Rechtes Denken, Beten ohne Unterlass, Heilung durch Gedanken: Was dem Achtfachen Pfad, der Bibel und James Allen gemeinsam ist.

Vielleicht ist für manchen das Folgende zu einfach, zu simpel, um es nicht gleich in den Bereich der Esoterik verschieben zu wollen.

Der es schrieb, James Allen, ist allerdings weit davon entfernt, dahin verschoben werden zu können, erschien doch die englische Originalausgabe seines Buches As You Think 1904.

Und Masaharu Taniguchi, der die Auffassung vertrat, dass Worte und Gedanken reale Gebete sind, die unser Leben bestimmen, lebte von 1893 bis 1985. Zudem gründen seine Gedanken auf den Worten von Jesus und Paulus, der äußerte: Betet ohne Unterlass. Damit gemeint ist eine bewusste Hinwendung, eine bewusste Achtsamkeit auf das eigene Denken und das eigene Reden, wichtige Stufen auf dem Achtfachen Pfad des Buddhismus vergleichbar.

So entspricht das, was James Allen äußert, einem universalen Gesetz. das für das menschliche Leben Gültigkeit hat, demzufolge wir mehr, als manchem lieb sein mag, unser Leben, Gesundheit und Wohlergehen in der eigenen Hand haben. In diesem Zusammenhang habe ich die bemerkenswerten Gedanken Masaharu Taniguchis hier zitiert und gebe im Folgenden Worte James Allens aus seinem Buch Heile Deine Gedanken wieder, das erfreulicherweise seit einiger Zeit im Lüchow-Verlag verlegt wird:

Der Körper ist der Diener des Geistes. Er gehorcht den Vorgängen des Geistes – ob sie nun absichtlich gewählt oder einfach ganz automatisch ausgedrückt werden. Auf Geheiß von ungesunden Gedanken sinkt der Körper rasch in Krankheit und Verfall; auf Befehl von frohen und schönen Gedanken umhüllt er sich mit Jugend und Schönheit.

Krankheit und Gesundheit sind – wie auch unsere Lebensumstände – im Denken verwurzelt. Krankhafte Gedanken werden sich in einem kranken Körper ausdrücken. Gedanken der Furcht können, das weiß man, einen Menschen so schnell töten wie eine Kugel – und sie töten ständig Tausende von Menschen ebenso sicher, wenn auch nicht ganz so schnell. Menschen, die in Angst vor Krankheit leben, sind Menschen, die krank werden.

Angst demoralisiert schnell den ganzen Körper und öffnet ihn der Krankheit; unreine Gedanken, auch wenn sie nicht körperlich ausgelebt werden, werden bald das Nervensystem erschüttern.

Starke, reine und glückliche Gedanken bauen den Körper in Vitalität und Anmut auf. Der Körper ist ein zartes und plastisches Instrument, das auf die Gedanken, von denen er beeindruckt wird, umgehend reagiert. Gewohnheitsmäßiges Denken wird seine ganz eigene Wirkung auf den Körper haben – eine gute oder eine schlechte.

In den Adern der Menschen wird weiterhin unreines und vergiftetes Blut fließen, solange sie unsaubere Gedanken haben. Aus einem reinen Herzen kommt ein gesundes Leben und ein gesunder Körper. Aus einem verdorbenen Geist kommt ein verdorbenes Leben und ein unreiner Körper. Der Gedanke ist die Quelle des Handelns, des Lebens und der Verwirklichung; ist die Quelle rein, so wird alles rein sein.

Eine Veränderung ihrer Ernährungsweise wird jenen nicht helfen, die ihre Gedanken nicht verändern. Wenn unsere Gedanken rein sind, verlangt es uns nicht länger nach unreiner Nahrung.

Sauberes Denken führt zu sauberen Gewohnheiten. Menschen, die ihre Gedanken gestärkt und gereinigt haben, müssen keine Rücksicht mehr auf bösartige Mikroben nehmen.

Wenn Sie Ihren Körper vervollkommnen wollen, achten Sie auf Ihren Geist. Wenn Sie Ihren Körper erneuern wollen, verschönern Sie Ihren Geist. Gedanken der Böswilligkeit, des Neides, der Enttäuschung, der Mutlosigkeit rauben dem Körper seine Gesundheit und seine Anmut. Ein missmutiges Gesicht entsteht nicht durch Zufall, es entsteht durch missmutige Gedanken. Verunstaltende Falten werden durch Torheiten, durch Leid und Stolz eingegraben.

Ich kenne eine Frau von 96 Jahren, die das helle, unschuldige Gesicht eines Mädchens hat. Ich kenne einen Mann, der noch nicht einmal in den besten Jahren ist und schon ein Gesicht voller unharmonischer Konturen hat. Sie ist das Ergebnis eines heiteren Gemüts, er die Folge von Selbstmitleid und Unzufriedenheit.

