sondern des ungeschminkten Heidentums. Diese Dinge stammen aus einer archaisch gebliebenen seelischen Verfassung, welche vom Christentum auch nicht von Ferne berührt worden ist (. . .)

Die christliche Kultur hat sich in erschreckendem Ausmaß als hohl erwiesen: sie ist äußerliche Politur; der innere Mensch aber ist unberührt und darum unverändert geblieben. Der Zustand der Seele entspricht nicht dem äußerlich Geglaubten. Der Christ hat in seiner Seele mit der äußerlichen Entwicklung nicht Schritt gehalten. Ja, es steht alles äußerlich da in Bild und Wort, in Kirche und Bibel. Aber es steht nicht innen. Im Innern regieren archaische Götter, wie nur je: das heißt, die innere Entsprechung des äußeren Gottesbildes ist aus Mangel an seelischer Kultur unentwickelt und darum im Heidentum steckengeblieben. Die christliche Erziehung hat zwar das Menschenmögliche geleistet; aber es genügte nicht. Zu wenige haben es erfahren, dass die göttliche Gestalt innerstes Eigentum der eigenen Seele ist. Ein Christus ist ihnen nur außen begegnet, aber nie aus der eigenen Seele entgegengetreten; darum herrscht dort noch finsteres Heidentum, welches zum Teil mit nicht mehr zu leugnender Deutlichkeit, zum Teil in allzu fadenscheiniger Verhüllung die sogenannte christliche Kulturwelt überschwemmt.

Die christliche Mission predigt zwar den armen, nackten Heiden; aber die inneren Heiden, die Europa bevölkern, haben vom Christentum noch nichts vernommen. Das Christentum muss notgedrungenerweise wieder von vorne beginnen, wenn es seiner hohen Erziehungsaufgabe genügen soll. Solange die Religion nur Glaube und äußere Form und die religiöse Funktion nicht eine Erfahrung der eigenen Seele ist, so ist nichts Gründliches geschehen. Es muss noch verstanden werden, dass das „mysterium magnum“ nicht nur an sich vorhanden, sondern auch vornehmlich in der menschlichen Seele begründet ist. Wer das nicht aus Erfahrung weiß, der mag ein Hochgelehrter der Theologie sein; aber von Religion hat er keine Ahnung, und noch weniger von Menschenerziehung.

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Aufschlussreich ist eine Bemerkung Jungs, die sich bereits gleich zu Beginn seiner kleinen Schrift findet:

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Das Vorbild Christus hat sich mit der Sünde der Welt beladen. Ist es aber ganz draußen, so ist auch die Sünde des Einzelnen draußen und damit ist letzterer mehr Fragment als je, denn oberflächliches Missverstehen eröffnet ihm einen bequemen Weg, seine Sünden buchstäblich „auf ihn zu werfen“ und so einer tieferen Verantwortung zu entgehen, was mit dem Geist des Christentums in Widerspruch steht. Diese Formalistik und diese Laxheit waren nicht nur eine der Ursachen der Reformation, sondern sie sind auch innerhalb des Protestantismus vorhanden. Wenn größter Wert (Christus) und höchster Unwert (Sünde) draußen sind, so ist die Seele entleert: Es mangelt ihr Tiefstes und Höchstes.

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Deshalb ist unsere Gesellschaft so verflacht. Ob man nun von Christentum oder von Werten spricht. 

Kürzlich habe ich aus Versehen den Fernseher angemacht, als Florian Silbereisen so unnachahmlich sein Akkordeon spielte. Übrigens finde ich, er kann wirklich recht gut spielen. Aber was für dieses Juwel der deutschen Unterhaltungsindustrie gilt (vorsichtshalber schreibe ich dazu, dass das ironisch gemeint ist) und übrigens gleichermaßen auch mittlerweile für David Garrett und andere: 

Wie sehr stellen sich diese Typen selbst in den Mittelpunkt! Wie sehr will das Gesicht Florian Silbereisens und auch die ganze Gestalt die furchtbare Dramatik, den Kampf und die Hochleistung zeigen, die notwendig für dieses Können sind! Wie sehr bäumt sich der Körper auf, zeigt das Gesicht alle möglichen Formen höchster Anspannung – bei David Garrett ist es ähnlich, betrachtet man den immer wieder so unnachahmlich halb geöffneten Mund und das ewig gleiche Lächeln!

