Stuart Wilde: Leben war nie als Kampf gedacht …

Auf dem Cover der Rückseite der 1996 im Hugendubel-Verlag veröffentlichten 1. Auflage – mittlerweile wird das Buch in Deutsch nicht mehr aufgelegt – heißt es:

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Das Leben als Kampf zu sehen wird dem modernen Menschen nicht nur durch die Erziehung, sondern auch durch das tägliche Leben – das überfüllt ist mit falschen Weisheiten, sinnlosen Vorschriften und verknöcherter Bürokratie – wie eine Zwangsjacke aufgedrängt. Stuart Wilde zeigt mit aufschlussreichen und humorvollen Beispielen, wie unsinnig diese Auffassung ist: Er führt uns zu klaren Erkenntnissen unserer Selbst.

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Mit Sicherheit ist der letzte Satz sehr gewagt; er könnte meines Erachtens falsche Hoffnungen wecken, denn hier wird die Thematik des Lebens als eines Kampfes – Kampf ja oder nein – nur von einer Seite aus beleuchtet.
Kampf ist nicht gleich Kampf, und diesen Aspekt vernachlässigt das Buch, so glaube ich, sträflich, denn:

Vitali Klitschkos letzter Kampf gegen den Kubaner Juan Carlos Gomez ist nicht dem Kampf Jakobs mit Gott vergleichbar, den im Laufe seiner Leben vielleicht jeder Mensch kämpft, nachzulesen im 1. Buch Mose. Siegfrieds Kampf gegen den Drachen ist nicht vergleichbar dem Kampf eines Mannes um die Liebe seiner Frau, die er droht an einen anderen zu verlieren. Eine Mutter, die sich in ein brennendes Haus stürzt und um das Leben ihres Kinder kämpft, kämpft nicht den Kampf, den ein Segler gegen Sturm und Unwetter auf dem Bodensee kämpft. Jemand, der zu viel getrunken hat und darum kämpft, sich nicht übergeben zu müssen, kämpft nicht um sein Leben wie ein Schwerverletzter.


Leben war nie als Kampf gedacht.

Kannte Leben in seiner ursprünglichen Form keinen Kampf?

Der Titel des Buches lautet übrigens genau genommen:


Leben war nie als Kampf gedacht –

mehr wie ein Wandern durch ein sonniges Tal

von einem Punkt zum nächsten


Es mag ein paradiesisches Leben gegeben haben in einem Zeitalter, das die Griechen das goldene nannten, ein Leben im Paradies und in der Tat:

In seiner göttlichen Form ist Leben ohne Kampf gedacht, das glaube ich auch.
Nur suggeriert der Titel, dass das auf der Erde möglich sei und hier möchte ich klipp und klar sagen: Nein.
Hier suggeriert der Titel Falsches. Wenn ich nicht die Auseinandersetzung aufnehme mit meinen Ego – und das mündet sehr oft im Kampf – und wenn ich nicht kämpfe für meinen Nächsten, dem Unrecht geschieht und der zu schwach zur Gegenwehr ist, dann lebe ich meines Erachtens am Leben vorbei.

Dennoch kann das Buch hilfreich sein, denn es gibt Kämpfe, die in der Tat höchst überflüssig sind und die dennoch jeden Tag millionenfach gekämpft werden. In Bezug auf diese Kämpfe ist das Buch höchst informativ und weil es Stuart Wildes Art ist, köstlich humorvoll zu schreiben, liest es sich, so finde ich, bestens.

Über den Autor lesen wir bei Amazon:

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Stuart Wilde zählt zu den richtungsweisenden Persönlichkeiten des Human Potential Movement. Zwölf Jahre widmete er sich der Ausbildung in den esoterischen Traditionen des europäischen und östlichen Mystizismus und entwickelte das Intensivtraining The Warriors Wisdom, das heute als eines der besten Motivationsseminare gilt und jedes Jahr in New Mexiko abgehalten wird. Er lebt mit seiner Familie in Sydney, Australien.


