aus Marion Zimmer Bradleys „Die Nebel von Avalon“

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Lass Dich im folgenden Buchauszug nicht von unbekannten Namen oder Zusammenhängen irritieren; es geht darum, was Marion Zimmer Bradley in Die Nebel von Avalon schreibt und was in so engem Zusammenhang mit Michael Endes und Friedrich Schillers Texten steht:

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Der andere Uther kam immer wieder zurück. Er kam in der Stille der Nacht, wenn Morgaine an ihrer Seite schlief, oder wenn Igraine auf dem Söller am Meer saß und ihrer Tochter die Hände führte, die ihre ersten ungeschickten Versuche machte zu spinnen. Sie musste an den Uther denken, den sie außerhalb von Zeit und Raum beim Ring der Steine gekannt hatte (…) den Priester aus Atlantis, mit dem sie die Mysterien geteilt hatte. Sie wusste, diesen Uther würde sie lieben wie ihr eigenes Leben. Ihn konnte sie niemals fürchten. Was immer zwischen ihnen auch geschah, eine Süße und eine Freude würde sie umgeben, die alles überstieg, was sie bisher kannte. Und wenn sie sich ihm näherte, wusste sie einfach, dass sie einen verlorenen Teil selbst wiedergefunden hatte. Mit ihm war sie ganz. Es gab etwas, das über alles hinausreichte, das nie sterben oder in seiner Kraft nachlassen würde, was ihnen als Mann und Frau im gewöhnlichen Leben widerfahren konnte. Sie teilten ein Schicksal. Und auf irgendeine Weise mussten sie es gemeinsam erfüllen (…) Wenn ihre Gedanken diesen Punkt erreicht hatten, hielt Igraine oft inne und wunderte sich über sich selbst. War sie schon wahnsinnig mit ihren Hirngespinsten von geteiltem Schicksal und der anderen Hälfte der Seele?

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Über Johannes G. Klinkmüller

Ich lebe und arbeite am Fuße der Rhön, in Bad Kissingen, und genieße die Saale, die Wiesen, den so vielfältigen Wald und die bemerkenswerten Veränderungen im Jahresverlauf. – Mein Interesse gilt, wie sich in Mythen und der Literatur die Entwicklung des Menschen spiegelt. Ohne den Prometheus in uns kommen wir nun eben mal nicht zu wahrem Bewusstsein und möglich, ja wahrscheinlich ist, dass wir als Kain Abel erschlugen; doch wenn es gutgeht, laufen wir mittlerweile auf dem Gralsweg des Parzival; dazu ist es notwendig, sich zu erlauben, wie jener den eigenen Karfreitag zu erleben. Ich glaube, dass Philosophen und Dichter früherer Zeiten ein höheres spirituelles Bewusstsein hatten, ob sie Platon, Wolfram von Eschenbach, Dante oder Goethe hießen; viel von ihrem Bewusstsein hat die Hochkonjunktur des Rationalen und des Materialismus verschüttet (eine für die Entwicklung des Menschen notwendige Phase, die nun allerdings vorübergehen sollte!). - Vor allem Michael Ende schließt an die Tradition der großen Alten an; seine "Unendliche Geschichte" beleuchtet eine mögliche Reise zu sich selbst durch die Heilung der kindlichen Kaiserin in uns. Sie steht stellvertretend dafür, dass in Menschen unserer Zeit ein entsprechendes Bewusstsein erwacht, wenn auch der Hype vom Wassermannzeitalter einer falsch verstandenen Esoterik viel Unheil angerichtet hat. - Viele der großen Dichter, heißen sie Schiller, Hofmannsthal, Rilke oder Trakl wollen auf dem Hintergrund ihrer Zeit und ihres Lebens verstanden sein und können damit Anregungen geben, uns und unsere Zeit zu verstehen. Gerade gilt mein Interesse Hölderlin und viel von mir finde ich in ihm wieder (was nicht heißt, dass ich glaube, ihm nur annähernd das Wasser reichen zu können). Es dauert noch ein bisschen, bis sich der gute Hölderlin in Posts niederschlägt :-)
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