Es gibt Künstler von wahrem Format – ich denke an Anne-Sophie Mutter -, bei denen nie etwas anderes als die Musik im Mittelpunkt steht, bei denen der Körper und das Instrument eins sind und der Musik dienen; ja, der Künstler stellt sich in den Dienst seiner Kunst. 

In ihrem Spiel zeigt Anne-Sophie Mutter immer auf die Musik.

Wirkliche Künstler kann man heute, vor allem im Bereich der leichtgewichtigen Kunst, mit der Lupe suchen – genau das Gleiche gilt in der Politik für Politiker. Das ist es, was ich an Gauck, an Seehofer, an von der Leyen und all den vielen Werte-Leichtgewichten ablehne: Diese Form der Selbstinszenierung, die noch glauben machen will, genau das Gegenteil zu tun, als ob es nur um die Sache ginge (denken Sie nur daran, wie angestrengt von der Leyen gucken muss, wenn sie so wahnsinnig authentisch wirkt – oder jedenfalls glaubt, so zu wirken.)

Zunehmend fehlen die Menschen, die sich in den Dienst von etwas stellen, das weit über sie hinausweist! Die Alten, zum Beispiel die Griechen, wussten noch darum: Ob sie sich zu Theaterwettkämpfen oder sportlichen trafen: Immer stand ein Altar im Rund.

Wobei ich übrigens finde, dass für Deutschland die Geschichte des Wertebewusstseins nicht so vereinfacht darzustellen ist, wie es Jung oben getan hat – allerdings würde sich dieser hochgebildete Mann sehr wohl differenzierter zu diesem Punkt geäußert haben können, wenn er Schwerpunkt hätte sein sollen. 

Ich glaube, dass es in Deutschland so etwas durchaus gab, wie ein inneres Wertebewusstsein – und das nicht zu knapp. Im Land der Dichter und Denker gab es wahrlich Menschen genug, die nicht hohl daherredeten und auch entsprechend wirkten und arbeiteten. Wenn ich von Letzteren spreche, dann denke ich auch an Leute wie Wichern, Bodelschwingh, Wilhelm Löhe (er war maßgeblich daran beteiligt, dass auch Frauen zu Diakoninnen ausgebildet werden konnten), Theodor Fliedner, und andere. Sonst hätte es nicht sein können, dass dieses Land nach dem überdimensionalen Einfall des Dunklen sich nach dem Zweiten Weltkrieg wieder so aus den Ruinen emporarbeitet. Ich bin mir nicht sicher, ob Menschen heute noch angemessen zu schätzen wissen, was die Väter der Bundesrepublik, die Frauen und Männer, die diesen Staat aufgebaut haben, wirklich geleistet haben. Solche Phasen des Aufbaus zeitigen ein bestimmtes, auch notwendiges Wertebewusstsein – das war durchaus da, vielleicht in der Tat des Öfteren hohl, aber nicht so ausgehöhlt, wie es sich in den letzten Jahren zunehmend zeigt.

Die Fähigkeit zu glauben ist die zentrale Voraussetzung, mit den genannten 95 Prozent angemessen umgehen zu können, weil sie nicht glauben machen will und macht, man sei die personifzierte Hundertprozentigkeit.

Wer glaubt, hat gar kein Interesse sich vorzumachen, das Leben sei linear. In Wirklichkeit ist das Leben immer wieder für uns paradox und und undurchschaubar.

Glauben korrespondiert einem Vertrauen, dass die möglicherweise 95 Prozent des Lebens, um die wir nicht wissen – lassen Sie es 75 Prozent sein, dann ist es immer noch genug – uns nicht zum Schaden sein werden. 

Viele machen vor diesem Dunkel die Augen zu.