Im Folgenden zitiere ich einige Passagen aus diesem auf seine Weise sehr aufschlussreichen Buch:


stuart-wilde-leben-war-nicht-als-kampf-gedacht-i Des Kämpfers Ruhmeshalle


Wissen Sie noch, wie man Ihnen als Kind immer gesagt hat, dass man hart arbeiten muss, wenn man es im Leben zu etwas bringen will? Dass das Leben Mühe und Kampf bedeutet, dass man sich Liebe und Anerkennung verdienen muss und dass es Sie unglaubliche Anstrengung kosten wird, sich durchzusetzen? Ich kann mich gut erinnern, dass meine Mutter zu mir sagte: »Kampf adelt die Seele.«
Wer sagt eigentlich, dass das wahr ist? Schauen Sie sich um in der Natur. Sie verwendet eine gewisse Mühe darauf, alles in Gang zu halten, aber sie kämpft nicht. Sagt der Tiger morgens beim Aufstehen: »Ich werde heute wie verrückt kämpfen, und dann werde ich hoffentlich mittags was zu essen haben?« Bestimmt nicht. Er steht einfach auf, beschnuppert ein bisschen seine Achselhöhlen oder was Tiger sonst zur Frühstückszeit tun und zieht los. Mittags läuft ihm dann sein Essen über den Weg, gesandt von der Vorsehung. Okay, die letzten dreißig Meter muss er ein bisschen rennen. Aber als Kampf kann man das wohl kaum bezeichnen. Auch Sie müssen vielleicht durch die halbe Stadt fahren, um einen Scheck abzuholen. Doch es ist ein großer Unterschied zwischen Kampf und Anstrengung. Die Bedingungen, unter denen wir als Menschen leben, erfordern Anstrengung, aber Kampf ist Anstrengung verbunden mit Aufregung und Verzweiflung.
Bedenken Sie Folgendes: Wenn Sie die volle Verantwortung für Ihr Leben übernehmen, dann erkennen Sie an, dass Ihr Schicksal durch Sie gestaltet wird und dass Ihr Leben grundsätzlich ein Symbol Ihrer innersten Gefühle und Gedanken ist – eine Vorstellung Ihrer selbst.
Wenn Sie im Lauf von Jahren Ihrem Unterbewusstsein ein paar hunderttausend Gedanken eingeprägt haben, die besagen: »Das Leben ist ein Kampf«, dann projizieren Ihre innersten Gefühle das natürlich nach außen. Auch wenn Sie sich dieses Aspekts Ihres inneren Wesens nicht bewusst sind, ist tief in Ihrem Innern dieser Gedanke, und er taucht ständig in Ihrem Leben auf.
Immer, wenn ein Vorhaben zu gut gelingt oder wenn die Dinge einfach sind, strahlt Ihr Unterbewusstsein eine Energie aus, die sagt: »Vorsicht! Vorsicht! Das ist zu einfach. Zerstören wir doch diesen Plan oder diese Beziehung und machen wir ein Problem daraus, damit wir Umstände schaffen, die im Einklang stehen mit unserem inneren Glauben, dass Leben Kampf bedeutet.« Also bricht alles zusammen, und Sie haben das Gefühl, als ob Sie versuchten, eine Erdnuss mit der Nase den Mount Everest hinaufzuschieben. Schließlich, wenn Sie die Fallstricke und Geschosse des wütenden Geschicks eine Weile erduldet haben, bekommen Sie vom inneren Selbst eine verwässerte Version dessen, was Sie – vor Wochen und ohne Anstrengung – ohnedies erhalten hätten.
Dieses Büchlein hilft Ihnen, Kampf als das zu erkennen, was er ist, seine Ursachen zu entdecken und damit Schluss zu machen. Doch sehen wir uns erst einmal einige der Akteure in des Kämpfers Ruhmeshalle an. Es wird Sie sicher amüsieren, auch Freunde und Bekannte darunter zu entdecken.
Männer kämpfen gern, doch auch manche Frauen. Die männliche Einstellung ist etwa die: Wenn ich mich aufplustere und herumpoltere, werden die Leute denken, ich bin ein richtiger Mann und Respekt vor mir haben. Ob dabei etwas herauskommt oder nicht, ist nicht so wichtig, Hauptsache man sieht, welche heroischen Anstrengungen ich mache. Damit jeder anerkennt, was für ein Held ich bin, mache ich ein Riesentheater mit hektischer Aktivität, irrsinnig knappen Zeitplänen, Besprechungen von welterschütternder Wichtigkeit, Überstunden und ständigem Stress. Natürlich macht mich dieses Gehabe ziemlich nervös, doch das gehört dazu, denn die anderen werden denken, ich bin so angespannt, weil ich eine ungeheure Verantwortung trage, und sie werden mich deshalb lieben und anerkennen. – Werden sie das wirklich tun?
Um die Wahrheit zu sagen, die Antwort lautet nein. Jeder mit ein bisschen Durchblick sieht, dass dieser Mann ein kompletter Idiot ist. Seine Schwäche, vor allem sein Mangel an Selbstwertgefühl, ist unübersehbar. Er hat entschieden, sich zu opfern, in der Hoffnung, Zuneigung und Anerkennung zu gewinnen. Seine wilde Aktivität unterstreicht nur, dass er außer Kontrolle geraten ist und keine Ahnung hat, was er tut.
Ein anderer bekannter Kämpfer ist der »Terrorist«. Dieser Typ – da er mit sich selbst nicht zurechtkommt – kommt mit der Gesellschaft nicht zurecht – entweder ist er schon von Geburt an benachteiligt und nie anerkannt worden, oder er hegt irgendeinen Groll. Deshalb muss er sich außerhalb der Gesellschaft betätigen, und es fällt ihm schwer, von jemandem Hilfe anzunehmen. Er kämpft sich durch Hunderte von Plänen, die jedoch nie richtig gelingen. Und selbst wenn eine Beziehung oder ein Projekt erfolgreich ist, kann er sich des Sieges nicht freuen, denn was er will, ist Anerkennung, nicht Erfolg. So wird er seine Erfolge selbst zerstören und weiterkämpfen.