So, wie Sie keinen angenehmen und gesunden Platz zum Leben haben können, wenn Sie nicht Luft und Sonnenschein in Ihre Wohnung lassen, so ist ein starker Körper und ein offenes, glückliches oder heiteres Gesicht nur möglich, wenn Sie Gedanken der Freude, des Wohlwollens und der Heiterkeit in Ihren Geist einlassen.

Auf den Gesichtern der Alten gibt es Falten des Mitgefühls, der starken und reinen Gedanken und andere, die durch negative Emotionen eingegraben wurden – wer könnte sie nicht unterscheiden? Für jene, die rechtschaffen gelebt haben, ist das Alter ruhig, friedlich und angenehm – wie ein Sonnenuntergang. Vor kurzem sah ich einen Philosophen auf dem Totenbett. Er war nur an Jahren alt. Er starb so ruhig und friedlich, wie er gelebt hatte.

Nichts ist ein besserer Arzt als der freudige Gedanke, um die Krankheiten des Körpers zu vertreiben; es gibt keinen vergleichbaren Tröster, will man die Schatten der Trauer und des Grames zerstreuen. Wer ständig mit Gedanken des bösen Willens, des Zynismus, des Misstrauens und des Neides lebt, beschränkt sich auf eine selbsterschaffene Gefängniszelle. Wer aber Gutes von allen denkt, freundlich zu allen ist, geduldig lernt, das Gute in allem zu finden – der hat durch solch selbstlose Gedanken die Tore des Himmels geöffnet, und wer Tag für Tag an Frieden gegenüber allen Kreaturen denkt, wird sich selbst Frieden in Fülle bringen.

Wir müssen einen legitimen Sinn in unserem Herzen finden und uns aufmachen, ihn zu erfüllen. Wir müssen diesen Sinn zum zentralen Punkt unseres Denkens machen. Es kann ein spirituelles Ideal sein oder es kann ein materieller Gegenstand sein – je nach unserem gegenwärtigen Zustand. Doch was immer es ist, wir sollten unsere Gedankenkräfte ständig auf dieses Ziel, das wir uns selbst gesetzt haben, konzentrieren. Wir sollten diesen Sinn zu unserer höchsten Pflicht machen und uns ganz seiner Erreichung widmen. Wir dürfen unseren Gedanken nicht erlauben, in flüchtige Marotten, Sehnsüchte und Vorstellungen abzuschweifen. Dies ist der Königsweg zu Selbstkontrolle und wahrer Gedankenkonzentration. Selbst wenn wir bei der Erreichung unseres Lebensziels immer wieder versagen – wie es notwendigerweise passiert, bis wir unsere Schwäche besiegt haben: die gewonnene Charakterstärke wird der Maßstab unseres wahren Erfolgs sein, und dies wird für unsere künftige Stärke und unsere künftigen Triumphe einen neuen Ausgangspunkt formen.

Jene, die noch nicht bereit sind, ein großes Lebensziel zu erfassen, sollten ihre Gedanken auf die fehlerlose Durchführung ihrer Pflicht konzentrieren, wie unbedeutend ihre Aufgabe auch erscheinen mag. Nur auf diese Weise können die Gedanken gesammelt und fokussiert und Entschlossenheit und Energie entwickelt werden. Wenn dies getan ist, gibt es nichts mehr, was nicht erreicht werden könnte.

Sogar die schwächste Seele kann göttlich stark wachsen: wenn sie sich im Wissen um ihre eigene Schwäche und im Glauben an diese Wahrheit – dass nämlich Stärke nur durch Anstrengung und Übung entwickelt werden kann – selbst bemüht und eine Anstrengung der anderen hinzufügt, eine Geduld der anderen und eine Stärke der anderen und niemals aufhört, sich zu entwickeln.

So, wie körperlich schwache Menschen sich durch sorgfältiges und geduldiges Training stärken können, so können Menschen mit schwachen Gedanken sich selbst stärken, wenn sie sich im rechten Denken üben.

Ziellosigkeit und Schwäche loszuwerden und anzufangen, mit einer bestimmten Absicht zu denken, heißt, die Ränge jener Starken zu betreten, die Versagen nur auf dem Weg zur Zielerreichung anerkennen, die sich alle Umstände zunutze machen, die stark denken, furchtlos versuchen und meisterhaft erreichen.

