❂ Geisterkampf in der Natur. – Jakob Lorbers Sicht auf das Wettergeschehen um den Großglockner.

Für viele mag die geistige Sicht auf die Natur, die Jakob Lorber eigen ist, befremden; ich selbst habe von ihm nicht viel gelesen, aber durchaus Vergleichbares bei anderen Autoren. Deshalb ist es für mich nachvollziehbar, höchst interessant und keineswegs befremdlich, was er schreibt.

Fasziniert war ich im Übrigen davon, was er über die Fliege und ihre Nützlichkeit für den Menschen geschrieben hat. Dagegen ist noch, was er über das Wolkengeschehen um den Großglockner schreibt, eine recht milde Kost, davon abgesehen aber höchst aufschlussreich.

Ich habe sie hier eingebracht, weil sie in Zusammenhang steht und Material ist zu meinem Post in meiner Ethikpost über das Wetter, das wir Menschen mitgestalten.

Nun also zu Lorber; die folgenden Zeilen entstammen seinem Buch

Naturgeheimnisse. Das Naturgeschehen und sein geistiger Hintergrund nach den Offenbarungen von Jakob Lorber. Bietigheim 1968.

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Es soll euch bald klar werden, warum unser Berg ein großes Armenhaus genannt werden könnte. Gewöhnlich halten sich noch sehr irdisch gesinnte Seelen und Geister in der Region ihres vormals im Leibe bewohnten Planeten auf. Diese Geister sind nicht selten voll Ärger, Bosheit und Ingrimm, weil sie ihr zeitlich gutes Leben haben verlassen müssen, und wollen sich nun dafür rächen. Obschon sie zwar die Erde nicht sehen können — wie überhaupt keiner dieser Geister etwas zu sehen vermag, was außer ihm ist, sondern nur, was in ihm ist —, so wissen sie aber auf dem Wege innerer Entsprechung doch ganz genau, wo oder in welcher Gegend der Erde sie sich befinden. Weil sie als Geister mit den naturgeistigen Potenzen in Zusammenhang stehen, vereinigen sie sich mit ihnen, um dadurch der Erde zu schaden. Da sie im geistigen Zustand wissen, daß so ein Gebirgsriese ein naturmäßiger Nutzwirker ist für viele Ländereien, halten sie sich besonders gern in seiner Nachbarschaft auf.

Betrachtet nur das Bild, wie da rings um ihn herum Felsenmassen sich auftürmen, aus deren Schluchten und Windungen nicht selten plötzlich dunkelgraue Wolken aufsteigen. Wenn sich diese über die Scheitel der höchsten Felsspitzen erhoben haben und unseren Großglockner erblicken, pflegen sie sich sogleich wieder zurückzuziehen und sind oft trotz eines noch so heftigen Windes nicht aus ihren Schlupfwinkeln zu bringen. Diese Erscheinlichkeit ist ein sicheres Zeichen vom Dasein solch böswilliger Geister, und zwar schon in der Verbindung mit den naturgeistigen Potenzen.

Erhebt ihr aber eure Blicke höher hinauf zu den weißen Flächen des Gletschers, werdet ihr da ebenfalls fast beständig Wolken und Nebel entdecken, die aber von einer nahezu blendendweißen Farbe sind. Das sind ebenfalls Geister, jedoch guter Art. Von ihnen sind die zuhöchst schwebenden schützende Engelsgeister, während die mehr in der Tiefe des Gletschers schwebenden Nebel, die gewöhnlich Streifenwolken bilden, noch nicht völlig reif für die Höhe sind. Erst durch getreue Wachsamkeit und mannigfaltige Kämpfe gegen die argen Geister müssen sie sich für die Höhe geeignet, reif und tüchtig machen.

So ihr in dieser Gegend auch tagelang der Nebelspielerei zusehen möchtet, würde es euch nicht einfallen, daß es zwischen diesen luftigen Potenzen je zu einem ernsten Kampfe kommen könnte. Jedoch wer Zeit hätte abzuwarten, dem dürfte während des entbrennenden Kampfes Angst und Bange werden.

Was ist die gewöhnliche Veranlassung zu solchem Kampf? Seht, die bösen Geister gehen immer mit dem Rachegedanken um, sich einmal dieses Gebirgsthrones zu bemächtigen, um dann von hier aus nach allen Seiten Unheil ausstreuen zu können. Aus diesem Grunde rotten sie sich in den unteren Schlupfwinkeln zusammen und machen kleine Ausflüge, um festzustellen, wie es mit der Besatzung des Thrones steht. Bemerken sie, daß es ziemlich blank um ihn aussieht, verbreitet sich diese Nachricht mit Gedankenschnelle. Und wo immer sich eine zerklüftete Gebirgsspitze befindet, werden sich sogleich große Massen dunkelgrauer Wolken herausziehen und in die Höhe erheben.