Mischt sich der Terrorist einmal unter die Menge – zum Beispiel wenn er eine Stellung bei einem Unternehmen annimmt – dann wird er nur Negatives sehen, darüber spötteln und versuchen, zu verändern oder zu zerstören. Oft sind seine Handlungen für die Menschen um ihn bedrohlich, und früher oder später wird er hinausgeworfen. Da der Terrorist das System nicht benützt, sondern bekämpft, bekommt er nie, was er will. Niemand unterstützt ihn. Findet er jemanden, der ihn liebt und akzeptiert, dann ignoriert er das und konzentriert sich stattdessen auf all jene Aspekte der Negativität, die ein Teil seines Lebens sind.
Der dritte Kämpfertyp ist der berufsmäßige Schwächling. Dieser Mensch ist so schwach und seine Fähigkeit, mit dem Leben fertig zu werden, so gering, dass er sich von jedermann an der Nase herumführen lässt. Das ärgert ihn, und er versucht, seine Rechte aus einer Position heraus, die er als richtig empfindet, geltend zu machen; doch sein Kampf beruht auf einem Mangel an Energie, und das bringt ihn nirgends hin, was aber keinen kümmert. Eine Variante dieses Typs ist der »spirituelle« Schwächling. Er hat ein ungeheures Ego und meint, Gott hat ihn in die Welt gesetzt, damit er herumsitzen und sich als etwas »Besonderes« fühlen kann. Meist ist er so »heilig«, dass er es unter seiner Würde findet, sich die Hände mit Leben zu beschmutzen. Er erwartet, dass ihn die ändern wie einen Gott behandeln und entsprechend verehren. Oft kämpft er wie ein Verrückter, denn es fällt den Leuten schwer, seinen Lebensstil zu akzeptieren, und sein Scheitern empfinden sie bedrohlich.
Einer der gewöhnlichen weiblichen Archetypen ist dem männlichen ähnlich. Sie inszeniert ein Spiel: »Bitte, nimm mich, wie ich bin, denn ich bin großartig. Ich bin wirklich eine Göttin und ebenso stark wie ein Mann, wenn nicht stärker.« Um das zu beweisen, trägt sie Männerkleidung, fährt schnelle Wagen, wird schrecklich aggressiv (um ihren Mangel an Selbstvertrauen wettzumachen), und auch sie schlägt um sich und spielt das gleiche Erfolgsspiel wie ihr männliches Gegenstück.
Eine Göttin zu sein bedeutet jedoch harte Arbeit, man muss ständig eine göttliche Pose einnehmen. Gewöhnlich sehen die anderen keine Göttin in einem, und so wendet man Energie auf, um sie zu überzeugen. Bei dem Versuch, es dem Mann gleichzutun, sagt sie in Wirklichkeit: »Ich weiß, dass ich schwächer bin.« Das stimmt natürlich nicht, denn die meisten Frauen sind spirituell stärker als die Männer, wenn sie sich das nur klarmachen würden.
Ein anderer weiblicher Typ spielt gern »Mauerblümchen«. Es geht so: »Ich bin nur ein hilfloses kleines Ding. Ich bin schwach und verstehe das Leben nicht. Ich kann keine Zahlen zusammenrechnen und keine Sicherung auswechseln. Meine Gefühle gehen mit mir durch. Bitte, rette mich; bitte, kümmere dich um mich. So kann ich einfach dasitzen und brauche nicht viel zu tun.«
Das funktioniert in gewissem Maß, denn früher oder später taucht der »Lebensretter«-Typ auf und hilft ihr. Der Haken ist, dass der Lebensretter, ob ein Mann oder eine Frau, das Mauerblümchen nur ein- oder zweimal rettet und sich dann absetzt, denn es bringt nichts.
Je öfters das »Mauerblümchen« sein Spiel spielt, um so schwerer fällt es ihm, irgendein Selbstwertgefühl zu empfinden. Dieser Mangel zieht früher oder später Leute an, denen es Spaß macht, es zu manipulieren. Dieser Kampf ist wie eine Spirale ohne Ende, denn um die Zuwendung zu bekommen, die sich das »Mauerblümchen« wünscht, muss es auf immer dramatischere Weise seine Hilflosigkeit demonstrieren. Am Ende kann es nur noch die Rolle des Opfers spielen.
Diesen Typ kennen Sie alle: Wenn Sie sie kennen lernen, überschüttet sie Sie mit einer Katastrophenlitanei. Es gibt nichts, was Sie für sie tun können, denn sie bittet nicht um Hilfe, sondern will nur, dass Sie mit ihr leiden. Manchmal befällt einen der Drang, ihr einen Stoß zu geben, um sie glücklich zu machen.
Was haben alle diese Typen gemeinsam? Erstens sind sie alle ziemlich dumm. Sie kehren Facetten ihres Wesens heraus, die nicht echt sind. Mit nur einer kleinen Änderung ihres Verhaltens könnten sie vom Kämpfen ins Fließen kommen. Man muss sich sehr anstrengen, um ein Kämpfer zu sein, während Fließen ein natürlicher Zustand ist, der sich einstellt, wenn man sich selbst annimmt und sein Leben beobachtet, so dass es die meiste Zeit im Gleichgewicht ist.
[…]