Über den Umgang mit dem, was wir nicht kennen, schreibt C.G. Jung:

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Die Maske des Unbewussten ist bekanntlich nicht starr, sondern spiegelt jenes Gesicht, das man ihm zeigt. Feindseligkeit gibt ihm drohende Gestalt, Entgegenkommen mildert seine Züge. Dabei handelt es sich nicht um eine bloße optische Spiegelung, sondern um eine autonome Antwort (. . .)

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In der Tat ist das Unbewusste ein autonomer Gegenspieler, den wir aber beeinflussen können, wie Jung andeutet.

Glauben muss nicht, aber er kann die Fähigkeit vermitteln und die Bereitschaft, das Dunkel anzuschauen. Da dies autonom ist, wie Jung schreibt, verhält es sich denen, die glauben, anders gegenüber als denen, die es negieren. 

Irgendwann tappen Letztere in seine Fußangeln und niemand sollte annehmen, dass jemand, der sich leicht durchs Leben bewegt, ein wirklich Privilegierter ist.

Nur wer sich den Gegensätzlichkeiten in sich selbst stellt und den Gegensätzlichkeiten dieser Welt und lernt, mit ihnen angemessen umzugehen, wird Leben gerecht.

Ich vermute, Ricarda Huch hat nicht geahnt, wie wahr ihre Worte noch sehr genau einhundert Jahre nach deren Veröffentlichung wahr sein würden, vielleicht wahrer, als sie zum Zeitpunkt ihres Verfasst-Werdens waren:

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Die meisten Berufenen scheitern daran, daß sie nicht kämpfen und leiden wollen. Sie möchten wohl Auserwählte sein, aber, wie Papageno, nicht durch Feuer und Wasser gehen, und gleichen Frauen, die sich nach Kindern sehnen, aber die Qual, sie zu tragen und hervorzubringen, nicht auf sich nehmen mögen. Es gibt Menschen, die dem Leiden ausweichen, und es gibt Menschen, die das Leiden suchen und denen das Leiden ausweicht; wen Gott auserwählt hat, dem zwingt er das Leiden auf. Und zwar zwingt er es ihm auf durch das Mittel, durch welches er überhaupt im Menschen wirkt, nämlich durch das Herz; insofern nun jedem sein Herz selbst angehört, macht jeder sich sein Schicksal selbst.

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Niemand kommt ohne Kampf mit den dunklen Kräften durch das Leben, es sei denn, er will so leben, wie mittlerweile die Mehrheit.

Glück mag für manchen sein, eine Million bei Günther Jauch zu gewinnen, Glück mag sein, eine Casting-Show zu gewinnen, Glück mag sein, im Lotto zu gewinnen. Im Grunde aber wissen wir, dass all das kein dauerhaftes Glück mit sich bringt. Denn Glück will wirklich errungen sein; in der Tat will es auch erkämpft sein und wahres Glück ist Zu-Fall, weil es dem zufällt, der wirklich glücklich sein kann und es hängt mit der Aussage Jungs im Rahmen jener Schrift zusammen:

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Ohne das Erlebnis der Gegensätzlichkeit gibt es keine Erfahrung der Ganzheit und damit auch keinen inneren Zugang zu den heiligen Gestalten. Aus diesem Grund insistiert das Christentum mit Recht auf der Sündhaftigkeit und der Erbsünde in der offenkundigen Absicht, wenigstens von außen jenen Abgrund der Weltgegensätzlichkeit in jedem Einzelnen aufzureißen. Dem einigermaßen erwachten Verstande gegenüber versagt allerdings diese Methode, indem man die Lehre einfach nicht mehr glaubt und überdies für absurd hält.

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Das mag die in Schutz nehmen, die wieder und wieder Gott tot lassen sein wollen. Womöglich haben sie die Hohlheit derer wahrgenommen, die Gott und die auch in ihm seit Beginn angelegte Polarität NICHT wahrnehmen wollen, sondern ihn verwenden, um sich’s in der Welt mit Hilfe Gottes kuschelig einzurichten und ihn dazu benutzen, das Dunkle nicht wahrnehmen zu müssen.

