✣ Von meinem Liebling Paracelsus: Immer mal wieder eine Weisheit eingefügt …

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Die Gedanken schaffen einen neuen Himmel, ein neues Firmament, eine neue Kraftquelle, der neue Künste entfließen …

Wenn einer sich vornimmt, etwas zu schaffen, dann setzt er gleichsam einen neuen Himmel, und aus demselben fließt ihm das Werk zu, das er schaffen will …

Denn so gewaltig ist der Mensch, dass er mehr ist als Himmel und Erde.

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Wäre der Mensch nicht erschaffen, wer wüsste von der Weisheit Gottes?

Von seiner großen Gewalt und auch von Seiner sonstigen Macht?

Niemand, auch nicht die Engel im Himmel haben davon gewusst.

Aber bei der Schöpfung ist seine Weisheit an den Tag gekommen, auch seine Gewalt, Seine Macht – und es wurde offenbar, wer Gott ist und was sein Wesen ist.

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Der Himmel ist der Mensch,  und der Mensch ist der Himmel, und alle Menschen sind zusammen der eine Himmel, und der Himmel ist nichts als ein Mensch.

Das muss man wissen, um zu verstehen, dass es an einem Ort so, am anderen wieder anders ist, warum es hier ein Neues, dort ein Altes und überall so viel Verschiedenes gibt.  Dieses alles ist jedoch nicht (…) am Himmel zu erkennen, sondern in der Verteilung seiner bewirkenden Kräfte.

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Es ist notwendig, darauf zu achten, in welchem Landstrich der Kranke lebt, d.h. wie die Natur dort ist und von welcher Eigenart. Denn ein Land ist anders als das andere; die Erde ist anders, der Stein, der Wein, das Brot, das Fleisch und alles, was in derselben Region wächst und gedeiht. Das heißt: Ein jeder Landstrich hat neben der allgemeinen Beschaffenheit, die der ganzen Welt eigen ist, auch noch seine besondere Art. Das soll der Arzt bedenken und wissen, und darum soll er auch Kosmograph und Geograph sein und sich in diesen Fächern bestens auskennen.

1. Mai 2009 Baumkronen mit Sonnen 006

Alle Arzneien sind auf der Erde, aber es fehlen die Menschen, die sie pflücken würden. Sie sind zur Ernte gereift, aber die Schnitter sind nicht gekommen.

Wenn einmal die Schnitter der rechten Arznei dasein werden, dann werden wir ohne Hinderung durch leere Sophistik ( ≈ Klugschwätzerei) die Aussätzigen reinigen und die Blinden sehend machen. Denn diese Kraft liegt in der Erde und sie wächst überall. Die Überheblichkeit der Sophisten lässt jedoch die Geheimnisse der Natur und ihre großen Wunderwerke nicht an den Tag kommen.

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Wir Menschen haben einen Himmel, und dieser liegt auch in jedem von uns in seiner ganzen Fülle, ungeschieden und eines jeden Eigenart entsprechend. Darum nimmt auch eines jeden Menschen Leben seinen eigenen Verlauf, darum sind Sterben, Tod und Krankheit ungleich ausgeteilt, je nach der Wirkung des jeweiligen Himmels. Denn wäre der gleiche Himmel in uns allen, so müssten alle Menschen gleich krank und gleich gesund sein.

Dem ist aber nicht so, weil die Einheit des Großen Himmels durch die Augenblicke der Geburt in unsere Mannigfaltigkeit auseinanderfiel.

Sobald ein Kind empfangen wird, erhält es seinen eigenen Himmel.

Würden sämtliche Kinder im selben Augenblick geboren, so trügen sie alle den gleichen Himmel in sich, und ihr Leben hätte den gleichen Verlauf.

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Wer den Menschen verachtet, der hat auch keine Achtung vor Gott.

Die Schrift sagt: Du sollst dich vertragen mit deinen Gesellen, dieweil du mit ihnen auf Erden wandelst, auf dass dir nichts nachgetragen werde in jener Welt. Denn dort drüben ist ein Kerker und Scherge, dem du nicht wirst entrinnen können, sondern du wirst hinein müssen in diesen Kerker und wirst für deine Sünden teuer bezahlen müssen.

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Treue und Liebe sind ein Ding.