Wenn Sie Ihren Sinn im Leben gefunden haben, sollten Sie zu dessen Erreichung geistig einen geraden Weg einschlagen und weder nach links noch nach rechts schauen. Zweifel und Ängste sollten rigoros ausgeschlossen werden; sie sind auflösende Elemente, welche die gerade Linie der Anstrengung aufbrechen und sie verbiegen, unwirksam und nutzlos machen. Gedanken des Zweifels und der Angst erreichen nie etwas und können das auch niemals. Sie führen immer zu Versagen. Sinn, Energie, aktive Kraft und alle starken Gedanken enden in dem Augenblick, in dem Zweifel und Angst sich einschleichen.

Der Wille zum Tun entspringt dem Wissen, dass wir tun können. Zweifel und Angst sind die großen Feinde des Wissens. Jene, die sie ermutigen, die sie nicht niedermachen, verkleinern sich selbst mit jedem Schritt.

Jene, die Zweifel und Angst besiegt haben, haben damit auch das Versagen besiegt. Jeder ihrer Gedanken ist mit Kraft verbunden, und alle Schwierigkeiten werden tapfer konfrontiert und weise besiegt. Ihr Lebenssinn ist gemäß den Jahreszeiten gepflanzt, und er erblüht und trägt Früchte, die nicht vorzeitig zu Boden fallen.

Ein Gedanke, der furchtlos an einen Lebenssinn gebunden ist, wird zu einer kreativen Kraft; jene, die dies wissen, sind bereit, zu etwas Höherem und Stärkerem zu werden als bloße Bündel wandernder Gedanken und schwankender Gefühle; jene, die dies tun – die ihre Gedanken furchtlos mit einem Sinn verbinden -, werden bewusste und intelligente Federführer ihrer geistigen Kräfte.

Erst wenn der Gedanke mit einer Absicht verbunden wird, kann er auf intelligente Weise erfüllt werden. Die meisten Menschen lassen die Barke der Gedanken auf dem Ozean des Lebens treiben. Ziellosigkeit ist ein Laster, und solches Dahintreiben darf nicht länger bei jenen auftreten, die sich vor Katastrophen und Zerstörung bewahren wollen.

Jene, die keinen zentralen Sinn in ihrem Leben haben, fallen leicht den kleinlichen Sorgen, Ängsten, Problemen und dem Selbstmitleid zur Beute – all dies sind Anzeichen von Schwäche. Sie führen uns ebenso sicher wie vorsätzlich geplante Verbrechen (wenn auch auf einer anderen Ebene) zu Misserfolg, Unglück und Verlust, denn Schwäche kann nicht überdauern in einem Universum, in dem sich alles um Macht dreht.

Wir müssen einen legitimen Sinn in unserem Herzen finden und uns aufmachen, ihn zu erfüllen. Wir müssen diesen Sinn zum zentralen Punkt unseres Denkens machen. Es kann ein spirituelles Ideal sein oder es kann ein materieller Gegenstand sein – je nach unserem gegenwärtigen Zustand. Doch was immer es ist, wir sollten unsere Gedankenkräfte ständig auf dieses Ziel, das wir uns selbst gesetzt haben, konzentrieren. Wir sollten diesen Sinn zu unserer höchsten Pflicht machen und uns ganz seiner Erreichung widmen. Wir dürfen unseren Gedanken nicht erlauben, in flüchtige Marotten, Sehnsüchte und Vorstellungen abzuschweifen. Dies ist der Königsweg zu Selbstkontrolle und wahrer Gedankenkonzentration . . .

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Über Johannes G. Klinkmüller

Ich lebe und arbeite am Fuße der Rhön, in Bad Kissingen. Mein Interesse gilt den Mythen und der Literatur, spiegelt sich doch in ihnen die Entwicklung des Menschen: Ohne den Prometheus in uns kommen wir nicht zu einem selbständigen Bewusstsein und möglich, ja wahrscheinlich ist, dass wir als Kain Abel erschlugen, eher vielleicht ein Bewusstseinsakt als ein Verbrechen, stehen beide doch für eine Weise menschlicher Entwicklung. Manche unter uns mögen mittlerweile auf dem Gralsweg des Parzival unterwegs sein. Philosophen und Dichter früherer Zeiten hatten ein sehr hohes spirituelles Bewusstsein, ob sie Platon, Wolfram von Eschenbach, Dante, Goethe, Schiller oder Hölderlin hießen; in neuerer Zeit gilt das u.a. für Nietzsche, Trakl, Hofmannsthal, Rilke und Michael Ende. Viel von deren Bewusstsein hat die Hochkonjunktur des Rationalen und des Materialismus verschüttet, sicherlich eine für die Entwicklung des Menschen notwendige Phase, die nun allerdings vorübergehen sollte. Die Auseinandersetzung und Beschäftigung mit den Gedanken der oben Angesprochenen kann uns bereichern und Verschüttetes ins Bewusstsein rufen. Manches kann unseren Lebensweg wesentlich beeinflussen.
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