Glück aber ist für mich, einen Schritt des Bewusstseins gehen zu dürfen.

Dieses Glück ist für die Ewigkeit. Bewusstsein nimmt uns niemand mehr. Es resultiert aus dem Wissen um eine Gegensätzlichkeit, der in Wirklichkeit eine Ganzheit, eine Einheit zugrundeliegt. Mann und Frau und Licht und Dunkel nehmen wir als getrennt wahr, doch ahnen wir, dass es nicht nur im Außen, sondern auch im Inneren eine Hochzeit geben wird, die auch Licht und Dunkel vereint.

Mancher wird wie ich der Ansicht sein, dass äußere Gestalten – wenn auch nicht 1:1, aber doch tendentiell – unserem Inneren korrespondieren.

Es mag kein Zufall sein, dass der IS die Vielfalt des Lebens zerstören will. Es sind jene Gestalten auch des Inneren, die sich verselbständigt haben, weil zu viele Menschen in ihrem Inneren all die vielen inneren Gestalten entfernt haben, die sie sich nicht erklären können.

Nun haben die Bilderstürmer das Wort und die Waffen und zerstören alles, was ihnen nicht passt.

Es sind im Außen die Kräfte, die im Inneren der Menschen all die heiligen Figuren zum Teufel gejagt haben. Nun hat sie der Teufel in seinen Dienst gestellt. – Das kann er.

Schauen wir an, was die Wirklichkeit uns für eine Auskunft gibt.

Dann verstehen wir vielleicht auch, warum die Gestalten der Heiligen Nacht nicht im Außen bleiben sollten.

Sie warten seit über 2000 Jahren darauf, dass Menschen ihnen in ihrem Inneren Herberge geben.

Geschieht das, verändert sich die Welt.

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Über Johannes G. Klinkmüller

Ich lebe und arbeite am Fuße der Rhön, in Bad Kissingen, und genieße die Saale, die Wiesen, den so vielfältigen Wald und die bemerkenswerten Veränderungen im Jahresverlauf. – Mein Interesse gilt, wie sich in Mythen und der Literatur die Entwicklung des Menschen spiegelt. Ohne den Prometheus in uns kommen wir nun eben mal nicht zu wahrem Bewusstsein und möglich, ja wahrscheinlich ist, dass wir als Kain Abel erschlugen; doch wenn es gutgeht, laufen wir mittlerweile auf dem Gralsweg des Parzival; dazu ist es notwendig, sich zu erlauben, wie jener den eigenen Karfreitag zu erleben. Ich glaube, dass Philosophen und Dichter früherer Zeiten ein höheres spirituelles Bewusstsein hatten, ob sie Platon, Wolfram von Eschenbach, Dante oder Goethe hießen; viel von ihrem Bewusstsein hat die Hochkonjunktur des Rationalen und des Materialismus verschüttet (eine für die Entwicklung des Menschen notwendige Phase, die nun allerdings vorübergehen sollte!). - Vor allem Michael Ende schließt an die Tradition der großen Alten an; seine "Unendliche Geschichte" beleuchtet eine mögliche Reise zu sich selbst durch die Heilung der kindlichen Kaiserin in uns. Sie steht stellvertretend dafür, dass in Menschen unserer Zeit ein entsprechendes Bewusstsein erwacht, wenn auch der Hype vom Wassermannzeitalter einer falsch verstandenen Esoterik viel Unheil angerichtet hat. - Viele der großen Dichter, heißen sie Schiller, Hofmannsthal, Rilke oder Trakl wollen auf dem Hintergrund ihrer Zeit und ihres Lebens verstanden sein und können damit Anregungen geben, uns und unsere Zeit zu verstehen. Gerade gilt mein Interesse Hölderlin und viel von mir finde ich in ihm wieder (was nicht heißt, dass ich glaube, ihm nur annähernd das Wasser reichen zu können). Es dauert noch ein bisschen, bis sich der gute Hölderlin in Posts niederschlägt :-)
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