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Wer kann sich vor Schaden und Unfall schützen, der seinen Feind nicht kennt? Niemand. Darum ist es notwendig, denselben zu kennen. Denn es gibt gar vielerlei Feinde, und es ist vonnöten, das Böse ebenso zu wissen wie das Gute. Wer könnte das Gute ohne das Böse erkennen? Niemand. Wer könnte also wissen, welch großer Reichtum Gesundheit ist, der niemals krank war? Wer könnte wissen, was Freude ist, der niemals traurig oder leidend war? Und wer könnte recht erkennen, was Gott ist, der nichts vom Teufel wüsste? So wie uns Gott den Feind unserer Seele, nämlich den Teufel, zu erkennen gibt, so gibt er uns auch den Feind unseres Lebens, den Tod, zu erkennen. Und weiter auch den Feind unseres Leibes, den Feind unserer Gesundheit, den Feind der Arznei und den Feind aller natürlicher Dinge. Zugleich gibt er uns auch das zu erkennen, womit und wie dieser Feind versöhnt werden soll.

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Gott ist so gütig, dass er uns die Dinge nach unserem Begehren vor Augen stellt:

guten Wein, hübsche Frauen, gute Speise, gutes Geld.

Und das ist unsere Erprobung:

Ob wir uns streng halten oder ob wir das Maß der Natur brechen und übertreiben.

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Wie wunderbar ist der Mensch geschaffen und gestaltet, wenn man in sein wahres Wesen dringt (…) und es ist ein Großes – bedenket das einmal -, dass es nichts gibt im Himmel noch auf Erden, was nicht auch im Menschen sei (…) In ihm ist Gott, der auch im Himmel ist; und alle Kräfte des Himmels wirken sich auch im Menschen aus. Wo anders ist der Himmel wiederzufinden, wenn nicht im Menschen? Da er aus uns wirkt, so muss er wohl auch in uns sein. Darum weiß er unsere Bitte schon, bevor wir sie aussprechen, denn er ist unserem Herzen näher als unsere Rede (…) Schön und groß, edel und gut hat Gott sich seinen Himmel im Menschen erbaut; denn Gott ist in Seinem Himmel, d.h. im Menschen. Sagt Er doch selbst: Er sei in uns, und wir seien sein Tempel.

1. Mai 2009 Baumkronen mit Sonnen 014

Ihr sollt wissen, dass nichts von uns zu Gott dringen würde, wenn nicht ein Engel in uns wäre, der unsere innere Botschaft gen Himmel führte. Noch würde etwas von Gott zu uns gelangen ohne einen solchen Mittler, der schneller ist als alle unsere Gedanken (…) Ehe uns ein Gedanke in den Sinn kommt, ist er schon bei Gott gewesen und wiederum bei uns. Was Gott will, das lässt er durch den Geist in uns geschehen, der Sein Werk in uns vollbringen soll (…) Es ist die Bestimmung der Seele, als Engel zu amtieren, und die des Menschen, seinen Engel zu gebrauchen; denn der Engel ist nichts anderes als der unsterbliche Teil des Menschen.

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Die Natur und die Krankheit müssen an ihrem Ursprung erforscht werden und nicht an ihren Anzeichen; … denn wir sollen auch nicht den Rauch des Feuers löschen, sondern das Feuer selbst. Wollen wir, dass die Erde ein besseres Gras gebe, so müssen wir sie pflügen und nicht einfach das Gras ausrupfen. Desgleichen soll der Arzt … sein Denken auf den Ursprung der Krankheit richten und nicht allein auf das, was seine Augen vor sich sehen. Denn darin erblickte er nur die Anzeichen, nicht aber den Ursprung.

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Wie Sonne und Mond voneinander geschieden sind, obwohl sie vormals ein Ding waren, also waren auch Gesundheit und Krankheit ein Ding, die dann voneinander geschieden wurden, so wie die Sonne vom Mond. Und genau wie diese in der großen Himmelssphäre ab- und zunehmen und bald das eine, bald das andere erscheint, also sind auch dem Leibe – und das sollt ihr wissen – die Sterne alle mit eingewoben und ebenfalls verteilt und ebenso auch alle Erscheinungsformen von Gesundheit und Krankheit. Denn sie müssen alle im Leib vorhanden sein, damit das „innere Firmament“ ganz sei und sich die Zahl der Teile erfülle.