Des Kämpfers Hitparade


Nachstehend sind elf der häufigsten Ursachen und Aspekte des Kämpfens aufgeführt – des Kämpfers Hitparade. Trifft etwas davon auf Sie zu? Wenn ja, dann wollen wir es uns näher ansehen. Im nächsten Abschnitt werde ich Ihnen sagen, wie Sie auf wirkungsvolle Weise dagegen angehen können.


Kämpfer möchten anerkannt werden


Die meisten Kämpfer haben ein schwaches Selbstwertgefühl. Deshalb streben sie ständig danach, von anderen angenommen und anerkannt zu werden. Doch sie finden die Bestätigung, die sie suchen, nur selten, und wenn Sie sie bekommen, ist sie meist unbefriedigend. Das erzeugt Frustration. Infolge ihrer mangelnden Identität – sie wissen und akzeptieren nicht, wer sie sind – richten sie ihre Aufmerksamkeit nicht auf das Wirkliche (in ihrem Innern), sondern auf die Sinnbilder des Lebens, die nicht wirklich (außerhalb von ihnen) sind. Sie sehen in den Dingen um sie herum eine Bestätigung dafür, dass sie in Ordnung sind, statt sich zu bestätigen, wer sie im Innern sind.
Deshalb ist das Leben für sie ein Kampf, mit dem sie einen Status aufrecht erhalten, der nur Schein ist. Und kein Spielzeug und kein Schmuckstück macht diese Kämpfer glücklich, denn die Dinge, die sie erwerben, erfüllen sie nur kurze Zeit mit emotionaler Befriedigung. Wenn der Kämpfer sich etwa eine Yacht kauft, kann er sagen: »Bitte akzeptiere mich, weil ich diese Yacht besitze.« Eine Zeitlang findet er die Rolle eines Yachtbesitzers aufregend. Doch bald lässt die Freude nach, und er muss sich etwas anderes suchen, das sein Bedürfnis, akzeptiert zu werden, stillt.
Wenn das Leben einmal nicht so verläuft, wie es sich der Kämpfer wünscht, ist er wütend und enttäuscht, weil er von den bestätigenden Symbolen getrennt ist. Er fühlt sich nicht nur wertlos, sondern bekommt auch nicht die Bestätigung, die er ständig sucht.