War ehedem der Himmel klar, so ist er nicht selten in wenigen Minuten dicht verhüllt von solchen oft ganz schwarzen Wolkenmassen, welche scheinbar absichtslos kreuz und quer ziehen, damit die Thronwachen dadurch irregeführt werden. Bei solcher Gelegenheit ist der Großglockner auf kurze Zeit gewöhnlich wolken- und nebelfrei. Denn sobald die Wächter solche Absicht der argen Geister erkennen, ziehen sie sich zusammen und verbergen sich in den inneren großen Kristalltempeln dieses Berges. Wenn nun die Hauptanführer der argen Rotten sehen, daß der Thron unbesetzt ist, befehlen sie alsbald ihren Truppen, sich so hoch wie möglich zu erheben und über den Thron herzufallen, um alles in den inneren Gemächern gefangenzunehmen und zu erdrücken.

Auf dieses Kommando stürzt nun das graue Gesindel mit unglaublicher Hast auf unseren Großglockner hin. Bei dieser Gelegenheit wird es dann in seiner Nachbarschaft sogar um die Tagesmitte vollkommen finster. Dabei wird es gewöhnlich ganz still, weil die argen Geister nun der Meinung sind, endlich gesiegt zu haben. Jedoch so eine ruhige Szene dauert höchstens siebenundsiebzig Minuten. Nach dieser Zeit werdet ihr bemerken, daß sich dichte weiße Wolken aus den Eisklüften zu ziehen anfangen. Diese breiten sich in kurzer Zeit unter den schwarzen Wolken aus und fangen dann an, sich unvermerkt zu erheben. Dabei tragen sie das schwarze Gesindel auf ihrem Rücken immer höher und höher. Wenn es nun diesen erzwungenen Auftrieb merkt, macht es bald stellenweise Platz und läßt das weiße Gewölk durchpassieren. Das erkennen die Geister des weißen Gewölks wohl. Haben sich die weißen Wolken sämtlich über die schwarzen hinausgezogen, breiten sie sich in der Höhe gleich einem Netz nicht selten viele Meilen weit nach allen Seiten schnell aus und nehmen das gesamte dunkle Geisterheer gefangen.

Wenn nun die argen Führer die Nachricht empfangen, daß die weißen Geister sie vollständig umzingelt haben, so werden sie überaus ergrimmt. Sie fangen an, alle ihre Truppen zu konzentrieren, um dadurch mit Gewalt die weißen Massen wieder zu durchbrechen. Dieser Moment ist auch der Beginn des eigentlichen Kampfes. Hier würdet ihr zuerst ein ungeheures Toben und Tosen in dieser schwarzen Wolkenmasse gewahren. Dieses rührt her von dem Sichaneinanderdrängen jener Geister und von ihrem zunehmenden Ergrimmtwerden. Je mehr aber diese argen Geister sich abmühen, die oberen vernichtend zu durchbrechen, desto mehr werden sie von den oberen gedrückt. In dieser Lage beginnen die unteren Geister in ihrem Grimm sich zu entzünden. Bald gibt das eine so feurige Szene, daß die heftigsten Blitze mit erderschütterndem Gekrache nach oben und unten stürzen. Und zwar nach allen Seiten, um die hinunterdrückenden weißen Massen zu verjagen. In die Höhe, um deren Hauptanführer zu verderben, und in die Tiefe, um den Gipfelthron zu vernichten.

Darauf bedrücken die weißen Geister die schwarzen plötzlich von allen Seiten. Sie drängen sie so fest aneinander bis zu der Dichte eines wirklichen Steins und schleudern sie dann mit größter Heftigkeit hinab in die Tiefe. Zum größten Teil auf die weitgedehnten Eisflächen des Thrones selbst, wie auch in die weitere Umgebung, jedoch dorthin in immer kleineren Stücken, schließlich als Hagel in die Tiefen.

Liegen auf diese Weise die schwarzen besiegt am Boden, lassen die weißen Geister noch einen Regen, der schon aus Friedensgeistern besteht, über die Besiegten herabstürzen. Sie selbst lösen sich in einen schneidend kalten Wind auf und binden dadurch die Besiegten auf lange Zeit an das frühere Eis des Thrones. Dadurch verschaffen sie diesen argen Wesen wieder Ruhe, in der diese sich dann gewöhnlich mit der Zeit eines Besseren besinnen. Tritt das ein, dann löst sich das eisige Band wieder zu fließendem Wasser auf, und dem gedemütigten Geist wird der Gebrauch seiner Freiheit wieder ermöglicht. Bessert er sich, wird er bald in die unteren Reihen der Friedensgeister aufgenommen; bessert er sich aber nicht und beteiligt sich wieder bei einem erneuten Angriff — was leider meistens der Fall ist —, so wird er auf dieselbe Weise erneut gefangengenommen, aber jedesmal etwas länger in Gefangenschaft gehalten. — Um bei Darstellung dieses Berges nicht in zu lange Ausführungen zu geraten, wollen wir nur noch zwei Punkten kurze Aufmerksamkeit widmen und uns dann schnell dem evangelischen Teil zuwenden, der für euch der bei weitem wichtigste ist […]

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