Paracelsus (1493-1541) war Zeit seines Lebens unstet und immer auf Wanderschaft. Das lag zunächst daran, dass er, nachdem er bei seinem Vater, der sich als Arzt in Villach niedergelassen hatte, einen ersten Einblick in die Medizin erhielt, bei verschiedenen Klostergeistlichen in die Lehre ging; so finden wir ihn in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Russland unterwegs, schließlich war er auch in Italien Wundarzt im kaiserlichen Heere und machte die damaligen Feldzüge mit.

Mit 33 Jahren wurde er in Basel als Professor der Physik, Medizin und Chirurgie angestellt, wobei er zum Entsetzen der Zunftpedanten, doch zum Ergötzen seiner Studenten seine Unterweisungen ganz bewusst in Deutsch vortrug.

Aufgrund eines unglücklichen Prozesses, vor allem aber auch aufgrund des Hasses und Neides seiner Kollegen musste er Basel verlassen; danach lebte Paracelsus unstet und immer wieder flüchtig. Kolmar, Nürnberg, Esslingen, Kärnten und Salzburg sind nur einige seiner Stationen.

Über seinen Tod besteht in der Forschung noch immer keine wirkliche Klarheit. Doch scheinen neuere Forschungen die Behauptungen seiner Zeitgenossen zu bestätigen, dass er von der Dienerschaft mehrerer ihm feindlich gesinnter Ärzte bei einem Gastmahl meuchlings überfallen und durch einen Sturz von einem Felsen zu Tode kam. Erst im Verlauf der Jahrhunderte setzte sich die Ansicht durch, dass Paracelsus einer der bedeutendsten Geister aller Zeiten war. Wenn auch, wie berichtet wird, Paracelsus zeitweilig dem Wein zu sehr zugesprochen haben soll und wenn ihm auch angedichtet wurde, ein Bündnis mit dem Teufel gehabt zu haben, so gilt er doch heute als der Begründer einer neuen Pharmakologie und Medizin, die ihre Kenntnis vor allem im Buche der Natur suchte; seine Lehre, auch als Theologe und Philosoph, suchte Paracelsus stets auf das Wort der Bibel zu gründen. Da er ein Buch über Elementargeister schrieb und auf dem Gebiet des Okkultismus und der Astrologie sehr kenntnisreich war, ist er aber traditionellen Christen eher verdächtig.

Erfreulicherweise gibt es heutzutage dennoch nur noch wenige Berührungsängste; zahlreiche Krankenhäuser, eine Heilpraktikerschule und die größte deutsche Gesundheitsmesse sind u.a. nach ihm benannt.

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Über Johannes G. Klinkmüller

Ich lebe und arbeite am Fuße der Rhön, in Bad Kissingen. Mein Interesse gilt den Mythen und der Literatur, spiegelt sich doch in ihnen die Entwicklung des Menschen: Ohne den Prometheus in uns kommen wir nicht zu einem selbständigen Bewusstsein und möglich, ja wahrscheinlich ist, dass wir als Kain Abel erschlugen, eher vielleicht ein Bewusstseinsakt als ein Verbrechen, stehen beide doch für eine Weise menschlicher Entwicklung. Manche unter uns mögen mittlerweile auf dem Gralsweg des Parzival unterwegs sein. Philosophen und Dichter früherer Zeiten hatten ein sehr hohes spirituelles Bewusstsein, ob sie Platon, Wolfram von Eschenbach, Dante, Goethe, Schiller oder Hölderlin hießen; in neuerer Zeit gilt das u.a. für Nietzsche, Trakl, Hofmannsthal, Rilke und Michael Ende. Viel von deren Bewusstsein hat die Hochkonjunktur des Rationalen und des Materialismus verschüttet, sicherlich eine für die Entwicklung des Menschen notwendige Phase, die nun allerdings vorübergehen sollte. Die Auseinandersetzung und Beschäftigung mit den Gedanken der oben Angesprochenen kann uns bereichern und Verschüttetes ins Bewusstsein rufen. Manches kann unseren Lebensweg wesentlich beeinflussen.
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