Kämpfer haben oft ein großes Ego


Kämpfer haben meist ein großes Ego, weil sie sich von ihrem Ego eine höhere Meinung über sich einreden lassen, die sie nicht aufrechterhalten können. Sie muss übertrieben sein, weil sie so, wie sie sind, in sich keinen Wert sehen. Um das auszugleichen, übertreiben sie das Leben in der Hoffnung, dass sich doch irgend etwas einmal daraus ergeben wird.
Wir sind göttlicher Geist in einem Körper, und wir sind ein begrenztes Ego. Der göttliche Geist oder das Höhere Selbst weiß die Richtung, in die es geht, und besitzt die stärkste Macht – die innere Macht. Das Ego besitzt die äußere Macht. Wenn Ihr Ego in die gleiche Richtung geht wie das Höhere Selbst, fließt alles. Doch wenn das Ego in eine andere Richtung geht, entsteht Kampf. […]


Kämpfer halten Kampf für etwas Edles


Um zu rechtfertigen, dass ihr Leben außer Kontrolle ist, bilden Kämpfer sich gern ein, dass Kampf etwas Edles ist – dass es Gott gefällt, wenn sie kämpfen. Wenn Sie Gott wären, würden Sie sich darüber kaputtlachen.


Kämpfer setzen sich unrealistische Ziele


Das Ego entscheidet, was es braucht, um glücklich zu sein, und es entscheidet, wie schnell es die entsprechenden Umstände herbeiwünscht. Oft setzt sich der Kämpfer unrealistische Ziele. Er trifft eine Entscheidung auf seinem Niveau und sagt sich etwa: »In sechs Monaten will ich das haben.« Doch er hat auf metaphysischer Ebene noch nicht die nötige Energie, und so stimmt das, was er für möglich hält, nicht mit dem tatsächlich Möglichen überein. Meist wird der Kämpfer ungeduldig und rackert sich ab wie verrückt, um ein Ziel bis zu einem bestimmten Termin zu erreichen.
[…]

Der Kämpfer ist gezwungen, die Richtung, die er eingeschlagen hat, beizubehalten. In seinem hektischen Bemühen, sein Ziel zu erreichen, übersieht er oft die Abzweigungen, die Vereinfachung und Abkürzung anbieten. So ein Mensch pflügt durch, ohne Rücksicht auf Schmerzen und Qualen und ohne darauf zu achten, ob seine Handlungen richtig oder wirkungsvoll sind.


Dem Kämpfer mangelt es an Verständnis


Kämpfer haben kein Verständnis. Manchmal ist es auch nur ein Mangel an Durchblick, was die materielle Ebene und die Gesetze des Marktes angeht. Gewöhnlich ist der Kämpfer aus der Gesellschaft ausgestiegen und lässt sich treiben, denn er ist nicht wirklich vorbereitet, sich auf das Leben zu konzentrieren und die Gesetze der Welt zu lernen. Gewöhnlich kann er auch nicht abgelenkt werden: Kämpfen ist einfacher. Es ist typisch für diesen Typ, dass er der Meinung ist, die anderen müssten ihn erhalten, und wenn die Umstände nicht mit seiner Einstellung übereinstimmen, regt er sich auf.
Es mangelt ihm auch an metaphysischem Wissen. Er sieht nicht, wie die Universellen Gesetze sein Leben beeinflussen, und so, statt Energie zu erzeugen und alles nach und nach zur rechten Zeit geschehen zu lassen, rennt er dem Leben nach und vertreibt es durch seine Ansprüche und Emotionen.


Kämpfer kümmert es, was andere denken


Kämpfer sind oft gesellschaftliche Primitivlinge. Sie halten die Meinungen anderer für richtig. Das zwingt sie, die oft unrealistischen Erwartungen anderer zu erfüllen. Weil sie sich ihrer selbst nicht sicher sind, kümmern sie sich darum, was andere über sie denken.
Um diese Fälle zu umgehen, brauchen Sie sich nur klarzumachen, dass Ihre Entwicklung während Ihres Lebens eine unantastbare Sache ist. Sie sind der Einzige, der entscheiden kann, was das Beste für Sie ist, und nur Sie wissen die Antworten. Was die Gesellschaft über Sie denkt, ist völlig belanglos, denn die anderen wissen nicht alle Fakten. Denken Sie daran, die Leute werden immer versuchen, Sie gemäß ihrer Denkweise zu manipulieren. Sie wollen, dass Sie so handeln, dass Sie ihnen nützen. Sobald es Ihnen nicht mehr wichtig ist, von ihnen anerkannt zu werden (weil Sie sich selbst akzeptieren), werden ihre Versuche, Sie zu manipulieren, bedeutungslos. […]

aus Stuart Wilde: Leben war nie als Kampf gedacht – mehr wie ein Wandern  durch ein sonniges Tal von einem Punkt zum nächsten. Hugendubel, 1996
Umschlaggestaltung: Zembsch´ Werkstatt, München
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